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Internationaler Tag der Geschwisterlichkeit

US-Präsident, Papst und Großimam rufen zu Solidarität auf

Zum Internationalen Tag der Geschwisterlichkeit an diesem Freitag haben US-Präsident Joe Biden, Papst Franziskus und Großimam Ahmad Al-Tayyeb zu mehr Anstrengungen für Dialog, Frieden und Nachhaltigkeit aufgerufen. Angesichts von Pandemie, Klimakrise oder steigender Gewalt, so Biden in einer Erklärung, sei die "globale Zusammenarbeit von Menschen aller Hintergründe, Kulturen, Glaubensrichtungen und Überzeugungen" notwendig. Dies erfordere, "dass wir in einem offenen Dialog miteinander sprechen, um Toleranz, Integration und Verständnis zu fördern".

In einer Videobotschaft zu dem seit 2021 begangenen "Welttag der Geschwisterlichkeit aller Menschen" erinnerte der Papst an das von ihm und dem Kairoer Großimam Al-Tayyeb im Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichnete "Dokument zur Brüderlichkeit aller Menschen". Dieses war Ausgangspunkt für den von den Vereinten Nationen ausgerufenen Welttag.

"Wir leben alle unter demselben Himmel", zitierte Franziskus in einer Videobotschaft das Motto des diesjährigen Welttags. "Im Namen Gottes müssen wir, die wir seine Geschöpfe sind, anerkennen, dass wir Brüder und Schwestern sind." Drei Mal wiederholt der Papst seine Warnung: "Entweder sind wir Brüder und Schwestern oder alles bricht zusammen." Dies sei "keine Melodramatik, sondern die Wahrheit".

Daher sei "heute ein guter Tag, um uns die Hand zu reichen, um unsere Einheit in der Vielfalt zu feiern - Einheit, nicht Einheitlichkeit". Gegen die weit verbreitete Gleichgültigkeit sei nun die Zeit der Geschwisterlichkeit gekommen, um in Solidarität miteinander zu leben.

Der Großimam beschwor in einer eigenen Botschaft, "die Vorzeichen von Angst und Panik" über der Welt mögen "betäubte Gewissen, arrogante Seelen" sowie "Menschen mit privaten Absichten" aufrütteln, "damit sie sich mit aufrichtigen Führern und Weisen solidarisieren, um die Menschheit aus den aufeinanderfolgenden Krisen zu befreien, die sich in allen Ecken des Globus auftürmen".

Arme, Waisen und Vertriebene der Welt, bedauerte Al-Tayyeb, litten "sowohl unter dem harten Leben als auch unter den harten Herzen der Reichen, die über Reichtum, Macht und Einfluss verfügen". Sie seien "Opfer des modernen Materialismus mit seinen Begleiterscheinungen wie übermäßigem Egoismus", Begierden und Wünschen sowie der "Vergötterung des Menschen und seiner individualistischen Neigungen".

KNA

04.02.2022 - Frieden , Gesellschaft , Papst