Sonderveröffentlichung

Erben und vererben

Immer mehr Menschen in Deutschland können sich einer Umfrage zufolge vorstellen, ihr Erbe zumindest teilweise für einen gemeinnützigen Zweck zu hinterlassen. Waren es 2013 nur 11 Prozent der Deutschen ab 50 Jahren, die dies bejahten, stieg der Anteil zuletzt auf 28 Prozent. Das geht aus einer Anfang des Jahres veröffentlichten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ hervor. Unter den Kinderlosen kann sich demnach gut die Hälfte vorstellen, eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken.

Wer sich vorstellen kann, gemeinnützig zu vererben, möchte dies der Umfrage zufolge beispielsweise für Umwelt-, Natur- und Tierschutz oder für soziale Zwecke tun. Ebenfalls genannt wurden etwa Kinder- und Jugendhilfe, Not- und Katas­trophenhilfe, Sanitäts- und Rettungsdienste sowie Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Gefragt nach den Beweggründen, nannten die Teilnehmer häufiger den Wunsch, ihre Werte an die nachfolgende Generation weiterzugeben. Auch das Ziel, etwas Bleibendes schaffen oder der Gesellschaft etwas zurückgeben zu wollen, spielen eine Rolle. Andere Befragte gaben an, dass ihre Angehörigen bereits versorgt seien oder dass sie keine hätten und nicht wollten, dass das Erbe an den Staat fällt. Dagegen nahm die religiöse Motivation im Vergleich der beiden Umfragen ab: Nur noch 8,2 Prozent benannten sie, nach 19 Prozent im Jahr 2013.

Als Grund dafür, nichts gemeinnützig vererben zu wollen, gaben sieben von zehn Befragten an, sie wollten lieber ihre Angehörigen versorgen. Drei von zehn Befragten waren der Meinung, ihr Erbe sei zu klein, und man könne damit nichts bewegen. KNA

11.08.2020 - Anzeigen , Hilfswerke