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Bischof ruft zu Friedensgebet auf

Sind Schwestern und Brüder

REGENSBURG (pdr/sm) – Täglich kommen neue Schreckensmeldungen aus der Ukraine, in die russische Truppen seit 24. Februar einmarschieren. In dieser Situation ruft der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer alle Gläubigen im Bistum dazu auf, gemeinsam mit ihm für den Frieden zu beten. 

„Jeder Mensch ist geschaffen und berufen, seine Mitmenschen als Schwestern und Brüder zu erkennen. Bitte lassen Sie uns deshalb darum beten, dass sich die verfeindeten Parteien die Hände reichen, dass sie mit aller gebotenen Klugheit und den Gaben des Heiligen Geistes um Gerechtigkeit ringen“, appelliert der Bischof. Er erinnert an Johannes Paul II., der in seiner Neujahrsansprache an das diplomatische Korps in Rom im Januar 2003 sagte: „Nein zum Krieg! Er ist nie ein unabwendbares Schicksal. Er ist immer eine Niederlage der Menschheit.“ 

Bischof Rudolf bittet die Pfarreien des Bistums, seinen Appell aufzugreifen und in allen Gottesdiensten um den Frieden zu beten. „Darüber hinaus lade ich jeden Einzelnen von Ihnen herzlich ein, eine Kerze vor den vielen Marienaltären in den Kirchen des Bistums zu entzünden. Zuallererst denke ich dabei an den Seitenaltar der Gottesmutter im Regensburger Dom. Sie setzen damit ein persönliches Zeichen der geschwisterlichen Verbundenheit.“ Der Bischof erinnert besonders an die Bürgerinnen und Bürger der Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa, mit denen die Regensburger seit mehr als drei Jahrzehnten eine Partnerschaft pflegen.

Gleichzeitig ruft der Regensburger Bischof zur Solidarität mit den Menschen auf, die bereits flüchten mussten oder Opfer von Gewalt wurden. „Über die Hilfswerke Caritas international, Renovabis und Kirche in Not können Sie die Menschen in der Ukraine unterstützen, die bereits in Not geraten sind, weil Gewalt und Zerstörung ihre Lebensgrundlagen vernichteten.“

Zuletzt erinnert Bischof Rudolf  an das Friedensgebet des heiligen Franziskus: „Möge es uns allen ein Ansporn sein, den Himmel um seine Hilfe zu bitten, wo Feindschaft und Hass bereits tiefe und unüberwindbar erscheinende Gräben eingerissen haben.“

Friedensgebet des
heiligen Franziskus

„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt!

Herr, lass mich trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwachet zum ewigen Leben.“

02.03.2022 - Bistum Regensburg