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Auf den Spuren von Albertus Magnus

Bischof-Bundschuh-Weg

REGENSBURG (pdr/sm) – Mit der Eröffnung des neuen Bischof-Bundschuh-Weges durch Bischof Rudolf Voderholzer ist die Domstadt Regensburg ist um eine Attraktion reicher geworden. Fortan kann man auf den Spuren des heiligen Albertus Magnus von Regensburg nach Donaustauf wandern. 

Inmitten des Herzens der Stadt, am Domplatz, beginnt der neue Wander- und Pilgerweg auf den Spuren des heiligen Albertus Magnus. Nach jahrelanger Planung eröffnete Bischof Voderholzer den elf Kilometer langen Weg von Regensburg nach Donaustauf und segnete ihn feierlich. „So wie unser Bischof Bundschuh Wissenschaft und Glauben zu verbinden wusste, so soll auch uns dieser Weg untereinander verbinden. Möge dieser Weg, aus welchen Motiven heraus man ihn auch immer beschreiten mag, jedem Wanderer und Pilger persönlichen Gewinn schenken“, betonte der Diözesanbischof bei der feierlichen Eröffnung. 

Der Universalgelehrte

Die Region ist ein Knotenpunkt vieler nationaler sowie internationaler Wander- und Pilgerwege, aber auf dem Bischof-Bundschuh-Weg wandert man auf den Spuren eines der bedeutendsten Denker der abendländischen Geistesgesichte. Der berühmte Universalgelehrte Albertus Magnus, der alle seine Reisen zu Fuß unternahm und so die die geistig-geistliche Welt des hohen Mittelalters vermaß, war von 1260 bis 1262 Bischof in Regensburg. Der Dominikaner, der zugleich Philosoph, Jurist, Naturwissenschaftler und Theologe gewesen ist, war so etwas wie eine Enzyklopädie des Wissens auf zwei Beinen. Sein großes und vielseitiges Wissen verschaffte ihm den Namen Magnus (der Große), den Titel Kirchenlehrer und den Ehrentitel doctor universalis. Im Jahr 1622 wurde er selig- und am 16. Dezember 1931 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt. 

Wissen und Glauben miteinander zu verbinden, die Materie als des Schönen und Guten teilhaftig zu verstehen, stand im Mittelpunkt des Wissenschaftlers und Geistlichen, der einerseits wegbereitend für den christlichen Aristotelismus des hohen Mittelalters war, andererseits mit seinen Schriften über die Natur die Schöpfungsvielfalt in ihrer unermesslichen Fülle zu erfassen und zu buchstabieren suchte. Das Wissen seiner Zeit vollständig zu erfassen und in Lehrbüchern darzulegen, darin sah der Dominikaner, der Gott als die erste, „alles wirkende Ursache“ verstand und somit eine Brücke zwischen christlichem Glauben und naturwissenschaftlicher Weltsicht geschlagen hatte, seine Aufgabe. Seine Schriften zur Natur, zur mitteleuropäischen Flora und Fauna, seine geografischen Beschreibungen und seine Arbeiten zur Gesteinskunde gelten noch heute als Meilensteine der Naturforschung. 

„Man muss sagen, dass in Gott Schönheit ist, und dass sie die höchste und erste Schönheit ist, von der die Natur der Schönheit in allen Dingen ausgeht, und die die Form aller schönen Dinge ist,“ schrieb der große Denker, der am 16. Dezember 1941 von Papst Pius XII. zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler ernannt wurde.

Warum Bundschuh?

Im Hinblick etwa auf die Mühen des langen Wanderns sagte Albert: „Der Tapfere erträgt Schweres um des Guten willen. In der Freude darüber fühlt er im Geist nicht den Schmerz, den die Sinne spüren.“ Und das Laufwerkzeug, dass ihn durch die mittelalterliche Welt führte, war der Bundschuh. Dabei werden Lederstücke über den Leisten gelegt, zusammengenäht und umgestülpt. Zudem werden die Schnürbänder mehrfach um das Bein geschwungen. Albert beschrieb es so: „Werden die Schuhsohlen aus Haut, die von den Stellen stammt, an denen der Esel lange Zeit Lasten getragen hat, gefertigt, gehen die Schuhe nicht kaputt.“

Weg mit fünf Stationen

Auf dem Weg sind fünf Stationen mit Schautafeln aufgestellt, die dem Wanderer Einblicke in die damalige Welt vermitteln. Neben einer Natur, die immer wieder Weite und Fernblicke ermöglicht, sind sie zugleich Ruhepunkte, die zum Verweilen und Nachdenken auffordern. „Nachdenken über das, was Christen Schöpfung nennen, über Gott und die Welt: Alles hat hier seinen Platz. Dieser Weg ist kein religiöser Lehrpfad, obwohl er natürlich Bezüge zu Religion und Glauben aufweist oder vielleicht auch neu eröffnet“, wie Bischof Voderholzer erklärte, der mit einem eleganten Wanderstab, ein Geschenk von Karl-Heinz Albert vom „Waldverein Regensburg e. V.“, die ganze Strecke bis zur Burg Donaustauf mitwanderte. 

Der Weg ist eine lebendige Chronik der Wegstrecke, die Albertus Magnus in seiner Zeit, vor 760 Jahren, als Bischof von Regensburg, von seiner Bischofskirche, dem Regensburger Dom über die Steinerne Brücke, die es ja schon damals gab, bis hin zu seiner Burg in Donaustauf zurücklegte. Und er ist noch mehr: Er ist auch ein Sinnbild dafür, „dass wir nie alleine unterwegs sind“, dass wir achtsam mit „unseren Mitgeschöpfen, auch den Pflanzen und Tieren, umgehen sollten“, wie Bischof Rudolf betonte. 

Der Bundschuh-Weg hat damit eine ganze aktuelle Botschaft. Er soll uns an die gemeinsame Verantwortung für unser „gemeinsames Haus“, wie es Papst Franziskus in seiner herausragenden Enzyklika „Laudato Si“, betonte, erinnern. 

Tipps auf der Webseite

Auf der Webseite „Bischof-Bundschuh-Weg“ https://www.bischof-bundschuh-weg.de/, die von der Firma „DMT GmbH“ aufwändig und gestalterisch sehr ansprechend gestaltet wurde, findet der Interessierte alle wichtigen Tipps und Informationen rund um den Pilger- und Wanderweg. Darunter wertvolle Hinweise, wie man auf den Weg kommt und wie man den Weg erkennt. Die ganze Wegstrecke ist mit einem einheitlichen Symbol gekennzeichnet. Es zeigt einen mittelalterlichen Bundschuh, dessen Name von den langen Lederriemen herrührt, mit denen er verschlossen wurde, und einen Bischofsstab. Die Route kann sich der Reisende auch als GPX-Datei herunterladen und diese in einen GPS-Tracker, aber auch in passende Apps auf dem Smartphone, importieren.

02.11.2022 - Bistum Regensburg