Große Freude in Augsburg

Papst ernennt Bertram Meier zum neuen Bischof

Papst Franziskus hat Bertram Meier (59) zum neuen Bischof von Augsburg ernannt. Das wurde am Mittwoch zeitgleich im Vatikan und in Augsburg bekanntgegeben. Meier leitet das Bistums bereits übergangsweise seit dem altersbedingten Rücktritt von Bischof Konrad Zdarsa im vergangenen Juli. Der Domdekan soll am 21. März im Augsburger Dom die Bischofsweihe erhalten. Dass ein Geistlicher aus dem einheimischen Klerus Bischof seiner Heimatdiözese wird, ist seit mehreren Jahrzehnten in Bayern nicht mehr vorgekommen.

Meier zeigte sich in einer ersten Stellungnahme „überrascht, aber auch erfreut“ von seiner Ernennung. Er sei Papst Franziskus sehr dankbar für das Vertrauen, das er mit dieser Wahl sowohl in ihn als auch in die Diözese setze. „Mein Hauptanliegen wird es sein, der Einheit zu dienen und das Evangelium den Menschen von heute nahezubringen.“ Dabei sei er kein Einzelkämpfer, ergänzte der Prälat.

Meier wurde am 20. Juli 1960 in Buchloe im Ostallgäu geboren und wuchs in Kaufering in einem gemischtkonfessionellen Elternhaus auf. Er studierte Theologie in Augsburg und Rom. 1985 wurde er am Päpstlichen Kollegium Germanicum zum Priester geweiht. Danach wirkte Meier im Augsburger Bistum unter anderem als Kaplan, Jugend- und Hochschulseelsorger, Stadtpfarrer, Dekan und Regionaldekan. 1989 wurde er mit einer Arbeit über den einstigen Regensburger Bischof Johann Michael Sailer an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom promoviert.

Von 1996 bis 2002 leitete Meier die deutschsprachige Abteilung im Vatikanischen Staatssekretariat. Auf diözesaner Ebene trug er seit 2000 Verantwortung unter anderem als Domkapitular, Domdekan, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog, stellvertretender Generalvikar und seit 2014 als Hauptabteilungsleiter für den Bereich des Bischöflichen Seelsorgeamts. Ferner ist Meier Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern und nicht nur als solcher weithin für sein ökumenisches Engagement bekannt.

KNA