Kardinal und Karneval - Woelki bei jeckem Gottesdienst im Dom (Freitag, 11. Januar 2019 13:30:00) / Buntes / Katholische Sonntagszeitung

Kardinal und Karneval

Woelki bei jeckem Gottesdienst im Dom

Köln – Jecke und auch weihnachtliche Töne im Kölner Dom: Mit einem stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst haben die Karnevalisten am Donnerstagabend die fünfte Jahreszeit auch religiös eingeläutet. Bei der traditionellen Feier mit dem Kölner Dreigestirn sagte Kardinal Rainer Maria Woelki, dass Kölsch die Sprache Gottes sei. Er erinnerte an das Lied "Drink doch eine met" der Bläck Fööss; schöner könne man Nächstenliebe einfach nicht zum Ausdruck bringen.

Die Sprache Gottes sei die Sprache "der Mitmenschlichkeit und Solidarität", betonte der Erzbischof. "Es ist eine Sprache, die Unterschiede respektiert, aber keine Unterschiede macht." Sie könne auch ohne Worte weitergegeben werden, in dem man sich für mehr Fairness in der Gesellschaft engagiere, Kinder und Jugendlichen Perspektiven eröffne oder Einsame und Trauernde ins Leben zurückhole.

Zu Beginn der Feier, an der auch der evangelische Pfarrer Gebhard Müller und Stadtdechant Robert Kleine teilnahmen, entzündete das Kölner Kinderdreigestirn eine von ihm selbst gebastelte Karnevalskerze. Darauf dargestellt sind der Dom, blaue Wellenlinien für den Rhein, drei Sterne für die Heiligen Drei Könige und Sprechblasen als Zeichen für die in Köln gepflegten 180 Sprachen.

Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, schenkte Woelki eine Stola, die auf der Vorderseite das Vaterunser auf Kölsch zeigt und auf der Rückseite bunte Quadrate eines Lappenclowns. Dies sei schon vorab ein Dank für die gemeinsame Pilgerfahrt, die den Kardinal und das Dreigestirn kommende Woche zur Generalaudienz mit Papst Franziskus führen wird. Der Erzbischof segnete die Stola und trug sie anschließend bei dem Karnevalsgottesdienst. Auch Papst Franziskus wird am Mittwoch eine solche närrische Stola überreicht bekommen.

Die Kollekte in der Feier kommt laut Erzbistum der Titelkirche von Woelki, San Giovanni Maria Vianney im Osten Roms, zugute. Mit dem Geld werde die dortige Jugendfreizeiteinrichtung umgebaut und erweitert.

KNA