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1,5-Grad-Ziel gestärkt

Umweltbischof Lohmann nach Glasgow vorsichtig optimistisch

Der katholische Umweltbischof Rolf Lohmann gibt sich mit Blick auf die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Glasgow vorsichtig optimistisch. Die Staatengemeinschaft habe das 1,5-Grad-Ziel weiter gestärkt, sagt der Münsteraner Weihbischof dem Portal katholisch.de. Die Zielmarke sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. "Laut der Wissenschaft macht jedes zehntel Grad einen Unterschied, rettet Leben und verhindert Leid", fügte der Umweltbischof der Deutschen Bischofskonferenz hinzu.

Vom 31. Oktober bis zum 13. November hatten mehr als 20.000 Delegierte bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow über die Umsetzung des 2015 beschlossenen Klimaabkommens von Paris beraten. Damals war die Staatengemeinschaft darin übereingekommen, den Anstieg der Erderwärmung auf maximal 2 Grad, möglichst aber 1,5 Grad zu begrenzen. Die nächste Weltklimakonferenz findet in rund einem Jahr im ägyptischen Sharm El-Sheikh statt.

Alle Teilnehmer der Konferenz in Glasgow hätten anerkannt, dass das fossile Zeitalter mit einem "Enddatum" versehen werden müsse und die Kohle keine Zukunft habe. Insofern sehe er die Ergebnisse mit etwas Distanz durchaus positiv, bekannte Lohmann. "Beispielsweise haben sich Staaten wie Australien, Saudi-Arabien und Indien erstmalig zum Ziel der Klimaneutralität bekannt. Auch dass politische Kontrahenten wie die USA und China eine stärkere Zusammenarbeit in dieser Menschheitsfrage vereinbart haben, ist ein Zeichen der Hoffnung."

Defizite sieht der Umweltbischof in Sachen Klimagerechtigkeit. Viele Entwicklungsländer seien schon jetzt vom Klimawandel betroffen. "Dass es weiterhin so schwer ist, sich auf eine ausreichende Unterstützung dieser Menschen und Länder bei der Bewältigung der Folgen zu verständigen, betrübt mich", sagte Lohmann.

Nun gelte es, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die nationalen Klimaziele zu schärfen. Auf die Frage, ob er Angst habe, dass der Klimawandel auch mit den Beschlüssen von Glasgow nicht mehr aufzuhalten sei, entgegnete Lohmann: "Wenn die Beschlüsse von Glasgow das letzte Wort wären, hätte ich diese Angst."

KNA

18.11.2021 - Bischöfe , Politik , Umwelt