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Bitte um Frieden

Papst und Bischöfe rufen zu Ende des Ukraine-Kriegs auf

Papst Franziskus und zahlreiche Bischöfe rufen zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine auf. Der Papst erneuerte am Wochenende seine Bitte um Frieden und rief auf Twitter zum Gebet zur Muttergottes, der "Königin des Friedens", auf - in russischer und ukrainischer Sprache.

Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Swjatoslaw Schewtschuk, rief seine Landsleute zu Widerstand und Durchhalten auf. "Lasst uns nicht schweigen, lasst uns alles dafür tun, dass zumindest humanitäre Hilfe in die Städte kommt, die sich in der Umklammerung eines brutalen Feindes befinden", erklärte der Großerzbischof von Kiew und Halytsch in einer Videobotschaft.

Schewtschuk forderte die Staatengemeinschaft auf, die Errichtung humanitärer Korridore für die Menschen zu unterstützen. "Lasst sie grüne Straßen des Lebens öffnen, so dass Zivilisten an einen sicheren Platz gelangen können und lasst humanitäre Konvois Wärme, Nahrung und Solidarität zu diesen Menschen bringen." Er dankte den Freiwilligen, auch denen, die "ihr Mutterland heute ohne Waffen verteidigen".

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief in seinem Fastenhirtenbrief zum Einsatz für den Frieden auf. Die Botschaft Jesu von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden richte sich "nicht exklusiv an eine ausgewählte Gemeinschaft, sondern an alle Menschen". Das Gebet um Frieden in der Welt sowie "unsere tatkräftige Hilfe für Menschen, die durch den Krieg bedroht sind, soll uns in der Zeit bis Ostern leiten".

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch rief zu weiteren Hilfen und zum Gebet für den Frieden auf. Zugleich warnte er vor Anfeindungen und Vorurteilen gegenüber Menschen aus Russland: "Das ist nicht der Krieg der Russen und Russlands", sagte er bei einer Friedensandacht der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Berlin.

Speyers Bischof Karl-Heinz Wiesemann zeigte sich mit Blick auf den Ukraine-Krieg "zutiefst erschüttert über diesen Wahnsinn". Wenn die "Machtbesessenheit eines autokratischen Herrschers" so viel Leid über die Menschheit bringe, sei jeder Einzelne gefordert, sich zu engagieren "für Frieden und Gerechtigkeit, für die Würde des Menschen und die Solidarität mit allen Schwachen, Armen und Entrechteten".

Der Münsteraner Bischof Felix Genn rief alle Christen auf, ihre Stimme für den Frieden zu erheben: "Überlassen wir den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit nicht nur den politisch Verantwortlichen", betonte er: "Wir brauchen eine neue Friedensbewegung in allen Ländern guten Willens, die den Despoten unserer Zeit deutlich macht: Nicht Gewalt, Krieg und Terror werden das letzte Wort haben, sondern Friedfertigkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe."

Der Frieden in Europa, den man in den vergangenen Jahren für so selbstverständlich gehalten habe, sei durch den Krieg in der Ukraine dahin, betonte Passaus Bischof Stefan Oster. Menschen litten "für das eiskalte Kalkül der Mächtigen". Er rief zur Solidarität auf mit den Opfern von Krieg und Verfolgung - "durch unser Beten und durch konkrete Zeichen von Solidarität, auch materiell".

KNA

07.03.2022 - Krieg , Osteuropa , Papst