Anzeige

Jeweils Ende Januar

Franziskus schafft einen eigenen Bibel-Sonntag

Papst Franziskus hat einen neuen „Wort-Gottes-Sonntag“ für die katholische Kirche eingeführt. Damit will er die Rolle der Bibel im Leben christlicher Gemeinden stärken. Jeweils Ende Januar solle dieses Fest „der Feier, Betrachtung und Verbreitung der Wortes Gottes gewidmet sein“, heißt es in einem Papsterlass, den der Vatikan am Montag veröffentlichte.

Den Termin für den neuen katholischen Gedenktag habe er bewusst in die Nähe zur Woche der Einheit der Christen gelegt, schreibt Franziskus. Zudem solle der Tag die Verbindung zu den Juden stärken, verbinde doch die Heilige Schrift Juden und Christen sowie die Christgläubigen aller Konfessionen, so das Motu Proprio „Aperuit illis“. Der erste Wort-Gottes-Sonntag fällt auf den 26. Januar 2020.

Vom 18. bis 25. Januar wird weltweit die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Zudem wird in der katholischen Kirche in Italien, Österreich, Polen und den Niederlanden der 17. Januar als Tag des Judentums begangen. In Deutschland ist bereits der letzte Sonntag im Januar ökumenischer Bibelsonntag. Ob dieser und der neue katholische „Wort-Gottes-Sonntag“ nun zusammen begangen werden, ist offiziell noch nicht entschieden, aber wohl anzunehmen.

Kurienerzbischof Rino Fisichella nennt in einem begleitenden Interview bei „Vatican News“ einen weiteren Grund für die Initiative: „Die ganz große Mehrheit unserer Christen kennt die Heiligen Schriften zu wenig.“ Daher wünsche Franziskus mehr Gelegenheiten, die Bibel kennenzulernen. Nur so könne das Wort Gottes das Leben der Menschen stärker beeinflussen.

Dem Papsterlass zufolge soll bei den Gottesdiensten am „Wort-Gottes-Sonntag“ die Bibel feierlich inthronisiert werden. Ebenso könnten in der Messe neue Lektoren oder ähnliche Gemeindedienste vom Bischof ihre Beauftragung erhalten. Auch biete ein solcher Tag eine gute Gelegenheit, Ausgaben der Heiligen Schrift unter den Gläubigen zu verteilen.

Schon zum Abschluss des Jahres der Barmherzigkeit hatte Franziskus angeregt, einen Sonntag in Erwägung zu ziehen, der ganz dem Wort Gottes gewidmet sein solle. Sein aktueller Erlass sei eine Antwort „auf die vielen Bitten“, die mit diesem Anliegen an ihn herangetragen worden seien. Dabei bezieht der Papst sich einerseits auf das Konzilsdokument „Dei Verbum“ von 1965, das die Offenbarung des Gotteswortes behandelt, sowie die von seinem Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) einberufene Bischofssynode zum Thema „Das Wort Gottes im Leben der Kirche“ 2008.

2017 hatte Franziskus den „Welttag der Armen“ festgelegt, der Ende November begangen wird. 2014 rief er den 1. September zum „Gebetstag für die Schöpfung“ aus; dabei orientierte er sich am Vorbild der orthodoxen Kirchen.

Der Titel des neuen Motu Proprio „Aperuit illis“ stammt aus einem Satz am Ende des Lukas-Evangeliums: „Er öffnete ihren Sinn für das Verständnis der Schriften.“ Der Erlass trägt das Datum 30. September 2019.

KNA

01.10.2019 - Gedenken , Glaubensleben , Papst