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Gedenkgottesdienste

Bischöfe nach Seilbahnunglück in Italien erschüttert

Nach dem Seilbahnunglück mit mehreren Toten im Norden Italiens haben sich die katholischen Bischöfe des Landes "zutiefst erschüttert" geäußert. "Wir nehmen aufrichtig Anteil am Schmerz der Betroffenen", hieß es in einer Stellungnahme der Italienischen Bischofskonferenz (Montag). Der Vorsitzende, Kardinal Gualtiero Bassetti, sprach von einem "tragischen Unfall". Stresas Gemeindepfarrer Gianluca Villa kündigte die Feier von Gedenkgottesdiensten für Montagabend sowie Mittwoch an.

Ortsbischof Franco Giulio Brambilla von Novara forderte die Verantwortlichen auf, alles zu tun, damit sich ein solches Ereignis niemals wiederhole. Die Opfer hätten nach monatelangen Pandemie-Einschränkungen ein wenig Normalität und die Schönheit der Natur genießen wollen. Für alle Touristen, die in die Region kämen, müsse "größtmögliche Sicherheit" gewährleistet sein, sagte Brambilla.

Beim Urlaubsort Stresa am Lago Maggiore war am Pfingstsonntag die Gondel einer Seilbahn aus zunächst ungeklärter Ursache in die Tiefe gestürzt. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben, darunter auch Kinder. Das Unglück löste in Italien große Anteilnahme und Trauer aus. Staatspräsident Sergio Mattarella und Ministerpräsident Mario Draghi reagierten ebenfalls betroffen. Eine Sonderkommission soll nun klären, was genau zu dem tödlichen Absturz führte.

Gianluca Villa, Pfarrer der Gemeinde Stresa, bezeichnete das Ereignis als "Donnerschlag" für die wieder aufgenommenen touristischen Aktivitäten. "In einer Messe habe ich betont, dass dies nicht Gottes Plan ist", sagte er dem katholischen Pressedienst SIR. Stattdessen gebe es für die Tragödie eine "menschliche Verantwortung".

Leider habe man in Stresa Erfahrung mit Katastrophen, sagte Villa dem Schweizer Portal kath.ch. Bereits vor mehreren Jahrzehnten sei dort ein Pfeiler eingestürzt. "16 Touristen kamen ums Leben. Es war ebenfalls eine große Tragödie, die noch immer die Menschen beschäftigt. Damals wurden die Leichen in die Kirche gebracht", berichtete der Pfarrer.

Jetzt hätten ihn die Behörden gefragt, ob sie ihn zur Unfallstelle bringen sollten. "Aber ich wollte nicht stören, sondern die Spezialisten ihre Arbeit machen lassen", sagte Villa. "Außerdem gehe ich davon aus, dass nicht nur Christen unter den Opfern sind - schließlich waren auch fünf Israelis in der Gondel." Stresa sei eine wunderschöne Stadt, die Touristen aus aller Welt anziehe. "Es ist eine Pfingst-Stadt, in der viele Sprachen gesprochen werden." Er sehe seine Rolle "hier in der Kirche".

KNA

25.05.2021 - Bischöfe , Italien , Unglück