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"Nicht alle radikalisiert"

Theologe kritisiert Ausgrenzung Nichtgeimpfter durch Kirche

Der Freiburger Theologe Helmut Hoping wirft den deutschen Bischöfen vor, Nichtgeimpfte auszugrenzen und moralisch zu diskreditieren. Stattdessen sollten sie "überlegen, was sie tun können, um Impfskeptiker zu überzeugen", erklärt der Dogmatikprofessor in einem Medienbeitrag. "Nicht alle, die sich bislang gegen eine Impfung entschieden haben, sind radikalisierte Impfgegner, die Verschwörungstheorien anhängen." Hoping selbst ist doppelt geimpft.

"Es spricht nichts dagegen, dass Bischöfe öffentlich für die Impfung werben", schreibt der Theologe. Sie sollten jedoch deshalb Nichtgeimpften nicht vorhalten, diese seien ignorant, oder es fehle ihnen an christlicher Nächstenliebe. Vielmehr seien bei diesen oft "diffuse Ängste" im Spiel oder fehlendes Vertrauen in Politik und Wissenschaft.

Kritisch sieht Hoping das Angebot von 2G-Gottesdiensten. Damit beteiligten sich nun auch einzelne Diözesen "an der sozialen Separation von Geimpften und Nichtgeimpften". Teilnehmer an solchen Gottesdiensten seien allerdings nicht sicher vor Infektionen. Die Corona-Impfstoffe verhinderten zwar in der Regel einen schweren Krankheitsverlauf, aber ihre Schutzwirkung vor einer Ansteckung nehme nach kurzer Zeit deutlich ab, betont der Theologe.

KNA

25.11.2021 - Bischöfe , Gesellschaft , Impfung