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Jahresempfang der Kirchen in Baden-Württemberg

Erzbischof Burger: Sterbebegleitung als Grundauftrag

Die Kirchen in Baden-Württemberg haben zu achtsamer und würdevoller Begleitung von Kranken und Sterbenden aufgerufen. Solche „gelebte Nächstenliebe“ sei Grundauftrag aller Christen, sagte der Freiburger Erzbischof Stephan Burger am Dienstagabend in Stuttgart beim Jahresempfang der Kirchen in Baden-Württemberg. Kennzeichen der modernen Gesellschaft sei die „Pluralität von Werthaltungen“, betonte der Bischof. Insofern sei es für die Kirchen wichtig, ein vom christlichen Glauben geprägtes „Dialogangebot in die gesellschaftlichen Debatten um eine Kultur des Sterbens einzubringen“.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) würdigte das kirchliche Engagement in diesem „existenziellen und schwierigen“ Themenfeld. „Die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen wird von den christlichen Kirchen beider Konfessionen, vom Caritasverband und vom Diakonischen Werk als zentrale Aufgabe begriffen und wahrgenommen“, unterstrich Kretschmann. Zugleich verwies er auf das staatliche Engagement und finanzielle Förderungen, etwa bei der palliativen Versorgung zu Hause oder bei ambulanten Hospizdiensten.

Der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst betonte, es sei entscheidend, die Würde Kranker und Sterbender „auch in größter Unselbstständigkeit und Abhängigkeit“ zu wahren. Es gelte Antworten zu finden auf die Ängste, die viele Sterbende verspürten: „Angst vor Schmerz, Angst vor Fremdbestimmung durch eine hochtechnisierte Apparatemedizin, Angst vor dem Alleinsein angesichts der fortschreitenden Ressourcenknappheit im Pflegebereich und Angst vor dem Nicht-mehr-Sein.“

Auch Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) betonte in ihrem Grußwort die Verbindung von Leben und Tod: „Zu einem Leben in Würde gehört auch ein Sterben in Würde.“ Sie dankte allen in der Sterbebegleitung Engagierten. „Holen wir kranke, schwache und alte Menschen aus dem Rand in die Mitte unserer Gesellschaft zurück!“, forderte Aras.

Der Jahresempfang findet jährlich im Wechsel zwischen den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Diözesen im Südwesten statt. In diesem Jahr waren die katholischen Kirchen Ausrichter. Ins Stuttgarter Neue Schloss kamen mehrere Hundert geladene Gäste.

KNA

23.10.2019 - Pflege , Politik , Seelsorge