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Entsetzen über "brutale Gewalttat"

Gebet für Opfer in Trier

Mit einem ökumenischen Gebet haben die Kirchen am Dienstagabend in Trier der Opfer der Amokfahrt gedacht. "Noch gibt es für die furchtbare Tat keine Erklärung", sagte Bischof Stephan Ackermann im Dom der Stadt. Das Gebet wolle Raum geben, der Fassungslosigkeit, Sprachlosigkeit und Trauer, die in der Stadt angesichts der "brutalen Gewalttat" herrsche, Ausdruck zu verleihen.

Am Nachmittag war ein Autofahrer mit hohem Tempo durch die Fußgängerzone gefahren und hatte dabei mindestens fünf Menschen getötet und weitere zum Teil schwer verletzt. Die Polizei nahm eine Person fest und stellte ein Fahrzeug sicher. Das Motiv für die Tat ist noch unklar. Bei dem Festgenommenen handele es sich um einen 51 Jahre alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg.

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sprach bei einer Pressekonferenz vom "schwärzesten Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg". Am Mittwoch soll an der Porta Nigra ein Trauerort eingerichtet werden.

An dem Gebet, das Ackermann mit dem evangelischen Trierer Superintendenten Jörg Weber leitete, nahmen etwa 150 Menschen teil. Parallel zu dem Gottesdienst im Dom läuteten in allen Trierer Kirchen die Totenglocken.

Auch andere Kirchenvertreter äußerten sich schockiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zeigte sich erschüttert. "In dieser Stunde von Sprachlosigkeit und Trauer bin ich den Opfern, den Verstorbenen, Verletzten und den Angehörigen verbunden", so Bätzing. Er will für alle beten, die "dieses Verbrechen aus nächster Nähe erleben mussten", besonders für alle Helfer. "Als ehemaligem Trierer lassen die verstörenden Bilder aus der Innenstadt bei mir Wut, Entsetzen und tiefe Traurigkeit zurück." Auch wenn die Motive der Tat nicht klar seien, sei diese "sinnlose Gewaltanwendung mit nichts zu rechtfertigen." Der Advent als Zeichen des Lichtes und der Hoffnung sei an diesem Tag sehr dunkel geworden.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx zeigte sich "zutiefst erschrocken". Der ehemalige Bischof von Trier fühlt sich mit den Menschen in der Moselstadt eng verbunden im Gebet. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf reagierte auf Facebook: "Wir sind den Menschen in Trier verbunden. Ich lade dazu ein, sich dem Gebet anzuschließen. Den Verletzten wünsche ich gute Genesung an Leib und Seele, den Trauernden Trost und Kraft!"

KNA

02.12.2020 - Amok , Bischöfe , Gedenken