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Exklusiv-Interview

„Gott ist die Liebe in Person“

Sarah Kaiser ist eine charismatische Sängerin. Seit knapp zwei Jahrzehnten tourt die Berlinerin mit ihrer Band durch Deutschland und darüber hinaus und verbindet dabei modernen Jazz mit Pop, Soul und Gospel. Im Exklusiv-Interview erzählt die vielseitig interessierte Frau von ihrem Glauben an Gott, ihrer Stimme, der Musik und ihrem neuen Album „Vom Himmel hoch“.

Frau Kaiser, können Sie sich bitte ein wenig beschreiben?

Es gibt so viele Arten, sich zu beschreiben, und so viele verschiedene Wahrnehmungen. Ein Versuch: Ich bin Sängerin, Gesangscoach, Chorleiterin, Berlinerin, leidenschaftlich, gesellig, genau, neugierig, abenteuerlustig, chaotisch, strukturiert, Jesus-Nachfolgerin. Die Liste könnte man beliebig verlängern. Aber besser wäre es sicher, mich kennenzulernen. 

Glauben Sie an Gott oder eine höhere Instanz?

Ja, das tue ich. Ich glaube an den dreieinen Gott, der sich im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat. Ich glaube, dass Gott voller Liebe ist, ja, dass er die Liebe in Person ist. 

Sind Sie Gott dankbar, Menschen mit Ihrer schönen Stimme begeistern zu können? 

Danke für das Kompliment! Ja, ich bin sehr dankbar für meine Stimme, und dass ich mit ihr singen kann und darf und damit Menschen berühren, begeistern und beschenken. Es berührt mich immer wieder, wenn ich erlebe und Feedback bekomme, dass das so ist. 

 

Warum sind viele Menschen der Ansicht, dass Glaube etwas Persönliches ist?

Das müssen Sie genau diese Menschen fragen. Meine Meinung ist die: Natürlich ist Glaube in allererster Linie etwas ganz Privates, Persönliches. Jedoch hat es, wie so viele Dinge im Leben, Auswirkungen auf mein ganzes Leben und Handeln und ist somit schnell auch nicht mehr privat, sondern auch sozial und gesellschaftlich relevant.  

Kann die Musik die Trias Glaube, Liebe und Hoffnung vermitteln?

Auf jeden Fall. Musik ist eine Sprache für sich, die viele Emotio­nen vermittelt und mehr als das. Wir haben, glaube ich, alle schon mal erlebt, wie stark Musik uns berühren und beeinflussen kann. Und wenn sie dann noch mit Worten transportiert wird, übermittelt sich durch so manches Lied oder Musikstück Glaube, Liebe und Hoffnung effektiver als nur durch Worte. 

Inwiefern ist es wichtig, in Zeiten wie diesen gefühlvoll und empathisch zu leben?

Ich weiß nicht, ob es nur in Zeiten wie diesen wichtig ist. Ist es das nicht immer? Empathie ist eine wichtige Fähigkeit im zwischenmenschlichen Austausch. Falls Ihre Frage sich auf die Corona-Krise bezieht: So viele von uns sind auf so unterschiedliche Weise davon betroffen, viele haben Ängste und Sorgen, manche sind existentiell bedroht, andere gesundheitlich. Gerade in solchen Zeiten brauchen wir besonders viel Empathie und Verständnis füreinander sowie die Bereitschaft, Rücksicht auf andere zu nehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. 

Sie haben ein neues Musikalbum herausgebracht. Was macht es so besonders? 

„Vom Himmel hoch“ ist mein sechstes Album, ein Weihnachts­album. Für mich ist es ganz besonders, weil mit Streichquartett. Ich bin Jazz-, Soul- und Popsängerin und habe bisher alle Alben mit meiner Band sowie den soul- und jazztypischen Bläsern aufgenommen – noch nie mit Streichquartett. Dieser ganz eigene, manchmal so kammermusikalische Sound berührt mich sehr und prägt diese Platte maßgeblich. 

Die Liedauswahl geht durch die Jahrhunderte, wobei wir vor allem ältere Schätze und Klassiker wie „Stille Nacht“, „Wie soll ich Dich empfangen“, „Hört der Engel helle Lieder (Gloria)“ und „Vom Himmel hoch“ ausgewählt haben. Martin Rott und Samuel Jersak haben ganz berührende, wunderschöne Arrangements für die Streicher geschrieben. Ich bin sehr stolz auf dieses Werk und hoffe, es trotz Corona sehr bald und noch viele Jahre vor möglichst vielen Menschen auch live präsentieren zu dürfen. 

