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Ein Stück Menschenwürde

Jochen (Name geändert) hat viele Nächte in eisiger Kälte und diesen Sommer auch in großer Hitze verbringen müssen, ohne Obdach, auf der Straße, der sogenannten „Platte“, mit dünnem Schlafsack. Das Schlimmste, sagt er, sei es, wenn das Herz friert. Mit 15 Jahren floh er aus einem lieblosen, gewaltbehafteten Zuhause, suchte Trost im Alkohol, geriet auf die „schiefe Bahn“. Damit begann die Spirale aus Gelegenheitsjobs, Hoffnungslosigkeit, Kündigungen bis hin zur Wohnungslosigkeit. Mit dem Leben auf der Straße verließen ihn auch die letzten Freunde. 

Endlich wieder Wärme

Ein Mitarbeiter der Caritas Stuttgart redete mit ihm und bot ihm einen Platz im betreuten Wohnen an. Endlich wieder Wärme, eigene vier Wände und eine helfende Hand! Inzwischen kommt Jochen jeden Tag auf einen Plausch mit der Leiterin in die Tagestätte „Olga46“ der Caritas Stuttgart. Manchmal erzählt er von seinen Träumen: Statt unendlicher Einsamkeit wieder Freunde treffen, mal gemeinsam an den Bodensee fahren und ja, einmal mit einem Therapeuten über seine schrecklichen Kindheitserfahrungen reden.

Seit über 50 Jahren ist „Olga46“ eine der wichtigen Anlaufstätten für wohnungslose Menschen, Menschen in Armut, aus Notunterkünften oder Wohnheimen in der Stadt. Hier gibt es neben einer täglichen warmen Mahlzeit auch eine Kleiderkammer, Waschgelegenheiten und Hilfe bei der Wundversorgung. Außerdem Bücher, Spiele und Mitmach­angebote in der Kreativ­werkstatt. In der Coronazeit mussten diese Angebote reduziert werden, doch seit diesem Frühjahr stehen unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln wieder alle Angebote zur Verfügung. 

„Menschen wie Jochen liegen mir am Herzen, sie haben einfach etwas Wärme verdient. Ich bin froh, wenn wir unseren Gästen das bieten können – durch einen heißen Kaffee oder ein kurzes Gespräch, durch ein paar Minuten, in denen wir diesen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, unser Ohr schenken. Die Situation von armen und wohnungslosen Menschen zu verbessern, und sei es nur mit einer Mahlzeit oder etwas Zeit zum Reden, motiviert mich jeden Tag aufs Neue“, sagt Miriam Schiefelbein-Beck, Leiterin der Tagesstätte „Olga46“. 

Die Tagesstätte wird zum Teil von der Stadt finanziell unterstützt. Um die noch fehlenden Mittel aufzubringen, ist diese auf Spenden angewiesen. Miriam Schiefelbein-Beck betont: „Jetzt sind Spenden umso mehr willkommen, weil Heizungs- und Lebensmittelkosten deutlich gestiegen sind. 

Spenden:

Die Caritas-Tagesstätte „Olga46“ bittet diesen Winter um finanzielle Unterstützung. Informationen darüber, wie man konkret helfen kann,  gibt es unter www.caritas-stuttgart.de/spenden

06.12.2022 - Anzeigen , Hilfswerke