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"Keine ärztliche Aufgabe"

Reinhardt gegen Verpflichtung zu Sterbehilfe für Mediziner

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich strikt dagegen verwahrt, Ärzte per Gesetz zur Sterbehilfe zu verpflichten. Er persönlich finde, Hilfe zur Selbsttötung sei definitiv keine ärztliche Aufgabe, sagte Reinhardt dem Radiosender MDR Aktuell. "Der Arzt ist dem Leben verpflichtet und nicht dem Sterben. Und der Patient, der soll an der Hand des Arztes sterben, aber nicht durch die Hand des Arztes."

Zugleich räumte Reinhardt ein, dass es Lebenssituationen gebe, "von denen man weiß, von jetzt an wird es nur noch schlechter und der Tod steht vor der Tür". Er habe Verständnis dafür, "dass Menschen diese allerletzte Strecke nicht gehen wollen". Zugleich warb er um Verständnis für Mediziner, die dann nicht Schicksal spielen wollten. Er habe aber auch Respekt vor Kollegen, die in solchen raren Fällen handelten.

Letztendlich müsse die Gesellschaft die Frage entscheiden, ob so etwas in das Verhältnis zwischen Arzt und Patient gestellt oder organisiert werde, betonte Reinhardt. Die Ärzteschaft werde sich "nicht proaktiv" am Zustandekommen eines solchen Konzeptes beteiligen. Reinhardt unterstrich aber nochmals die Bereitschaft, den Passus in der Berufsordnung zu ändern, der Ärzten kategorisch verbiete, Assistenz zum Suizid zu leisten.

KNA