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Meeresspiegel steigt wohl schneller, als angenommen

Misereor-Expertin: Neue Klima-Studie ist deutlicher Weckruf

Eine neue Studie zum Klimawandel sorgt für Wirbel: Der Meeresspiegel soll deutlich schneller ansteigen, als bisher angenommen. „Die Studie ist deutlicher Weckruf, dass der aktuelle Weg ein schlechter ist“, sagte Anika Schroeder, Umweltexpertin des katholischen Hilfswerks Misereor, am Dienstag. Die Ergebnisse seien so erschreckend, das man nur hoffen könne, dass sie nicht einträten.

Der Meeresspiegel steigt jedes Jahr schneller - und laut der neuen Studie kann der Anstieg am Ende dieses Jahrhunderts bei zehn Millimetern pro Jahr liegen - statt wie bisher angenommen bei drei. Diese Zahlen veröffentlichten Forscher der University of Colorado. Im Jahr 2100 kann der durchschnittliche Pegel der Meere den Angaben zufolge um 65 Zentimeter höher liegen als im Jahr 2005. Experten waren bisher von einer Erhöhung um rund 30 Zentimeter ausgegangen.

Schroeder fordert ein schnelles Handeln von der Politik: „Als ersten Schritt muss die Bundesregierung einen schnellen Kohleausstieg beschließen. Dazu zählt die deutsche Braunkohle, aber auch importierte Steinkohle.“ Der zweite Schritt sei eine echte, sozialverträgliche Agrarwende. Dazu müssten die Stickstoff- und Methanemissionen gesenkt werden.

Ein gestiegener Meeresspiegel bedroht laut Schroeder viele Menschen: 30 Prozent aller Menschen leben in den betroffenen Risikogebieten. Dazu komme, dass die Ärmsten der Armen genau dort lebten. Schroeder verweist außerdem auf die schleichende Folgen des Anstiegs: „Das Salzwasser wird in das Grundwasser gedrückt und zerstört Pflanzen und versalzt das Trinkwasser der Menschen.“ In manchen Regionen steigt laut Schroeder als Folge die Sterblichkeit von Babys.

KNA

14.02.2018 - Umwelt