Katholische Sonntagszeitung https://www.katholische-sonntagszeitung.de Fri, 30 Jan 2026 09:17:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Katholischer Reformdialog Synodaler Weg in letzte Runde gestartet https://www.katholische-sonntagszeitung.de/katholischer-reformdialog-synodaler-weg-in-letzte-runde-gestartet-609360/ Fri, 30 Jan 2026 09:17:04 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609360 Mit positiven Einschätzungen ist am Donnerstag in Stuttgart die Abschlusssitzung des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland gestartet. Bis Samstag ziehen in der baden-württembergischen Landshauptstadt Bischöfe, Ordensleute und Laien Bilanz des sechsjährigen Reformprojekts. Die beiden Präsidenten, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und die Vorsitzende des Laien-Dachverbands ZdK, Irme Stetter-Karp, sprachen übereinstimmend von einem gelungenen „Kulturwandel“.

Bätzing erklärte, bei dem Reformprojekt sei es um „Umkehr und Erneuerung“ gegangen. Ausgangspunkt sei der „Schock des Missbrauchsskandals“ gewesen, der viel Vertrauen zerstört habe. Stetter-Karp würdigte das „gute Miteinander von Bischöfen und Laien“, das sich im Laufe eines „leidenschaftlichen Ringens um den richtigen Weg“ ergeben habe.

Ausdrücklich dankte Bätzing den Gesprächspartnern in der vatikanischen Kurie, die den Synodalen Weg kritisch begleitet hätten. Er sei zuversichtlich, dass es für die geplante Synodalkonferenz die nötige Zustimmung aus Rom geben werde. Man habe „alle römischen Anmerkungen“ eingearbeitet. Es gebe auch im Vatikan einen „Willen, diesen Weg mitzutragen“. Das neue nationale Beratungs- und Beschlussgremium von Bischöfen und Laien soll im November an den Start gehen.

„Denen, die in Deutschland noch Nein sagen, reichen wir die Hand“, sagte ZdK-Vizepräsident Thomas Söding in Richtung einer Kritiker-Gruppe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, die beide nicht bei der Abschlusssitzung dabei sind. Söding betonte, die geplante Synodalkonferenz habe ein dreifaches Mandat: politisch, pastoral und finanziell. Der Theologe bezeichnete die sechste und letzte Synodalversammlung schon zum Auftakt als einen Erfolg. Man habe Kurs gehalten und die Hausaufgaben gemacht.

Nach Ansicht des Fuldaer Bischofs Michael Gerber besitzt der Synodale Weg eine Strahlkraft auch über die Kirche hinaus. Er selbst, sagte Gerber, habe den Synodalen Weg als „Schule der Empathie“ erlebt, in der es beispielsweise zu einem ehrlichen Austausch mit Angehörigen sexueller Minderheiten gekommen sei.

Vor dem Konferenzort in Stuttgart hatten sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von katholischen Verbänden und Reformgruppen versammelt, um ihren Ruf nach Änderungen im kirchlichen Leben zu erneuern.

Unterdessen wies der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck Vorwürfe zurück, der Synodale Weg stehe im Widerspruch zur kirchlichen Lehre: „Er sollte als Ausdruck gelebter katholischer Verantwortung verstanden werden – verbunden mit einem gemeinsamen, ehrlichen Ringen um die nächsten Schritte.“

Eine negative Bilanz zog der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Anuth. „Die greif- und messbaren Ergebnisse des Synodalen Wegs bleiben weit hinter den Ansprüchen des Anfangs zurück“, sagte er der „Rheinischen Post“.

An dem bis Samstag dauernden Treffen in Stuttgart nimmt auch der Papstbotschafter, Nuntius Nikola Eterovic, teil. Mehrere Bischöfe waren aus unterschiedlichen Gründen abwesend. Zu ihnen gehört Bischof Voderholzer, der zeitgleich an einer Versammlung der für die katholische Lehre zuständigen Glaubensbehörde im Vatikan teilnahm. Aus dem Erzbistum Köln nimmt ein Bischof teil. Insgesamt sind in Stuttgart 177 Synodale zugegen.

