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Nach öffentlichem Streit

Jury bestimmt Kinderbuchpreis nun ohne Bestätigung der Bischöfe

Nach öffentlichem Streit um den katholischen Kinderbuchpreis bestimmt die Jury die Gewinner künftig ohne vorherige Zustimmung der deutschen Bischöfe. Das geht aus dem geänderten Statut des Preises hervor, das auf der Internetseite der Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Zuerst hatte am Mittwoch die "Süddeutsche Zeitung" berichtet und formuliert: "Die Bischöfe haben jetzt nichts mehr zu sagen."

Auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) teilte die Bischofskonferenz mit, dass die Änderung des Statuts bei der jüngsten Sitzung des Ständigen Rats im Juni vorgenommen worden sei. Gestrichen wurde der Zusatz, dass die Entscheidung dem Gremium der Diözesanbischöfe "zum Beschluss vorgelegt" werden müsse. Nun heißt es: "Die Entscheidung der Jury ist endgültig. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission berichtet den Mitgliedern des Ständigen Rats über die Entscheidung der Jury."

2021 war der Preis nicht verliehen worden, nachdem der Ständige Rat das Votum der Jury für das Jugendbuch "Papierklavier" der österreichischen Autorin Elisabeth Steinkellner nicht bestätigt hatte. In dem Buch taucht unter anderem eine Transgender-Figur auf. Die Befassung mit diesem Thema spielte laut Bischofskonferenz für die Entscheidung keine Rolle. Bei den Bischöfen habe die Auffassung überwogen, dass das Buch nicht hinreichend den Kriterien des Preises entspreche.

Der Beschluss stieß auf teils heftige Kritik. 222 Kinder- und Jugendbuchautoren forderten die Bischöfe öffentlich auf, ihre Entscheidung "noch einmal zu überdenken und der Empfehlung der Jury zu folgen". Außerdem bildete sich eine Initiative zur Verleihung eines alternativen katholischen Kinderbuchpreises.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird seit 1979 verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Idee ging von dem Schriftsteller Willi Fährmann aus.

KNA

15.07.2021 - Bischöfe , Bücher , Kinder