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Nach 20 Jahren

Ludwig Schick als Bamberger Erzbischof verabschiedet

Mit Dankbarkeit, Zuversicht, aber auch mit einem Schuldbekenntnis hat sich der emeritierte Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag offiziell verabschiedet. Er habe stets als Seelsorger dazu beitragen wollen, "dass die Menschen das Leben haben und es in Fülle haben durch Jesus Christus", sagte Schick am Sonntag bei einem Gottesdienst im Dom. Dankbar schaue er auf das Gelungene und wisse zugleich, dass er "Gutes unterlassen und Böses getan habe, wie ich jeden Tag bekannte und heute bekenne".

Schick erinnerte an Projekte, die in seine Amtszeit fielen, etwa die Konsolidierung der Finanzen, die Bildung neuer Seelsorgebereiche und die Umstrukturierung im Ordinariat. Auch die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die Prävention gegen Missbrauch seien angegangen worden.

Papst Franziskus hatte das Rücktrittsgesuch von Schick am 1. November angenommen. Mit 73 Jahren geht Schick zwei Jahre vor der normalen Altersgrenze für Bischöfe. Er war 20 Jahre in Bamberg. Seinen Schritt begründete er damit, die anstehenden Weichenstellungen, etwa durch die Reformdebatten, einem jüngeren Nachfolger überlassen zu wollen. Zu der Feier kamen unter anderen der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, mehrere bayerische Bischöfe und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung nach Bamberg.

Bätzing verglich Schick mit dem "Bamberger Reiter", einem Wahrzeichen Bambergs im Dom. Der gebürtige Marburger sei stets unterwegs gewesen. Der Konferenz-Vorsitzende erinnerte an die Aufgabe des Weltkirche-Bischofs, die Schick bis 2011 15 Jahre lang innehatte: "Wenn ich Urlaub gemacht habe, dann warst Du schon wieder unterwegs." So sei er etwa in einem großen Flüchtlingslager im vorderen Orient, in Slums in Lateinamerika oder bei der jungen Kirche in Afrika gewesen. Der emeritierte Erzbischof sei ein Brückenbauer der Kirche aus Deutschland in großer Solidarität mit der Weltkirche.

Schick sei ein "echter Schaffer" gewesen. Innerhalb der Bischofskonferenz seien die Bischöfe Schick mit großem Interesse gefolgt, wenn der promovierte Kirchenrechtler juristischen Beistand geleistet habe.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx würdigte dessen ständige Bereitschaft, Arbeit zu übernehmen, fleißig zu sein. Schick sei immer "sehr kompetent, sehr engagiert, sehr mitbrüderlich". Würzburgs Bischof Franz Jung nannte Schick "besonnen, gerecht und fromm". Der Bamberger Mitbruder sei stets bereit gewesen, unkompliziert Amtshilfe in so manch schwieriger Situation zu leisten: "Ein Anruf hat genügt, und Ludwig hat geholfen."

Innenminister Herrmann sagte, Schick habe das Erzbistum in für die Kirche schwierigen zwei Jahrzehnten klug und souverän geführt: "Sie waren sprichwörtlich ein guter Hirte ihrer Herde." Mit seinem gesellschaftskritischen Blickwinkel sei der Erzbischof ein wichtiger Ansprechpartner gewesen.

Schick war 1975 zum Priester geweiht worden. Ab 1981 lehrte er Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Fulda und am Katholischen Seminar der Philipps-Universität Marburg, bevor er ab 1995 Generalvikar und ab 1998 auch Weihbischof im Bistum Fulda war.

KNA

12.12.2022 - Abschied , Bayern , Bischöfe