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100 Jahre Caritasverband Regensburg

Grund zum Danken

REGENSBURG (pdr/sm) – „Die Caritas – die tätige Nächstenliebe – ist Aufgabe des Einzelnen und der gesamten Kirche“, so formulierte es Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt im Pontifikalamt anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Caritasverband in der Diözese Regensburg“. 

Zahlreiche Gläubige waren in den Dom St. Peter gekommen und hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Die lange Begrüßungsliste des Bischofs zeigte, wie hoch die Wertschätzung für den Dienst der Caritas ist. Mit ihm feierten unter anderem Domkapitular Michael Dreßel (Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands), Ehrendomherr Bernhard Piendl (Vorsitzender des Landes-Caritasverbands) und Pfarrer Thomas Kohlhepp (Vorsitzender des Caritasverbands Weiden) die Heilige Messe. Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann stand als ­Diakon am Altar und alle Lektorendienste wurden von Mitgliedern des Diözesan-Caritasverbandes übernommen. Das Pontifikalamt bildete den geistlichen Höhepunkt eines zweitägigen Festprogramms, das viele Gelegenheiten zur Begegnung bot.

Wesensmerkmal der Kirche

Schaue man auf die tagesaktuellen Schrifttexte des Sonntages (Gen 18,20-32, Kol 2,12-14 und Lk 11,1-13), so Bischof Voderholzer in seiner Predigt, dann finde man auf den ersten Blick keinen Bezug zum Jubiläum „100 Jahre Caritasverband in der Diözese Regensburg“, handele es sich doch bei der ersten Lesung und dem Evangelium um Gebetskatechesen. Bei einem genaueren Hinschauen aber entdecke man, dass die drei Säulen kirchlichen Lebens eng miteinander verwoben seien: Liturgie und Gebet, Verkündigung (Martyria) und die Diakonie (Caritas = Nächstenliebe). Bischof Rudolf ließ in diesem Zusammenhang Joseph Ratzinger zu Wort kommen, der die Caritas nicht als etwas neben Eucharistie, Dogma und Trinitätsglauben sieht, sondern als wesentlichen Bestandteil all dessen: „Kirche ist nicht sie selbst, wenn sie nicht Caritas ist und wenn sie nicht Menschen erweckt, Diener der Caritas zu sein“ (Joseph Ratzinger, Gesammelte Schriften 14,761).

Fundamentale
Lebensäußerung

Die Caritas, zu Deutsch: tätige Nächstenliebe, so der Bischof, sei natürlich älter als 100 Jahre. So zeigte im 3. Jahrhundert der heilige ­Diakon Laurentius dem nach Reichtümern gierenden Stadtpräfekten Roms die Armenspeisung als den eigentlichen Schatz der Kirche. Zu allen Zeiten beeindruckte die Caritas auch die Gegner der Kirche, ob im 4. Jahrhundert den römischen Kaiser Julian, der die Hilfe der Christen auch für Nichtchristen rühmte, oder in unseren Tagen der Schriftsteller Heinrich Böll, der einmal bemerkte: „Ich möchte lieber in der schlechtesten christlichen Welt leben als in einer nichtchristlichen, denn in einer christlichen Welt ist immer auch Raum für die Schwachen.“

Im Blick auf das 100-jährige Bestehen des Caritasverbandes in der Diözese Regensburg – eine Orts-Caritas gab es bereits 1910 dort – nannte Bischof Rudolf auch seine caritativ wirkenden Vorgänger, den heiligen Bischof Wolfgang und Georg Michael Wittmann, sowie die heilige Anna Schäffer und den seligen Frater Eusta­chius Kugler. Die beiden Letztgenannten ständen sozusagen stellvertretend für die Umsorgten und die, die sich um ihren Nächsten sorgen.

Grund zum Danken

Bischof Rudolf drückte in der Predigt seinen größten Dank und seine Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Caritas aus. Er bat Domkapitular Michael Dreßel, den Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes, und Diakon Michael Weißmann, Diözesan-Caritasdirektor, darum, diesen Dank bitte auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzugeben. Diakon Weißmann richtete vor dem bischöflichen Segen seinerseits Worte des Dankes an Bischof Rudolf. Dessen Wertschätzung für die Arbeit der Caritas sei gerade in den Zeiten der Pandemie sehr deutlich geworden. 

Dem Pontifikalamt schloss sich ein buntes Fest auf dem Alten Kornmarkt an, dass mit einer Vesper in der Dompfarrkirche Niedermünster am Nachmittag auch noch einmal einen spirituellen Impuls bekam.

27.07.2022 - Bistum Regensburg