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300 Jahre Mariä Heimsuchung gefeiert

Kirche als rettender Ort

MÜHLBACH (pdr/md) – „In der Kirche, im Gotteshaus vollzieht sich für uns die rettende Begegnung mit Jesus.“ Mit dieser Aussage hat Bischof Rudolf Voderholzer die Brücke vom Evangelium (Heilung des aussätzigen Samariters) zur Kirche Mariä Heimsuchung in Mühlbach, deren 300-jähriges Jubiläum der Anlass des bischöflichen Pastoralbesuchs war, geschlagen.

Vor 300 Jahren war die Weihe der Mühlbacher Kirche erfolgt. Grund genug für einen feierlichen Pontifikalgottesdienst zum Jubiläum, dem die Gläubigen im Gotteshaus, einige auch außerhalb bei angenehmen herbstlichen Temperaturen, beiwohnten. Neben Bischof Voderholzer und Ortspfarrer Christian Stock zelebrierten auch mehrere ehemalige Mühlbacher Seelsorger die Eucharistie mit.

Zwei Heilungen mit unterschiedlichem Ende beinhalteten die erste Lesung aus dem Alten Testament und das Evangelium aus dem Neuen Testament. Im Alten Testament erfährt der an Aussatz leidende syrische Hauptmann Naaman mit Hilfe des Propheten Elischa Heilung. Doch Elischa nimmt den Dank Naamans nicht an, sondern verweist auf den Gott Israels, dem Naaman danken soll. Im Neuen Testament dagegen kehrt von zehn geheilten Aussätzigen nur der Samariter zurück und dankt Jesus für die Heilung, wobei Jesus hier den Dank annimmt und den Geheilten nicht wegschickt. „Jesus erwartet den Dank. Jesus ist die richtige Adresse auch für unseren Dank, in Jesus ist der lebendige Gott unter uns. Sich in Dankbarkeit vor ihm auf die Füße werfen – das ist die wahre Anbetung im Geiste“, interpretierte Bischof Voderholzer diese Bibelstelle.

Die Taufe bedeute eine Reinigung von Aussatz beziehungsweise von Schuld und Sünde, und jeder Gottesdienst sei eine Begegnung mit und eine Danksagung an Jesus. „Diese uns im Leben tragende Begegnung mit Jesus braucht einen würdigen Raum. Das ist die Kirche wie auch der Altar und der Beichtstuhl. Darum geht es bei unserem christlichen Glauben“, leitete Bischof Rudolf auf das Gotteshaus und dessen Jubiläum über.

„In diesem Glauben haben die Vorfahren diese Kirche gebaut, und wir erhalten sie“, wandte er sich an die jetzigen Pfarrangehörigen und dankte ihnen, „dass Sie die Kirche in Ehren halten, sie wunderbar renoviert haben und immer wieder hier zur Feier der Eucharistie zusammenkommen. Mit einem ausführlichen Dank an alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen sowie an die Gremien und Vereine schloss der Bischof seine Predigt.

Mit zünftiger Blasmusik hatten die Mühlbacher Musikanten Bischof Voderholzer willkommen geheißen; die Schülerin Franziska Gottschalk tat dies mit einem Gedicht und einem Blumenstrauß. Über die Historie des Gotteshauses informierte in seinem Grußwort Kirchenpfleger Otto Mürbeth, wobei er auch auf die Vorgängerkapelle aus dem 12. Jahrhundert hinwies und einige Erweiterungen nannte. Eine besondere Freude war ihm die Anwesenheit der momentan (Pfarrer Christian Stock, Ruhestandspfarrer Georg Seitz, Pater Raphael Konrad aus Griesstetten sowie Diakon Alfons Rabl) und früher am Ort wirkenden Seelsorger (Pfarrer Dietmar Schindler, Pfarrer Ludwig Bayer und Pfarrer Krzysztof Lusawa).

Aus einer Kirchenbeschreibung Anfang des 20. Jahrhunderts zitierte Dietfurts Erster Bürgermeister Bernd Mayr. Er machte deutlich, dass Kirche und Glaube immer – auch in schweren Zeiten – Zufluchtsstätten waren und sind. „Kirche wird durch Sie lebendig“, wandte er sich an Bischof Voderholzer, dessen Offenheit der Dietfurter Rathauschef lobte.

Pfarrgemeinderatssprecher Stefan Baxmeier überreichte Bischof Rudolf einen Präsentkorb und dankte ihm, „das Jubiläum mit uns zu feiern. Als kleine Gemeinde ist es uns eine Ehre, Sie als Oberhirten in unserer Pfarrkirche begrüßen zu können“. Als Zukunftswunsch äußerte Baxmeier, dass die Pfarrkirche in den Händen der folgenden Generationen ebenso in Ehren gehalten werden möge. 

Nach dem Gottesdienst segnete Bischof Voderholzer die Kinder, führte Gespräche mit den Gläubigen und stand gerne für Fotos zur Verfügung. Musikalisch gratulierten schließlich die Mühlbacher Musikanten dem Bischof zu dessen 63. Geburtstag. Genau 50 Jahre jünger, also 13 Jahre jung, ist Lorenz Seelus, der Sohn des Zweiten Bürgermeisters von Dietfurt, Johannes Seelus. Natürlich wurde auch dieser Doppelgeburtstag im Bild festgehalten.

12.10.2022 - Bistum Regensburg