Martin Luthers „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ kann auch der Integrationsfrage zugeordnet werden. Teilen Sie diese Ansicht?

Martin Luthers „Aus tiefer Not“ ist ja eine Psalmvertonung, er hat den 130. Psalm dort melodisch verarbeitet. Das hat erstmal nichts mit Integration zu tun. Ich vermute, Sie meinen die Version des Liedes auf meiner CD „Freiheit – Auf den Spuren Martin Luthers“?  Man muss diese Version, glaube ich, hören, um zu verstehen, was Sie meinen. Luther hat eine phrygische Melodie gewählt. Die phrygische Tonleiter klingt sehr orientalisch. 

Als ich meine Version von „Aus tiefer Not“ entwickelte, war 2016 – eigentlich noch mitten in der großen Flüchtlingskrise in Europa und ein Jahr vor dem 500. Reforma­tionsjubiläum. Meine CD „Freiheit“ erschien anlässlich dieses Jubiläums und sollte eine Beschäftigung mit dem Thema Reformation allgemein sein. Dabei war mir wichtig, in meinen Liedern eine Brücke zu schlagen zwischen damals und heute. Was hat das, was vor 500 Jahren geschehen ist, mit unserem Leben heute zu tun? 

Als ich mich mit Luthers Version von „Aus tiefer Not“ beschäftigte, stellte ich mir die Frage, wer dieses Lied heute singen würde? Mit der Melodie kamen mir sofort die Menschen in den Sinn, die heute in tiefer Not sind, die Tod und Vertreibung, Hunger und Verzweiflung erlebt haben. Und mir war klar, dass die Version 2016 aus ihrer Perspektive erzählt und gesungen werden muss. So entstanden mein neuer Text und unsere Version. 

Was oder wen möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen? 

Wen: alle, die sich von meiner Musik erreichen lassen. Möglichst viele Menschen. Was: Freude schenken, Perspektiven eröffnen, zum Nachdenken, Tanzen, Träumen, Beten, Feiern und Genießen einladen. Mich berührt es sehr, wenn ich erfahre, wie jemand durch meine Lieder getröstet oder berührt wurde, vielleicht sogar eine Gottesbegegnung hatte. Dann weiß ich: Meine Arbeit, meine Musik war nicht umsonst, nicht nur für den Moment, sondern für die Ewigkeit. Das klingt vielleicht groß, aber ist es beizeiten auch. Das macht mich sehr dankbar. 

Welche Vorbilder haben Sie in und abseits der Musikwelt?

In der Musikwelt: Bobby McFerrin, Dianne Reeves, Beady Belle, Don Potter und so viele andere Musiker, die mich über die Jahre inspiriert haben durch ihr Talent, ihre Gaben, ihre Haltung, ihre Musik. Abseits: verschiedene Persönlichkeiten für verschiedene Situationen. Martin Luther King Jr. und Nelson Mandela haben mich durch ihre Charakterstärke, Weitsicht, moralische Stärke, Beständigkeit und Bereitschaft, Vergebung zu leben stark inspiriert. Eine gute Freundin von mir ist mir Vorbild, was Kindererziehung angeht. Und so könnte ich die Liste beliebig weiterführen.  

Ihr Beitrag für eine friedlichere und solidarischere Welt…

... beginnt bei mir selbst, im Alltag und in unmittelbarer Nachbarschaft: Wie steht es um mein Herz, wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Und zieht dann Kreise: Rücksicht auf die Umwelt, Nachhaltigkeit. Verzicht auf Konsumgüter, die durch Sklavenarbeit produziert wurden. Ich bin seit einigen Jahren Künstlerbotschafterin für „International Justice Mission“ (IJM), eine Nicht-Regierungs-Organisa­tion,­ die sich dafür einsetzt, dass heutige Formen der Sklaverei ein Ende haben. Wussten Sie, dass es heute mehr Sklaven gibt als je zuvor in der Menschheitsgeschichte? IJM befreit und versorgt Opfer und bringt Täter vor Gericht. 

Für welche Werte lohnt es sich immer zu kämpfen?

Für Nächstenliebe, Liebe, Treue, Versöhnung, Hoffnung, Verständigung ... 

Haben Sie ein Lebensmotto? 

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich (Lk 18,27).

Interview: Andreas Raffeiner

Martin Luthers „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ kann auch der Integrationsfrage zugeordnet werden. Teilen Sie diese Ansicht?