Karin Wollschläger (KNA)

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Verbände fordern gesetzlichen Schutz für Bargeld https://www.katholische-sonntagszeitung.de/verbaende-fordern-gesetzlichen-schutz-fuer-bargeld-609357/ Fri, 30 Jan 2026 09:06:44 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609357 Für Verbraucher in Deutschland soll auch künftig die Möglichkeit bestehen, mit Bargeld zahlen zu können. Ein Bündnis aus Sozial-, Wirtschafts- und Verbraucherverbänden hat dafür am Donnerstag einen Appell an die Bundesregierung vorgelegt. Darin fordern die Organisationen einen gesetzlichen Schutz des Bargelds.

Zwar habe sich auch die schwarz-rote Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag zum Erhalt des Bargelds bekannt. In der Realität nähmen aber die Möglichkeiten, Bargeld abzuheben, sowie die Akzeptanz von Bargeld als Zahlungsmittel im Handel ab, erklären die Verbände.

„Für viele Menschen kann das zum echten Problem werden“, betonte die Finanzmarktexpertin von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Dorothea Mohn. Sie verweist auf Umfragen, wonach knapp ein Drittel der Deutschen im vergangenen Jahr vor der Situation gestanden habe, dass eine Bargeldzahlung abgelehnt wurde. Fast ebensoviele gaben zudem an, dass der Weg zum nächsten Bankautomaten in den vergangenen Jahren deutlich länger geworden sei.

Dagegen wünsche sich eine Mehrheit der Bevölkerung weiterhin, auch mit Bargeld zahlen zu können. „Viele Menschen empfinden gerade bei kleinen Beträgen digitale Zahlungen als unübersichtlich und wollen nicht so viele Daten offenlegen“, erklärte Mohn. Es gehe hier auch darum, die Privatsphäre der Verbraucher zu schützen.

Michael David, bei der Diakonie für Armutsbekämpfung zuständig, wies zudem darauf hin, dass gerade für Menschen in prekären Situationen, etwa Obdachlose, Bargeld oft die einzige Möglichkeit sei, überhaupt zahlen zu können. Bargeldsysteme seien im Gegensatz zu digitalen Zahlungssystemen inklusiv und ermöglichten soziale Teilhabe. „Wenn Menschen keine echte Wahl mehr haben, wie sie bezahlen wollen, dann ist das ein Problem, auch für die Demokratie“, betonte David.

Der Diakonie-Experte hob zusätzlich auch einen praktischen Nutzen des Bargelds im Nahbereich hervor, etwa bei Garagenflohmärkten, Kuchenbasaren oder Spendensammlungen. „Diese Form nachbarschaftlicher Aktivitäten ist ohne Bargeld kaum umsetzbar.“

Die Verbände fordern in ihrem Appell deswegen, ein Gesetz zum Schutz von Bargeld auf den Weg zu bringen. Dieses solle klare Regeln für die Akzeptanz von Bargeld sowie den kosten- und barrierefreien Zugang sicherstellen und das Zahlungsmittel so zukunftssicher machen.

Das sei auch ein sicherheitspolitischer Faktor vor dem Hintergrund von Stromausfällen oder Hackerangriffen, die die digitale Finanzinfrastruktur bedrohten, erklärten die Experten. Sie verweisen dafür auch auf Beispiele aus dem Ausland. So werde in Schweden, früher absoluter Vorreiter im bargeldlosen Zahlen, nun wieder umständlich eine Bargeldinfrastruktur aufgebaut – als Schutzmechanismus gegen Cyberkriminalität.

Ein oft vorgebrachtes Argument für die Abschaffung des Bargelds, nämlich Geldwäsche und Steuerhinterziehung auf diesem Weg zu bekämpfen, sehen die Appellanten nicht als stichhaltig an. „Weniger Bargeld wird letztlich nicht dazu führen, Finanzkriminalität einzuschränken“, erklärte Mohn. Zudem verliere der Staat jährlich rund 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung; etwa ein Viertel dessen, was nach Schätzung der Bundesbank überhaupt an Bargeld im Umlauf ist. „Die Dimension macht deutlich, dass es da nicht am Bargeld liegen kann“, ergänzte David. Wichtiger sei es diesbezüglich, die Behörden bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität besser auszustatten.

