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"Ein Zeichen des Vertrauens"

Kardinal Müller freut sich über Berufung an Vatikangericht

Kardinal Gerhard Ludwig Müller (73), ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, freut sich über seine Berufung ans höchste Gericht der römischen Kurie. "Die Ernennung durch Papst Franziskus ist ein Zeichen des Vertrauens", sagte er dem Portal "Vatican News". Das Kirchenoberhaupt vertraue ihm "nicht nur als Person, sondern auch, was meine Kompetenzen betrifft".

Seine Aufgabe als neues Mitglied der Apostolischen Signatur verstehe er in der Umsetzung des Glaubens. Dabei seien auch Rechte und Pflichten von Bedeutung, sagte der frühere Bischof von Regensburg. Er wolle seinen Sachverstand als Moraltheologe einbringen, um einen Beitrag zur Arbeit des Tribunals zu leisten. Dort gehe es zwar in erster Linie um rechtliche Belange, "aber man muss auch immer die theologische Dimension des Kirchenrechts vor Augen halten".

Am vorigen Montag hatte der Papst eine Reihe von Posten an der Signatur neu besetzt. Neben Müller machte er auch die Kardinäle Joseph William Tobin (69, Newark), James Michael Harvey (71, Erzpriester von Sankt Paul vor den Mauern) und Mario Grech (64, Generalsekretär der Bischofssynode) zu neuen Mitgliedern. Die ordentliche Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Die Apostolische Signatur ist das höchste Gericht der katholischen Kirche. Sie besteht aus mehreren Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen, die richterliche Funktionen wahrnehmen. Leiter der Kurienbehörde, die direkt dem Papst untersteht, ist der französische Kardinal Dominique Mamberti (69).

Kardinal Müller war für ein Fünfjahresmandat von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation. Abgesehen von Mitgliedschaften in verschiedenen Kurieneinrichtungen hatte er im Vatikan seither keine leitende Funktion mehr.

KNA

28.06.2021 - Kardinäle , Personalien , Vatikan