Große Mehrheit der Brasilianer will gläubigen Präsidenten (Mittwoch, 14. März 2018 14:25:00) / Buntes / Katholische Sonntagszeitung

Umfrage

Große Mehrheit der Brasilianer will gläubigen Präsidenten

Vier von fünf Brasilianern wünschen sich einen Präsidenten, der an Gott glaubt. Das geht aus einer am Dienstag vom brasilianischen Industrieverband CDI veröffentlichte Umfrage hervor. Demnach ist es jedoch nur für 29 Prozent der Befragten wichtig, dass der neue Staatschef auch ihrer eigenen Religion angehört. Anfang Oktober wählt Brasilien einen Nachfolger für Präsident Michel Temer.

Für 87 Prozent der Befragten ist es zudem von Bedeutung, dass die Kandidaten im Wahlkampf nicht lügen. 84 Prozent wollen keinen in Korruptionsskandale verwickelten Kandidaten wählen. Gegen den aktuellen Präsidenten Temer liegen zwei Anklagen wegen Korruption vor, Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (2003 bis 2010) droht nach einer Verurteilung zu zwölf Jahren und einem Monat Gefängnis derzeit die Verhaftung. Gegen Dilma Rousseff (2011 bis 2016) laufen Ermittlungen wegen unerlaubter Parteispenden.

Laut dem staatlichen Statistikamt IBGE bezeichnen sich rund 87 Prozent der 210 Millionen Brasilianer als Christen. Davon entfallen 65 Prozent auf die katholische Kirche, 22 Prozent gehören evangelischen Kirchen und evangelikalen Pfingstkirchen an. Der von libanesischen Einwanderern abstammende Temer wuchs als Maronit auf und bezeichnet sich heute als Katholik. Auch Lula da Silva und Rousseff betonten stets ihre Zugehörigkeit zur katholischen Kirche, gelten jedoch als nicht streng gläubig.

Lula da Silva führt zwar derzeit die Umfragen zu den Präsidentschaftswahlen an; allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die brasilianische Justiz seine Kandidatur zulässt. Präsident Temers Wiederwahl gilt derweil als unwahrscheinlich, seine Beliebtheitswerte liegen derzeit bei vier Prozent. Rousseff hat eine erneute Kandidatur ausgeschlossen. Wer tatsächlich zur Wahl antreten wird, wird erst Mitte August feststehen. Bis dahin müssen alle Politiker ihre Kandidatur beantragt haben.

KNA

14.03.2018 - Lateinamerika , Politik