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"Ich bin erschüttert und beschämt"

Marx bittet um Entschuldigung für Missbrauch in der Kirche

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat "als amtierender Erzbischof" um Entschuldigung für Missbrauchstaten im Raum der Kirche gebeten. "Ich bin erschüttert und beschämt", sagte Marx in einer ersten Reaktion auf das am Donnerstag veröffentlichte Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. Sein erster Gedanke gelte den Betroffenen, die durch Kirchenvertreter "in erschreckendem Ausmaß Unheil und Leid erfahren haben".

Für ihn selbst hätten die Begegnungen mit Betroffenen eine "Wende" bewirkt und veränderten ihn noch weiter. Die Geschädigten stünden nun "im Mittelpunkt" des Handelns seiner Erzdiözese. Er werde mit seinen engsten Mitarbeitern das Gutachten nun intensiv lesen und sich darüber mit dem Betroffenenbeirat sowie der unabhängigen Aufarbeitungskommission austauschen. "Wir werden auch anhand der Empfehlungen des aktuellen Gutachtens weitere Veränderungen beraten und umsetzen." Er hoffe sehr, dazu schon am kommenden Donnerstag mehr sagen zu können. Dann soll es eine ausführliche Stellungnahme der Bistumsleitung geben.

Ebenfalls am Donnerstag nahm eine neue, mit sechs psychotherapeutisch geschulten Mitarbeitern besetzte Anlaufstelle des Erzbistums ihren Betrieb auf. Sie ist von Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr erreichbar. Die Rufnummer lautet 089/2137-77-000.

KNA

21.01.2022 - Bayern , Kirche , Missbrauch