Martin Luthers „Aus tiefer Not“ ist ja eine Psalmvertonung, er hat den 130. Psalm dort melodisch verarbeitet. Das hat erstmal nichts mit Integration zu tun. Ich vermute, Sie meinen die Version des Liedes auf meiner CD „Freiheit – Auf den Spuren Martin Luthers“?  Man muss diese Version, glaube ich, hören, um zu verstehen, was Sie meinen. Luther hat eine phrygische Melodie gewählt. Die phrygische Tonleiter klingt sehr orientalisch. 

Als ich meine Version von „Aus tiefer Not“ entwickelte, war 2016 – eigentlich noch mitten in der großen Flüchtlingskrise in Europa und ein Jahr vor dem 500. Reforma­tionsjubiläum. Meine CD „Freiheit“ erschien anlässlich dieses Jubiläums und sollte eine Beschäftigung mit dem Thema Reformation allgemein sein. Dabei war mir wichtig, in meinen Liedern eine Brücke zu schlagen zwischen damals und heute. Was hat das, was vor 500 Jahren geschehen ist, mit unserem Leben heute zu tun? 

Als ich mich mit Luthers Version von „Aus tiefer Not“ beschäftigte, stellte ich mir die Frage, wer dieses Lied heute singen würde? Mit der Melodie kamen mir sofort die Menschen in den Sinn, die heute in tiefer Not sind, die Tod und Vertreibung, Hunger und Verzweiflung erlebt haben. Und mir war klar, dass die Version 2016 aus ihrer Perspektive erzählt und gesungen werden muss. So entstanden mein neuer Text und unsere Version. 

Was oder wen möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen? 

Wen: alle, die sich von meiner Musik erreichen lassen. Möglichst viele Menschen. Was: Freude schenken, Perspektiven eröffnen, zum Nachdenken, Tanzen, Träumen, Beten, Feiern und Genießen einladen. Mich berührt es sehr, wenn ich erfahre, wie jemand durch meine Lieder getröstet oder berührt wurde, vielleicht sogar eine Gottesbegegnung hatte. Dann weiß ich: Meine Arbeit, meine Musik war nicht umsonst, nicht nur für den Moment, sondern für die Ewigkeit. Das klingt vielleicht groß, aber ist es beizeiten auch. Das macht mich sehr dankbar. 

Welche Vorbilder haben Sie in und abseits der Musikwelt?

In der Musikwelt: Bobby McFerrin, Dianne Reeves, Beady Belle, Don Potter und so viele andere Musiker, die mich über die Jahre inspiriert haben durch ihr Talent, ihre Gaben, ihre Haltung, ihre Musik. Abseits: verschiedene Persönlichkeiten für verschiedene Situationen. Martin Luther King Jr. und Nelson Mandela haben mich durch ihre Charakterstärke, Weitsicht, moralische Stärke, Beständigkeit und Bereitschaft, Vergebung zu leben stark inspiriert. Eine gute Freundin von mir ist mir Vorbild, was Kindererziehung angeht. Und so könnte ich die Liste beliebig weiterführen.  

Ihr Beitrag für eine friedlichere und solidarischere Welt…

... beginnt bei mir selbst, im Alltag und in unmittelbarer Nachbarschaft: Wie steht es um mein Herz, wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Und zieht dann Kreise: Rücksicht auf die Umwelt, Nachhaltigkeit. Verzicht auf Konsumgüter, die durch Sklavenarbeit produziert wurden. Ich bin seit einigen Jahren Künstlerbotschafterin für „International Justice Mission“ (IJM), eine Nicht-Regierungs-Organisa­tion,­ die sich dafür einsetzt, dass heutige Formen der Sklaverei ein Ende haben. Wussten Sie, dass es heute mehr Sklaven gibt als je zuvor in der Menschheitsgeschichte? IJM befreit und versorgt Opfer und bringt Täter vor Gericht. 

Für welche Werte lohnt es sich immer zu kämpfen?

Für Nächstenliebe, Liebe, Treue, Versöhnung, Hoffnung, Verständigung ... 

Haben Sie ein Lebensmotto? 

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich (Lk 18,27). Interview: Andreas Raffeiner

 

Verlosung:

Sarah Kaisers aktuelles Weihnachtsalbum „Vom Himmel hoch“ ist bei Gerth Medien erschienen (EAN: 4029856400464). Wir verlosen zehn CDs. Wenn Sie gewinnen möchten, schicken Sie bis 1. Dezember eine Postkarte mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an: Neue Bildpost bzw. Katholische SonntagsZeitung, Stichwort „Himmelhoch“, Henisiusstraße 1, 86152 Augsburg. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail: redaktion@suv.de. Allen Teilnehmern viel Erfolg!

26.11.2020 - Glaubensleben , Interview , Musik