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Papst erinnert an Getöteten

36 Schweizergardisten vereidigt

Die Päpstliche Schweizergarde hat am Freitag 36 neue Mitglieder vereidigt. Vor dem Substituten des Staatssekretariats als Vertreter des Papstes, Erzbischof Edgar Pena Parra, schworen sie "treu, redlich und ehrenhaft zu dienen, dem regierenden Papst Franziskus und seinen rechtmäßigen Nachfolgern". Falls notwendig seien sie auch bereit, für den Schutz des Papstes ihr "Leben hinzugeben".

Papst Franziskus hatte die neuen Gardisten und ihre Familien am Mittag empfangen. Dabei dankte er ihnen, "einige Jahre Ihres Lebens einer ebenso faszinierenden wie verantwortungsvollen Aufgabe im Herzen der Weltkirche zu widmen". Bei der Begegnung gedachte der Papst auch des Ex-Gardisten, der am vorigen Sonntag in Trun in Graubünden bei einem Unfall durch einen Schuss am Kopf getötet wurde. Der Mann hatte von 2018 bis 2021 bei der Garde gedient und war erst kürzlich in die Schweiz zurückgekehrt.

Die Zeremonie der Vereidigung war wegen Regens in die vatikanische Audienzhalle verlegt worden. Sie fand unter anderem im Beisein des Schweizer Bundespräsidenten Ignazio Cassis statt. Neun der neu vereidigten Hellebardiere stammen aus dem Kanton Luzern, sechs aus Freiburg, vier aus Waadt und drei aus Aargau.

Gardekommandant Oberst Christoph Graf lobte in seiner Ansprache die Schweizer Mentalität. Diese sei durch Integrität, Zuverlässigkeit, Treue, Toleranz, Dialog und gegenseitige Wertschätzung gekennzeichnet. Darüber hinaus forderte Graf die Gardisten auf, sich als Christen zu einem "Werkzeug des Friedens" machen zu lassen. Angesichts der gegenwärtigen Weltlage sei dies nötiger denn je.

Die Vereidigung der Gardisten findet jährlich am 6. Mai statt. Dies geschieht in Erinnerung an 147 Schweizergardisten, die an diesem Tag im Jahr 1527 bei der Plünderung Roms durch deutsche und spanische Söldner getötet wurden. Die restlichen Gardisten hatten den damaligen Papst Clemens VII. in die Engelsburg in Sicherheit gebracht.

Zur Vereidigung am 6. Mai reist meist eine hochrangige Schweizer Delegation in den Vatikan. In den beiden vergangenen Jahren fand die Zeremonie pandemiebedingt in kleinem Rahmen statt. Die Feier wird stets von Vertretern und Gruppen aus einem der 26 Kantone besonders gestaltet. In diesem Jahr war es Nidwalden in der Zentralschweiz.

KNA