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Regensburger Pfarrei feiert Jahrhundert-Ereignis mit Bischof Rudolf Voderholzer

Neue Glocken für St. Konrad

REGENSBURG (pdr/sm) – Die Pfarrgemeinde St. Konrad im Regensburger Stadtnorden hatte am vergangenen Sonntag gleich vier Gründe zu feiern: Neben dem Erntedankfest und dem Tag der Deutschen Einheit wurden der Abschluss der Außenrenovierung und die Weihe von fünf neuen Bronzeguss-Glocken feierlich mit zwei Pontifikalämtern (um 9 Uhr und um 11 Uhr) begangen. 

Mit Bischof Rudolf Voderholzer zelebrierten Stadtpfarrer Thomas Eckert und Kaplan Herr Alexander Röse C.R.V. sowie Pfarrer i. R. Prälat Hans Strunz (ehemals in St. Konrad) die beiden Sonntagsmessen. Die zahlreich erschienenen Fahnenabordnungen der kirchlichen und weltlichen Vereine gaben ein farbenfrohes Zeugnis des regen Gemeindelebens. Die Anwesenheit von Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und zahlreicher Stadträte machten deutlich, wie kirchliches und weltliches Leben in der Pfarrei St. Konrad verbunden sind.

Gedanken zum Danken

Das Erntedankfest, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, sei nach Meinung vieler Wissenschaftler wohl das älteste religiöse Fest, da das Danken eine religiöse Urgeste sei. Dem gegenüber stehe das Bitten. Wenn auch die liturgischen Texte des aktuellen Tages nicht direkt das Erntedankfest im Blick hätten, so würden sie doch zum Thema Danken hinführen. Im Evangelium heilt Jesus zehn Aussätzige, aber nur einer von ihnen macht sich darüber Gedanken, wem er diese Heilung zu verdanken hat. Er findet dadurch zu Jesus und zum Glauben und ist nicht nur körperlich, sondern auch geistlich geheilt. Am Erntedanktag, so der Bischof, solle man aber nicht nur für die vollen Regale und die Gaben aus Gärten, Feldern und Weinbergen danken, sondern auch für das lebendige Brot, das das ewige Leben schenke. An diesem Erntedanktag in St. Konrad mit Glockenweihe gelte der Dank auch allen Verantwortlichen, die dieses Projekt möglich gemacht hatten. Glocken gehörten zu der Grundausstattung einer jeden Kirche und hätten verschiedenen Funktionen: die Toten beklagen, die Lebendigen mahnen, die Zeiten anzeigen und an das Gebet erinnern. 

Im Anschluss an das erste Pontifikalamt fand dann auf dem St.-Konrads-Platz vor der Kirche die Weihe der fünf neuen Bronzeguss-Glocken statt. Am Fest Allerheiligen werden sie im Glockenturm aufgehängt. Die Patronate sind immer noch dieselben wie bei ihren Vorgängern: St. Konrad, Christus, Maria und St. Josef. Neu ist nur die Auferstehungsglocke, die kleinste in der Runde mit 245 Kilogramm. „Im Gedenken an unsere Verstorbenen“ lautet die Inschrift auf einer Seite der Glocke. Musik der Blaskapelle St. Konrad, ein Ständchen der kleinsten Konradsiedler aus der Kindertagesstätte St. Konrad sowie Grußworte vom Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand ergänzten die Feier, die bei schönstem Wetter stattfinden konnte. 

Am 2. Oktober 2020 waren die Glocken in der Glockengießerei Perner in Passau gegossen worden. Zur feierlichen Weihe, deren Termin coronabedingt zweimal verschoben worden war, besprengte Bischof Rudolf die Glocken mit Weihwasser, inzensierte sie mit Weihrauch und salbte sie mit Chrisam. Dann kam der große Augenblick, bei dem der Bischof mit einem festen Schlag mit einem Holzhammer jede Glocke dreimal zum Klingen brachte. Bei der letzten Glocke, die dem Kirchenpatron St. Konrad von Parzham geweiht ist, fiel der Hammer beim ersten Schlag auseinander. Nach dem Tedeum brachte man aus der Küche des Pfarrhauses einen Fleischklopfer, damit der Bischof auch die rund 1245 Kilogramm schwere Konradglocke noch zum Klingen bringen konnte.

Geschichte der Pfarrei

Die Pfarrkirche St. Konrad, die erste im Bistum, die dem heiligen  Kapuzinerbruder Konrad von Parzham (1818-1894) geweiht ist, wurde bereits 1935 bis 1936 in der damaligen Schottenheimsiedlung erbaut. Das Gebiet wurde damals noch seelsorgerisch durch die Pfarreien St. Georg (Schwabelweis) und St. Josef (Reinhausen), später auch noch durch St. Mariä Himmelfahrt (Sallern) betreut. Vier Stahlglocken riefen damals die Gläubigen zum Gebet, aus Kostengründen konnten nur Stahl- und nicht Bronzeglocken angeschafft werden. Das sollte dann aber im Zweiten Weltkrieg von Glück sein, da diese nicht als rüstungstauglich galten. Im Jahre 1945 wurde die Schottenheimsiedlung dann in Konradsiedlung umbenannt und am 5. Oktober 1953 wurde die Pfarrei St. Konrad errichtet. Die Kirche wurde zweimal baulich erweitert und nach einer großen Innenrenovierung 2002 im Jahre 2020 auch einer umfangreichen Außenrenovierung unterzogen.

06.10.2021 - Bistum Regensburg , Segen