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Rot wie Märtyrer-Blut

"Red Wednesday" macht auf verfolgte Christen aufmerksam

Mit einem "Red Wednesday" (Roten Mittwoch) soll rund um den 24. November in Deutschland auf das Schicksal verfolgter Christen weltweit aufmerksam gemacht werden. An dem von der Hilfsorganisation "Kirche in Not" initiierten Projekt wollen sich nach deren Angaben mehr als 70 Pfarrgemeinden beteiligen, darunter die Kathedralen in Passau und Paderborn. Die Idee, Kirchen und öffentliche Gebäude in rotes Licht zu tauchen in Erinnerung an das Blut der Märtyrer komme aus Brasilien. Vielerorts fänden auch Gebete und Andachten für verfolgte Christen statt.

Nach den Worten des Geschäftsführers von "Kirche in Not", Florian Ripka, findet Christenverfolgung Tag für Tag statt. Aber auch andere religiöse Gruppen litten unter dschihadistischem Terror, autoritären Regimen wie in China oder einem erstarkenden Nationalismus, der das Christentum als "kulturfremd" ansehe. Ein Beispiel dafür sei der wachsende Hindu-Nationalismus in Indien. "Große Sorgen machen wir uns aktuell um die Länder in Subsahara-Afrika. Dort explodiert der Terror", so Ripka. Dazu komme, dass Christenverfolgung inzwischen auch digital stattfinde. Ein Beispiel dafür seien die Massenüberwachungssysteme in China.

"Es wird immer gefährlicher, Christ zu sein", erklärte der Geschäftsführer. Das zeigten auch aktuelle Erhebungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Demnach sei die Zahl der Hassverbrechen gegen Christen und christliche Einrichtungen im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen. Noch höher sei der Anstieg bei antisemitischen Gewaltverbrechen. "Wer für verfolgte Christen betet, darf Religionsfreiheit insgesamt nicht vergessen", sagte Ripka.

"Kirche in Not" dokumentiert regelmäßig in einem Bericht Verstöße gegen die Religionsfreiheit und die Menschenrechtslage in 196 Ländern weltweit. Niemand könne aber seriös sagen, wie viele Christen tatsächlich verfolgt seien, räumte Ripka ein. Auch da gehe es um Glaubwürdigkeit. Doch wer die Erkenntnisse aus den Erhebungen "Religionsfreiheit weltweit" hochrechne, stelle fest: Zwei Drittel der Menschen lebten weltweit in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt sei, erläuterte der "Kirche in Not"-Geschäftsführer.

Das entspreche 5,2 Milliarden Menschen. Die Zahl der Christen in diesen Ländern liege bei über 600 Millionen. Das heiße nicht, dass alle diese Gläubigen blutig verfolgt würden. Aber sie lebten unter Umständen, die ihr alltägliches und religiöses Leben beeinträchtigten.

KNA