Sternberg hofft auf hohe Beteiligung bei Europawahl (Freitag, 26. April 2019 09:38:00) / Nachrichten / Katholische Sonntagszeitung

Zentralkomitee der deutschen Katholiken warnt vor AfD

Sternberg hofft auf hohe Beteiligung bei Europawahl

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, ruft zur Teilnahme an der Europawahl auf. „Ich glaube, es ist eine ganz, ganz wichtige Europawahl. Weil für mich völlig unverständlicherweise in Europa wieder ein nationales Denken hoffähig wird, von dem man geglaubt hat, das gehöre zu den Gespenstern des 20. Jahrhunderts“, sagte er dem Kölner Portal domradio.de. Nationales Denken funktioniere nicht mehr.

Sternberg betonte: „Jeder, der auch nur ein bisschen von Politik begreift und sich ansieht, woher seine eigenen Produkte kommen, wird bemerken, dass man mit nationaler Politik nicht mehr operieren kann.“ Seiner Einschätzung nach bestehe dennoch die Gefahr, dass populistische Bewegungen mehr Zulauf bekommen. Umso mehr müsse deutlich gemacht werden, dass Europa alle verbinde und alle gemeinsam geprägt habe.

Der ZdK-Präsident hofft daher auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl am 26. Mai. „Ich denke, wir dürfen den Populisten in Europa nicht das Feld überlassen. Es gibt eine ganz einfache Faustregel: Kleine radikale Parteien haben rein mathematisch immer dann viel Erfolg, wenn die Wahlbeteiligung gering ist“, erklärte Sternberg.

Auch wenn die Kirche - ob Laien oder Priester - „zum Glück“ keine Wahlempfehlungen mehr gäbe, dürfe vor Parteien gewarnt werden. Er glaube, dass radikale Parteien von links und von rechts eine Gefahr für die Demokratie seien. Rechtspopulistischen Bewegungen in Europa bedrohten zudem massiv den europäischen Gedanken. „Deshalb warnen wir ganz offen davor, eine rechtspopulistische Partei wie die AfD zu wählen“, sagte der Präsident des katholischen Laiengremiums.

Er rief dazu auf, zur Wahl zu gehen und „dann eine Vorzugswahl unter den demokratischen Parteien vornehmen, die garantieren, dass dieses Europaprojekt einer stärkeren Einheit weitergeht. Und das hat auch etwas mit Christentum zu tun.“

KNA

26.04.2019 - Europa , Politik , Verbände