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Zuviel Brot landet im Müll

WWF fordert Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Ein stärkeres Vorgehen gegen Lebensmittelverschwendung fordert die Umweltschutzorganisation WWF. Brot und Backwaren gehörten in Deutschland zu den am häufigsten weggeworfenen Lebensmitteln. Die Verluste würden auf insgesamt etwa 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt, erklärte die Organisation in Berlin aus Anlass des "Tages der Lebensmittelverschwendung" am 2. Mai. "Die Ernte von rund 398.000 Hektar Ackerland wird so verschwendet. Das entspricht der Fläche von Mallorca."

Der WWF fordert von der Bundesregierung, dass Lebensmittelüberschüsse wie Backwaren-Retouren nicht länger vom Handel als Verluste steuerlich abgesetzt werden könnten. "Der Staat subventioniert so Lebensmittelverschwendung. Bundesfinanzminister Lindner muss dem ein Ende setzen", sagte Tanja Dräger, Ernährungsexpertin beim WWF Deutschland.

Die Ampel solle außerdem zügig den Beschluss des Bundesrates zur Lebensmittelverschwendung aufgreifen und konkrete Umsetzungsvorschläge für eine gesetzlich verankerte Pflicht zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erarbeiten. Wegwerfverbote allein für den Lebensmitteleinzelhandel griffen nur am Ende der Kette. Der WWF forderte erneut die Einrichtung einer bundesweit zuständigen, unabhängigen Kompetenzstelle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

"Wir vergeuden wertvolles Getreide - und das, während der Krieg gegen die Ukraine zu Ausfällen bei Getreideimporten führt", kritisierte Dräger. Laut Erhebungen aus dem Jahr 2015 fielen 49 Prozent der Verluste im Haushalt an. Nicht verkaufte Ware aus Bäckereien und dem Handel schlagen mit 36 Prozent beziehungsweise 13 Prozent zu Buche. Die restlichen zwei Prozent fallen in der Außer-Haus-Verpflegung an.

Einer WWF-Analyse zufolge werden in Deutschland im Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. 10 Millionen davon wären bereits heute vermeidbar. Daran erinnert der WWF symbolisch am 2. Mai, dem Tag, ab dem rechnerisch für den Teller und nicht mehr für die Tonne produziert werde.

KNA

02.05.2022 - Ernährung , Politik , Umwelt