„Wir bewegen das Land“ (Mittwoch, 27. November 2019 07:26:00) / Bistum Regensburg / Katholische Sonntagszeitung

Katholische Landjugendbewegung feiert 70-jähriges Bestehen im Bistum Regensburg

„Wir bewegen das Land“

BARBING (pdr/sm) – „Nachhaltigkeit, Kultur, Respekt, Ideenreichtum, Zukunft“, so zählten zu Beginn des Gottesdienstes Mitglieder der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) laut verschiedene Begriffe auf, die eine Verbindung zu ihrem Verband haben. Rund 200 Mitglieder und Ehemalige haben vergangenen Samstagabend den 70. Geburtstag der Katholischen Landjugendbewegung in der Diözese Regensburg gefeiert. Neben dem Pontifikalamt in der Kirche St. Martin in Barbing, das Bischof Rudolf Voderholzer zelebrierte, gab es auch ein ausgedehntes Abendprogramm. 

In seiner Predigt am Vorabend des Christkönigsfestes kam Bischof Rudolf Voderholzer auch darauf zu sprechen, was für einen seltsamen Gott die Menschen doch hätten und wie sehr er sich von den irdischen Königen unterscheide: „Die Könige, die es auf der Erde gibt, tragen kostbare und mit Juwelen durchsetzte Kronen. Unser König trägt eine Dornenkrone. Die irdischen Könige haben Soldaten, die für sie sterben, während unser himmlischer König selbst gestorben ist, damit wir das Leben haben.“ Gottes Herrschaft bestehe im Dienen, fasste der Bischof zusammen.

Dienen und herrschen

Bischof Rudolf leitete den Begriff des Dienens, im Sinne von Herrschen, auch noch über andere Beispiele her: Was bedeute es, wenn man sage, dass man ein Instrument oder eine Fremdsprache beherrsche? „Ein Instrument zu beherrschen, setzt viel Bemühung und Beschäftigung voraus.“ Man müsse dem Instrument oder der Sprache dienen, damit man es wirklich beherrschen könne. „Auch Jesus möchte uns so beherrschen wie jemand, der eine Fremdsprache beherrscht, damit er Gedichte in dieser Sprache schreiben kann“, sagte Voderholzer. Es sei sein Wunsch an die Landjugendbewegung, dass sie das, was in der Dialektik von Lieben, Dienen und Herrschen stecke, verinnerliche und dass Christus das Beste aus ihnen herausholen möge.

KLJB buchstabiert

Nach dem Gottesdienst war gemeinsames Abendessen im Gasthof. Zum weiteren Programm gehörte das sogenannte Couchgeflüster: Zu jedem Buchstaben des Kürzels „KLJB“ kamen Mitglieder beziehungsweise ehemalige Mitglieder auf die Bühne. Zu den ersten drei Buchstaben saßen jeweils vier verschiedene Ehemalige auf der Bühnen-Couch. Sie erzählten von ihren früheren Funktionen, welche Bedeutung der ausgewählte Buchstabe für sie habe und was ihr Wunsch für die Zukunft der KLJB sei. Dabei stand der Buchstabe „K“ für „Katholisch“, „L“ für „Landwirtschaft“, „J“ stand für „Jugend“ und der letzte Buchstabe „B“ für „Bewegung“. 

Die Vertreter der Seelsorge standen beim Buchstaben „K“ auf der Bühne: So erzählte Prälat Bernhard Piendl von der damaligen intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema: „Was kann die Kirche zu politischen Fragen sagen?“ Und Reinhard Röhrner, ehemaliger Seelsorger in Straubing, kreidete an, dass trotz aller Kommunikation zu wenig geredet werde. Denn wichtig sei das „Zusammensitzen und lockere Reden“. Und das lockere Reden komme oft viel zu kurz: „So etwas passt eben nicht auf eine Whatsapp-Nachricht“.

Das „Land“ im Blick

Beim Buchstaben „L“ holte man Vertreter der Landesebene und Befürworter der Natur auf die Bühne. Bezirksbäuerin Rita Blümel sagte: „Wichtig ist, dass es immer Landwirte gibt. Und es wird sie immer geben.“ Und Stefan Gerstl fügte an: „Wir sind mit dem Bewusstsein auf dem Land aufgewachsen und wünschen uns, dass die Landwirtschaft wieder mehr wertgeschätzt wird.“

Beim Buchstaben „J“ kamen Vertreter des aktiven Kreises auf Diö­zesanebene nach oben. Helmut Brunner, ehemaliger Diözesanvorsitzender, sagte zum Thema „Gemeindejugendrat spielen“: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zehn junge Menschen jeden Gemeinderat beeindrucken können.“ Man müsse nur mit konkreten Ideen zum Gemeinderat gehen, dann könne man ihn nicht nur beeindrucken, sondern auch dessen Unterstützung finden. Auch Max Hastreiter, Diözesanvorstandsmitglied der Katholischen Landvolkbewegung, pflichtete ihm bei und sagte: „Ich wünsche der Landjugend den nötigen Biss, der zuletzt etwas gefehlt hat.“ 

Beim Buchstaben „B“ erhoben sich alle ehemaligen Vorstandsmitglieder im ganzen Saal und stellten sich in einer Reihe vor der Bühne auf: Die lange Schlange ging von links, wo die ältesten Vertreter standen, bis ganz nach rechts, wo der aktuelle Vorstand sich einreihte. 

Bis weit nach Mitternacht feierten die Gäste das KLJB-Jubiläum mit Musik und Tanz.

27.11.2019 - Bistum Regensburg , Jubiläum