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"Mord resultiert aus mittelalterlichem Frauenbild"

Innenpolitiker fordern Konsequenzen nach Tötung von Afghanin

Nach dem mutmaßlichen "Ehrenmord" an einer 34 Jahre alten Afghanin aus Berlin durch ihre Brüder fordern Politiker von Union und FDP Konsequenzen. "Dieser Mord resultiert aus einem mittelalterlichen Frauenbild", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Andrea Lindholz (CSU), der "Bild"-Zeitung am Mittwoch. Wer die Freiheit von Frauen oder Mädchen angreife, habe keinen Platz mehr in Deutschland.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU), erklärte der Zeitung: "Beim Zuzug gewisser islamistischer Personengruppen nach Deutschland stellen wir fest, dass man auch mit den besten Integrationskursen die Scharia-Regeln in den Köpfen nicht entfernen kann." FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle forderte zudem, auch das Dunkelfeld "sogenannter Ehrenmorde in Migrationsmilieus" auszuleuchten.

Um das Ausmaß von Früh- und Zwangsverheiratung sowie "Ehrenmorden" besser einschätzen zu können, forderte die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes eine entsprechende Studie. Zudem müsse bereits an Schulen die Präventionsarbeit ausgebaut werden, Schüler müssten konkrete Hilfen erhalten und Lehrkräfte sensibilisiert werden. Zudem müsse durch Integrationsmaßnahmen langfristig sichergestellt werden, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen gesellschaftlichen Bereichen umgesetzt werde, unabhängig von Kultur oder Religion.

Zwei Männer aus Afghanistan stehen unter Verdacht, Mitte Juli ihre 34 Jahre alte Schwester getötet zu haben. Als mutmaßliches Motiv gilt die Wiederherstellung der "Familienehre", weil die Frau nach ihrer Flucht nach Deutschland ein westlich orientiertes Leben geführt hatte.

KNA

11.08.2021 - Islam , Kriminalität , Politik