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Antwort auf existenzielle Fragen

Uni Lausanne startet Studiengang Spiritualität in der Medizin

Die Universität Lausanne bietet angehenden medizinischen Fachkräften ab Herbst einen Studiengang in "Spiritual Care" an. Damit sollen die Absolventen für die spirituelle Dimension in der Pflege sensibilisiert werden, wie das Schweizer Portal "cath.ch" (Dienstag) berichtet. Die Ausbildung wird getragen von der Medizinischen sowie der Theologischen Fakultät. 

"Mehrere seriöse epidemiologische Studien zeigen den positiven Einfluss der Spiritualität auf die körperliche und geistige Gesundheit auf", sagte der Ehrenprofessor der Universität Lausanne, Jacques Besson, der Westschweizer Tageszeitung "24 Heures". Beim Gesundheitspersonal sei eine entsprechende Nachfrage zu beobachten, so Besson, der den Wissenschaftsrat des neuen Studiengangs leitet.

Laut einer US-amerikanischen Studie möchten 80 Prozent der Patienten mit ihrem Arzt über Spiritualität reden können, berichtete der Mediziner weiter. Häufig fehle Fachkräften, die über spirituelles Wissen verfügen, eine Methode, um die Patienten zu erreichen. Diese Lücke solle mit der neuen Ausbildung gefüllt werden.

Die Kurse sollten die Teilnehmenden befähigen, auf existenzielle Fragen der Patienten zu antworten, so Besson. "In der Psychiatrie ermöglicht bereits die Tatsache, dass der Krankheit ein Sinn gegeben wird, eine Verbesserung der Lebensqualität, also eine raschere Genesung", erklärte der ehemalige Psychiater. Bei der neuen Ausbildung begegneten sich mit Theologie und Medizin zwei Universen, "die nicht zwingend miteinander reden und die doch einander viel zu sagen haben", sagte Besson.

An der Universität Zürich ist seit Oktober 2015 eine Professur für Spiritual Care eingerichtet, die derzeit Simon Peng-Keller inne hat. Die Professur geht auf Initiative des Zürcher Generalvikars Josef Annen zurück und wird von den beiden Landeskirchen finanziert.

KNA

06.08.2019 - Frankreich , Gesundheit , Medizin