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Einsparungen geplant

Bistum Hildesheim will Hälfte seiner Immobilien aufgeben

Das katholische Bistum Hildesheim plant weitere Einsparungen bei seinen Immobilien. Es will bis 2030 etwa die Hälfte seiner rund 1.400 Gebäude aufgeben, wie Bistumssprecher Volker Bauerfeld auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Montag) darüber berichtet.

"Im Mittelpunkt steht dabei, wie wir angesichts unserer Ressourcen in Zukunft das Evangelium verkünden können", sagte Bischof Heiner Wilmer dem Blatt. "Da müssen wir uns auch die Frage stellen, wie viele ehemalige Kaplanswohnungen oder Garagen wir in der Fläche tatsächlich brauchen." Eine Aufgabe von Kirchen sei jedoch nicht in größerem Umfang beabsichtigt. "Sakralbauten werden dabei nicht im Zentrum stehen", betonte Wilmer.

Laut dem Bischof sollen die einzelnen Pfarreien in den kommenden zwei Jahren klären, welche personellen Ressourcen sie haben, wie diese zu den Immobilien vor Ort passen und ob es nicht sinnvoller ist, Räume anzumieten oder etwa gemeinsam mit evangelischen Gemeinden zu nutzen. "Die Gemeinden sollen selbst beurteilen, welche Gebäude sie künftig brauchen."

Nach einer vom Bistum veröffentlichten Broschüre "Zukunftsräume" will dieses künftig nur noch in den Pfarreien in Gebäude investieren, "wo ein engagierter Prozess im vorgesehenen Zeitrahmen von 24 Monaten erfolgreich abgeschlossen wurde". Weiter heißt es: "Wo keine oder nur geringe Energie für Prozesse sichtbar wird, zieht sich das Bistum aus der Finanzierung der Gebäude zurück." Dann müssten die Gemeinden in Eigenregie dafür sorgen, dass ihre Bauten erhalten bleiben.

Es gehe bei der Immobilienreform darum, die Kirche mutig fit zu machen für die Zukunft, erläuterte Wilmer. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass sich viele Menschen fragten, was sie im Leben trägt und ihnen Hoffnung gibt. "Leer stehende Pfarrheime, wie es sie an einigen Orten gibt, gehören sicher nicht dazu", sagte der Bischof.

Seit dem Jahr 2000 hat das Bistum eigenen Angaben nach bereits 65 Kirchen entwidmet und zugehörige Gebäudeensembles veräußert. Zuletzt hatte Wilmer die Schließung von drei Bildungshäusern beschlossen. Aktuell gehören zur Diözese 399 Kirchen und Pfarrzentren, 265 Pfarrheime und 251 Pfarrhäuser. Hinzukommen unter anderem 102 Kindergärten, 11 Jugendeinrichtungen und weitere 111 Wohngebäude.

Im Bistum Hildesheim leben gut 580.000 Katholiken. Es umfasst weite Teile Niedersachsens und reicht vom Harz bis an die Nordsee.

KNA

04.05.2021 - Bistum , Finanzen , Immobilien