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Aus Altersgründen

Paderborner Erzbischof Becker bietet Papst Rücktritt an

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat aus Altersgründen Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. "Ich spüre, dass der Zeitpunkt einer verantwortungsvollen Übergabe meines Amtes gekommen ist", teilte Becker in einer heute bekannt gewordenen Erklärung mit. Er ist am Mittwoch 74 Jahre alt geworden. Katholische Bischöfe sind angehalten, in ihrem 75. Lebensjahr den Amtsverzicht anzubieten. Die Entscheidung liegt nun beim Papst.

Becker zeigte sich zuversichtlich, dass jüngere Generationen auf dem künftigen Weg "mutig vorangehen und unserer Kirche starke Führung geben können". Er verwies auf den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg, sowie ein Reformprojekt in seinem Erzbistum. "Vieles für diesen Weg ist von meiner Generation geordnet und angelegt", sagte Becker. "Doch die jüngeren Generationen mögen den Weg nun weiter ausbauen und das pilgernde Volk Gottes mit neuer Kraft, mit Gottvertrauen und Glaubensfreude in die Zukunft führen."

Seit 2003 leitet Becker das westfälische Erzbistum, das mit rund 1,44 Millionen Katholiken zu den größten deutschen Diözesen zählt. Er ist zudem Vorsitzender der Schulkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Becker wurde am 8. Juni 1948 bei Warstein im Sauerland geboren. Nach einer Lehramtsausbildung studierte er Philosophie und Theologie in Paderborn und München. 1977 empfing er die Priesterweihe. Anschließend arbeitete er als Seelsorger in Minden, Paderborn und Lippstadt. Ab 1995 leitete er die Personalabteilung im Paderborner Generalvikariat.

Nach der Ernennung durch Papst Johannes Paul II. wurde er im Jahr 2000 Weihbischof in Paderborn. 2002 übernahm er nach dem Tod von Kardinal Johannes Joachim Degenhardt die Leitung der Erzdiözese Paderborn zunächst als Diözesanadministrator, bevor ihn der Papst 2003 zum Erzbischof ernannte.

Im Erzbistum Paderborn sinken perspektivisch die Mitglieder- und Priesterzahlen sowie die Kirchensteuereinnahmen. Wie andere Diözesen startete es einen Reformprozess. Das 2020 begonnene Projekt trägt den Namen "Diözesaner Weg 2030+".

KNA

10.06.2022 - Bischöfe , Deutschland , Personalien