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Umweltbischof zum Klimastreik:

Empfindliche Ökosysteme behüten

Umweltbischof Rolf Lohmann hat sich hinter die Anliegen des globalen Klimastreiks gestellt. Die Schöpfung mit ihren empfindlichen Ökosystemen sei die menschliche Lebensgrundlage und sollte stets behütet und bewahrt werden, sagte der Münsteraner Weihbischof. "Dafür setzen sich auch die jungen Menschen immer wieder mit Nachdruck ein. Das finde ich gut! Sie mahnen die Entscheidungsträger, aber auch jede und jeden Einzelnen, unsere Verpflichtungen ernst zu nehmen und umzusetzen. Tun wir das! Zu viel steht sonst auf dem Spiel!", warnte Lohmann.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen ergänzte: "In der Ökumene begehen wir noch bis zum 4. Oktober 2020, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, die 'Schöpfungszeit'. Papst Franziskus erinnert uns aus diesem Anlass daran, dass wir ein Teil und nicht etwa die Herren des großen Lebenszusammenhanges sind", erklärte Weihbischof Lohmann.

Auch der Weltkirche-Bischof begrüßt die Klima-Demonstrationen. "Auch in der Corona-Pandemie dürfen wir den bedrohlichen Klimawandel nicht vergessen", schrieb der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in einem Grußwort. Corona werde hoffentlich bald beherrschbar sein. Die Klimakatastrophe bedrohe die Menschen aber weiter, vor allem die nächsten Generationen, erklärte der Erzbischof. "Es ist richtig und wichtig, dass Ihr jungen Leute Euch engagiert und uns Ältere mobil macht." Jeder Christ müsse ein Klimaschützer sein.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) unterstützten die Beteiligung am Klima-Aktionstag am vorigen Freitag. "Als Bischof trete ich dafür ein, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen, dass der Klimawandel auf ein verantwortbares Maß begrenzt bleibt, so wie es im Pariser Abkommen vereinbart worden ist", sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, in Hannover.

Auch die katholische Jugend betonte: "Als junge Generation sind wir in Deutschland die Ersten, die die Folgen der Klimakatastrophe zu spüren bekommen werden. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die die Schäden begrenzen kann", erklärte der BDKJ-Bundesvorsitzende Gregor Podschun in Düsseldorf.

Die Unterstützer des am Freitag stattgefundenen globalen Klimastreiks treten unter anderem dafür ein, dass die Treibhausgasemission auf europäischer Ebene um 65 Prozent bis 2030 reduziert werden. Der BDKJ forderte zudem, dass bei der Verabschiedung von Konjunkturpaketen auf nationaler und europäischer Ebene die Entscheidungsträger zukünftige Generationen in den Blick nehmen müssten.

KNA

28.09.2020 - Bischöfe , Klimawandel , Umwelt