Zu den Unterzeichnern des Appells gehören den Angaben zufolge mehrere Sozial- und Wohlfahrtsverbände, darunter Caritas, Diakonie und AWO, die Verbraucherzentrale Bundesverband, sowie aus der Wirtschaft der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und der Deutsche Schaustellerbund. Er wurde demnach bereits am Mittwoch an Bundesfinanz-, Justiz- und Familienministerium sowie die Bundesbank geschickt.

KNA

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Kontinentaler Rekord: In Alfaro ist größte Innenstadt-Kolonie der Adebare zu Hause https://www.katholische-sonntagszeitung.de/kontinentaler-rekord-in-alfaro-ist-groesste-innenstadt-kolonie-der-adebare-zu-hause-609120/ Thu, 29 Jan 2026 11:50:10 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609120

Zahlreiche Fernseh­aufnahmen und Tausende von Fotos im Internet zeugen von Europas größter innerstädtischer Storchen-Kolonie. Zu Hause ist sie im spanischen Alfaro in der Rotwein-Provinz La Rioja, auf halbem Weg zwischen Saragossa und Bilbao. Inzwischen gibt es gar Fototapeten, welche die Vögel auf den Dächern der Michaels-Kirche zeigen, dem größten und schönsten Gotteshaus der Stadt. Statiker des frühbarocken Ziegelbauwerks sehen das mit Sorge.

Meterbreit sind die Flügel, die Beine ausgeklappt zur Landung. Im Gleitflug geht es zielgenau ins Nest, wo der hungrige Nachwuchs schon wartet. Diesmal ist es eine Schlange, die der sorgende Storchenvater seinen drei Nesthockern mitgebracht hat. Direkt neben der Kirchturmuhr hat er mit seiner Frau Quartier gemacht – so wie immer in den vergangenen Jahren.

Das Pärchen ist eine von knapp 100 Storchenfamilien, die in Alfaros Michaels-Kirche hausen. Früher waren es noch mehr, doch viele Adebare wurden umgesiedelt, um den Einsturz der Kirche zu verhindern. Kaum ein anderer Vogel in Europa nämlich baut größere und schwerere Nester als der Weißstorch. Und da Storchenpaare ihre Wohnung nur in Notlagen wechseln, ist auch ihr Nestbau so gut wie nie abgeschlossen.

Tonnenschwere Horste

Nicht selten werden die Horste der Vögel drei bis vier Meter hoch. Bei einem Durchmesser von rund zwei Metern wird ein Storchennest schnell ein oder zwei Tonnen schwer. „Da kann man leicht ausrechnen“, erfährt man bei der Stadtverwaltung, „welches Gewicht bei über 100 Storchenpaaren auf unsere Kirche drückt.“ Weil das frühbarocke Gotteshaus wegen seiner imposanten Ziegelsteinarchitektur aber zu Spaniens Nationaldenkmälern gehört, wurden bislang viele Dutzend Vögel umgesiedelt.

Bis zu 90 Storchfamilien will die Stadt Alfaro noch auf dem Dach der Michaels-Kirche dulden. Fotos: Schenk

© Foto: Schenk

Inzwischen sind ganze Abschnitte der Kirche mit elektrisch geladenen Drähten versperrt. Man versucht, die Tiere daran zu gewöhnen, sich andere Nistplätze zu suchen. Maschendraht und Gitter auf den Dächern erschweren den Nestbau. Zudem tragen Helfer das Nistmaterial immer wieder ab, um das auf die Statik drückende Gewicht der Nester zu reduzieren. Rund 100 000 Euro stellen Staat und Kirche dafür jährlich zur Verfügung.

