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Kardinal Marx:

"Für die Würde der Freiheit aufstehen"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich mit den Demonstranten gegen das autokratische Regime in Belarus solidarisiert. "Ostern wird überall dort spürbar, wo Menschen aufstehen und die Würde des Menschen verteidigen, die Würde des Lebens, die Würde der Freiheit - auch in Weißrussland", sagte der Kardinal am Samstag in seiner Predigt zum Hochfest Mariä Himmelfahrt. 

"Maria stößt uns in die Rippen: Habt Hoffnung!" Das Magnificat, ihr biblischer Lobgesang, rücke die Botschaft von Ostern in den Fokus. "Ostern heißt Aufstand gegen den Tod und die Mächte des Todes, gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit."

Der Kardinal rief dazu auf, in der aktuellen Krise "einen klaren Kopf" zu behalten und sich im Kampf gegen gesellschaftliche Missstände die Gestaltungshoheit nicht nehmen zu lassen. "In Krisenzeiten wie dieser können die Menschen zu Recht erwarten, dass die Christen Jesus hörbar machen." Die Corona-Krise habe neue Erkenntnisse über die Gesellschaft gebracht, etwa zu den Spannungen zwischen Arm und Reich und, damit eng verbunden, wer eine Chance habe, in dieser Krise durchzuhalten. Die Kirche müsse in diesem Zusammenhang "aufmerksam werden für die Fehler, die wir gemacht haben".

Nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko kochen in Belarus (Weißrussland) die Gemüter hoch. In den Straßen der Hauptstadt Minsk kommt es seit Tagen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Opposition.

KNA/red

17.08.2020 - Ausland , Kardinäle , Politik