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Deutsche Bischofskonferenz:

Corona belastet Christen im Heiligen Land massiv

Die Corona-Pandemie belastet nach den Worten deutscher Bischöfe die ohnehin "bedrückende Situation" vieler Christen im Heiligen Land massiv. Die Bischöfe bitten auch in diesem Jahr zum Palmsonntag (5. April) um Spenden für die Christen in der Region. Mit den Einnahmen aus der Spendenaktion sollen pastorale Projekte, sozial-caritative Vorhaben und Bildungsprogramme der Kirchen unterstützt werden, erklärte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn.

Wegen der Einschränkungen in Corona-Zeiten wird die Kollekte nicht in den Gottesdiensten stattfinden können. Mit Sorge blicken die Bischöfe daher auf mögliche Folgen der ausfallenden Sammlungen. "Wie kann die immer größer werdende Not der Menschen im Heiligen Land, vertieft durch die Corona-Pandemie, gemildert werden?", fragt der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz.

Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden werde auch im Heiligen Land enorm sein. "Die Christen dort sind noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe angewiesen. Das Heilige Land braucht gerade jetzt unsere Solidarität. Die deutschen Bischöfe rufen die Katholiken in Deutschland deshalb zu einer großherzigen Spende auf", sagte Schick. Die Bischöfe bitten darum, Spenden direkt dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande und dem Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz zukommen zu lassen.

Die Bischöfe weisen in ihrem Aufruf auf Ausgrenzungserfahrungen palästinensischer Christen hin. Als "Palästinenser, die immer noch keinen eigenen Staat haben, und als christliche Minderheit unter der großenteils muslimischen Bevölkerung" fühlten sie sich oft an den Rand gedrängt. Hoffnungszeichen gingen da von christlichen Schulen und Bildungseinrichtungen aus.

Diese Schulen legten einen Schwerpunkt auf interreligiöse Friedenserziehung von Juden, Christen und Muslimen und förderten eine offene und tolerante Atmosphäre in der Gesellschaft, hieß es. Darüber hinaus engagierten sich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande und das Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz, die die Mittel aus der Palmsonntagskollekte erhalten, auch in den angrenzenden Ländern des Nahen Ostens mit Seelsorge- und Sozialprogrammen.

KNA

31.03.2020 - Bischöfe , Finanzen , Heiliges Land