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Früherer französischer Staatspräsident verstorben

Kirchen- und Religionsvertreter würdigen Jacques Chirac

Vertreter von Kirche, Judentum und Islam in Frankreich haben den verstorbenen früheren Staatspräsidenten Jacques Chirac als „großen Staatsmann“ und Humanisten gewürdigt. Der frühere Generalsekretär der Französischen Bischofskonferenz (2001-2007), Bischof Stanislas Lalanne von Pontoise, hob hervor, dass in Chiracs Amtszeit der regelmäßige offizielle Dialog zwischen Kirche und Regierung eingerichtet wurde. Lalanne beschrieb die Atmosphäre als schlicht, direkt und herzlich.

Jean-Michel di Falco, Altbischof von Gap und Embrun und früherer Sprecher der Bischofskonferenz, beschrieb den persönlichen Umgang mit Chirac als warmherzig und unkompliziert. So habe ihn der Präsident etwa wegen seiner Mitra (Bischofsmütze) aufgezogen. Gegen andere sei er stets aufmerksam und zuvorkommend gewesen.

Oberrabbiner Haim Korsia schrieb: „Wir sind heute alle Waisen.“ Er werde Chiracs „Neugier für die Welt, sein Wissen über das Judentum“ in Erinnerung behalten sowie „seine Vision, das Land voranzubringen“.

Der Präsident des französischen Islamrats (CFCM), Dalil Boubakeur, sprach vom „Verlust eines großen Zeitzeugen“. Chirac habe stets zusammengeführt und nutzlose Spaltungen vermieden. Er habe die Muslime Frankreichs geehrt, indem er „die Religionsfreiheit in Übereinstimmung mit dem Gesetz und dem Säkularismus garantiert“ habe. Auch sei Chirac verantwortlich für die „ewige Anerkennung Frankreichs für die Opfer muslimischer Soldaten in den beiden Weltkriegen“ durch den Bau eines symbolträchtigen Denkmals in Douaumont am Ort der Schlacht von Verdun.

Chirac war am Donnerstag im Alter von 86 Jahren in Paris gestorben.

KNA

27.09.2019 - Gedenken , Kirchen , Politik