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Bischof Rudolf besucht am Welttag der Kranken das Bezirksklinikum in Mainkofen

Samariterdienst am Nächsten

MAINKOFEN (pdr/sm) – „Wir sind hier in der Herberge des barmherzigen Samariters, egal ob mit oder ohne Krankenakte“, sagte Bischof Rudolf am vergangenen Samstagabend bei seinem Besuch im Bezirksklinikum Mainkofen. Zum Welttag der Kranken feierte er in der Dreifaltigkeitskirche Mainkofen mit Bediensteten und Patienten Gottesdienst. Zuvor hatte er sich bei einem Rundgang mit der Klinikleitung über die gesamte Einrichtung informiert. 

Gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich, dem kommissarischen Ärztlichen Direktor Bernd Weigel, Pflegedirektor Gerhard Kellner und Gesamtpersonalratsvorsitzendem Elmar Eckert führte Krankenhausdirektor Uwe Böttcher den Bischof durch das weitläufige Gelände. Mit dabei waren auch Dekan Josef Geismar, Krankenhausseelsorger Thomas Strunz und Klinikseelsorger Diakon Slavko Radeljic-Jakic. Modern und kompetent präsentierte sich das Bezirksklinikum Mainkofen als Lehrkrankenhaus der Deutschen Akademie für Gerontopsychiatrie und Gerontopsychotherapie. 

Es ist die größte Gesundheitseinrichtung in Niederbayern. In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie befinden sich 390 Betten, die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie hat 80 Betten, die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie zählt 152 Betten, das Neurologische Zentrum 92 Betten und die Rehabilitationsklinik Alkure hat 13 Betten. Die Institute für Diagnostische Radiologie, Innere Medizin und Labordiagnostik sowie für Neurophysiologische Diagnostik und Neurosonologie ergänzen das stationäre Angebot. 

„Wir beschäftigen 1600 Mitarbeiter und zählen zu den größten Arbeitgebern der Region“, erklärte Krankenhausdirektor Böttcher. „Unsere Mitarbeiter sind das wertvollste Gut im Unternehmen, und wir bringen allen Mitarbeitern in allen Arbeitsbereichen eine gleich hohe Wertschätzung entgegen, ganz ungeachtet der Verschiedenartigkeit von Ausbildungen und Aufgaben.“ 

Gegründet wurde die damalige Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen 1911 nach vierjähriger Planungs- und Bauphase mit damals 30 Gebäuden. Teilweise stehen die im prächtigen ländlichen Jugendstil errichteten Gebäude noch, so bildet heute das Gebäude mit dem auch in Niederbayern einmaligen Jugendstil-Festsaal den Mittelpunkt der großen Anlage. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Gebäude mehr als verdreifacht. Es wurde großzügig saniert, vieles neu gebaut und das Klinikum ist mit modernster Medizintechnik bestens ausgestattet. 

Humane Psychiatrie

„Neben der bestmöglichen Betreuung der Patienten ist es uns ein besonderes Anliegen, die Psychiatrie transparenter zu gestalten und durch mehr Verständnis und bessere gesellschaftliche Akzeptanz der sozialen Integration psychisch Kranker den Weg zu ebnen. Vor allem mit qualifiziertem Fachpersonal wurde einer humanen Psychiatrie zum Durchbruch verholfen“, erklärte der Krankenhausdirektor. Rund 9000 Patienten werden im Jahr hier behandelt. 

Sehr interessiert zeigte sich Bischof Rudolf auch an der bereits begonnenen Umgestaltung. So sollen in Zukunft Ein- bis Zwei-Bett-Zimmer Standard sein und nicht wie bisher in den „älteren Gebäuden“ Fünf-Bett-Zimmer. Man merke bereits jetzt, dass es in den kleineren Zimmern in den neuen Gebäuden weniger Konflikte und Stress gebe. „Die Patienten sind insgesamt höher zufrieden.“ Die ganze Umgestaltung ist mit einer Investition von 150 Millionen Euro für Renovierungen und Neubauten veranschlagt. Etliches sei bereits umgesetzt, bei anderen Objekten sei man mittendrin. „Wir gehen über den Krankenhausstandard hinaus“, betonte Böttcher. 

Dunkles Kapitel

Zum Bezirksklinikum Mainkofen gehört auch der „Ort des Erinnerns“ an die Opfer in der Psychiatrie während des Nationalsozialismus von 1934 bis 1945. Es sei das dunkelste Kapitel in der über 100-jährigen Geschichte des Klinikums, sagte der Klinikleiter. Zwei Jahre wurde an der Gedenkstätte, dem Ort der Stille auf dem ehemaligen Friedhofsgelände, gebaut, gestaltet und diese schließlich 2014 eröffnet. Hier soll ein bewusstes Erinnern ermöglicht werden an alle Opfer, die Unmenschliches erleiden mussten. Bischof Rudolf trug sich hier in das Gedenkbuch ein, nachdem er für die Opfer gebetet hatte. Seinen Wunsch, dass alle aus der Geschichte lernen mögen, bekräftigte er damit: „Jeder Mensch hat als Bild Gottes eine unzerstörbare Würde.“ 

Schöne Begegnungen hatte Bischof Rudolf mit den Patienten. Sie sprachen und erzählten vertrauensvoll. So hörte er, dass es nie langweilig werde, dass ganz viel geboten sei und sich die Schwestern viel Mühe machten. Der Rundgang durch das weitläufige Parkgelände endete in der Dreifaltigkeitskirche, wo der Bischof mit den eingangs erwähnten Geistlichen sowie der Klinikleitung, den Mitarbeitern,  Patienten und politischen Mandatsträgern Gottesdienst feierte. Vom Evangelium über den barmherzigen Samariter schlug er gekonnt die Brücke zum Bezirksklinikum. Er dankte allen im medizinischen, pflegerischen, verwaltungstechnischen und hauswirtschaftlichen Bereich Tätigen für ihr Engagement und das „Samaritersein“ in der Klinik. 

Musikalisch gestaltete der Rhythmische Chor Rettenbach unter der Leitung von Alexandra Gegenfurtner mit Liedern und einem „kleinen Orchester“ aus Flöte, Gitarre, Keyboard, Geige und Orgel den Gottesdienst. Nach einem Stehempfang wurde dem Bischof für seine hohe Wertschätzung gedankt, die er bei diesem Besuch der Klinikleitung, den Mitarbeitern und den Patienten gezeigt hatte.

13.07.2022 - Bistum Regensburg , Gedenken