Anzeige

Keine "Mehr" 2019

Augsburger Theologe Hartl plant "Wort zum Sonntag in cool"

Der katholische Theologe Johannes Hartl aus Augsburg liebäugelt mit neuen Angeboten zum Thema Glauben. Er denke etwa über Konferenzen in Stadien nach, sagte der 39-Jährige am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Vielleicht für Teenager, zum gemeinsamen Schweigen oder für Führungsleute. Denn ich empfinde einen Mangel an Diskurs über spirituelle Führung bei weltlichen Leitern - andersherum sehe ich bei deren geistlichen Pendants noch Luft nach oben bei Managerqualitäten.“

Mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verhandle er zudem über ein Religionsformat für Jugendliche, ergänzte Hartl. Dies könne eine Art „Wort zum Sonntag“ werden, „aber in cool“.

Hartl hatte kürzlich mit der Ankündigung überrascht, dass die Augsburger Glaubenskonferenz „Mehr“ 2019 nach elf Jahren erstmals ausfallen werde. Das ökumenische Christen-Treffen fand zuletzt Anfang Januar in der Augsburger Messe mit nach Veranstalterangaben knapp 12.000 Teilnehmern statt. „Wir brauchen einfach eine Pause“, erläuterte Hartl nun. „Wir wollen innehalten und unsere Glaubens- und Gemeinschaftserlebnisse verarbeiten.“ Die nächste „Mehr“ werde daher erst vom 3. bis 6. Januar 2020 stattfinden.

Deutlich früher veranstaltet das Augsburger Gebetshaus, das Hartl leitet, erstmals die „Schön“-Konferenz. Diese läuft vom 14. bis 17. Juni im Augsburger Kongress am Park und richtet sich unter anderem mit Diskussionen, Konzerten und Lesungen an Kunstfreunde und Kreative. Als Teilnehmer sind Prominente wie der Musiker Michael Patrick Kelly eingeplant. Der zunächst ebenfalls angekündigte Regisseur Wim Wenders hat seine Teilnahme inzwischen wegen anderer Termine abgesagt. Erwartet werden zur „Schön“ 800 bis 1.200 Besucher.

Er und seine Mitveranstalter seien überzeugt, „dass Gott Schönheit ist“, sagte Hartl. „Deshalb wollen wir dieses Thema mit der 'Schön' in den Fokus rücken und dabei zum Beispiel diskutieren, warum sich moderne Künste der Schönheit so oft verweigern - man vergleiche nur die heutige Architektur mit der von vor 100 Jahren.“

KNA

04.04.2018 - Bistum Augsburg , Jugend