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Karfreitagspredigt

Bischof Bätzing: Kreuz ist kostbar - und darf "benutzt" werden

An Karfreitag hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, das Kreuz im Christentum als kostbar gewürdigt. Es sei das "Glaubenssymbol schlechthin für Christinnen und Christen; ein Heilmittel, das aufrichtet und Trost schenkt", sagte Bätzing laut vorab verbreitetem Predigttext im Limburger Dom. Er bezog sich darin auch auf die kritische Diskussion um das sogenannte Pestkreuz, das vor zwei Wochen beim Segen des Papstes "Urbi et orbi" zum Petersplatz gebracht worden war und wegen des Regens Schaden genommen hatte.

"Wer glaubt, dem stellt sich die Frage nicht, ob ein Kreuz 'benutzt' werden darf, auch wenn es einmal im Regen steht", betonte der Bischof von Limburg. "Denn weil das Kreuz damals auf Golgota in übelster Art und Weise benutzt wurde, um Jesus zu töten, um vermeintlich das Problem dieses Aufrührers aus der Welt zu schaffen, darum ist es so kostbar." Das Kreuz wolle gebraucht werden und Gebrauchsspuren annehmen. "Nur so ist es wirksam."

Er wandte sich an die Gläubigen und fragte: "Vielleicht bewahren Sie zu Hause in der Familie auch so ein Kreuz auf, das mit der Zeit Macken bekommen hat, speckig geworden ist vom Anfassen, die Farbe eingetrübt? Deutlicher kann die Einladung nicht sein, dass wir uns selbst dem Kreuz nähern, es berühren und verehren und beladen mit unseren Nöten, unserer Unruhe, unserer Einsicht in Schuld und Versagen." Mit all dem gehörten die Christen unter das Kreuz. "Und das Kreuz unseres Herrn steht in Wind und Wetter dieser schweren Zeiten und hält es aus, hält uns aus, hält uns."

KNA