Mehr als 90 Storchenfamilien will man auf den Kirchendächern nicht mehr dulden. Früher waren es ein gutes Drittel mehr. Das Erlebnis, vielen hundert Störchen ganz nahe zu kommen, trübt das nicht. Das wissen auch die Anwohner zu schätzen, die gegenüber der Kirche Zimmer vermieten, um Feriengästen einen Blick in die Storchennester zu garantieren. Fotografen, die mit ihren Teleobjektiven den Vögeln nirgends näherkommen als in Alfaro, hilft eine Treppe hinter dem Gottes­haus, mit deren Hilfe man den bis zu fünf Kilo schweren Adebaren fast auf Augenhöhe begegnen kann.

Es klappert vom Kirchdach

Immer wieder klappert es vom Kirchdach. Zwar haben auch Störche eine Art Stimme, doch weil die meist zu schwach zur Verständigung ist, unterhalten sich Weißstörche in der Regel mit den Schnäbeln. Klapperstorch nennt der Volksmund deshalb die Vögel, die mit über zwei Metern Flügelspannweite gemächlich über der Michaels-Kirche kreisen. Natürliche Feinde haben die Störche in der Region um Alfaro keine. Auch in Spanien gelten sie im Volksglauben als Kinderbringer.

Bis zu vier Kinder zieht ein Storchenpaar zwischen April und August gewöhnlich auf. Vier Jahre später kann auch der Nachwuchs eigene Eier ausbrüten – in Alfaro meist mehr als sonst in der Welt, erzählt man stolz in der Stadt. Und auch auf die Menschen scheint das abzufärben, gibt es in der 10 000-Einwohner-Stadt doch rund 50 Zwillingspärchen, dazu noch ein paar Drillinge und Vierlinge.

Ein Festessen bieten Alfaros Adebaren die Ufer am benachbarten Ebro: Insekten, Fische, Eidechsen, Schlangen und kleine Nager wie Mäuse, Ratten, Maulwürfe oder Hamster. Entgegen dem Volksglauben stehen Frösche weit weniger auf dem Speiseplan der Fleischfresser, die normalerweise wenig anspruchsvoll sind und das essen, was sie finden. Zur Not kann das auch mal stinkendes Aas sein.

Ganz langsam würgt der Storchenvater die Schlange aus seinem langen Hals. Der Nachwuchs streckt sich aus dem Nest, um satt zu werden. Es ist ein Bild, auf das mancher Fotograf vor dem Touristenbüro auf der Plaza de España lange gewartet hat. Auch Wasser hat der Weißstorch seinen Jungen mitgebracht – nicht nur im Sommer bei Temperaturen von manchmal über 40 Grad ist das wichtig.

Winterurlaub in Alfaro

Wegen gestiegener Temperaturen sparen sich viele Vögel inzwischen im Winter den Weg in wärmere Gefilde. Auch der eine oder andere deutsche Adebar verbringt seinen Winterurlaub statt in Afrika jetzt in Alfaro. Das zumindest zeigen Satellitendaten, welche die Chips übermitteln, die Forscher vielen Vögeln implantiert haben.

Und auch wenn der Winter wie in diesem Jahr etwas kälter ist: Spätestens ab Februar sind alle Storchennester auf der Michaels-­Kirche wieder belegt. Mit einem kleinen Volksfest feiert man Jahr für Jahr deshalb den Gedenktag des heiligen Blasius am 3. Februar – getreu dem Sprichwort „Por San Blas las cigüeñas verás“. Oder zu Deutsch: Zu Sankt Blasius wirst du die Störche sehen.

Günter Schenk

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Junge Menschen können für 25 Euro am Katholikentag teilnehmen https://www.katholische-sonntagszeitung.de/junge-menschen-koennen-fuer-25-euro-am-katholikentag-teilnehmen-609225/ Thu, 29 Jan 2026 09:05:47 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609225 Katholikentag im Mai teilnehmen. Das teilte der Würzburger Bischofsvikar für den Katholikentag, Albin Krämer, bei einer Pressekonferenz mit. Das sogenannte „Mutmachticket“ für die gesamte Veranstaltung koste für alle Teilnehmer bis einschließlich 25 Jahre nur 25 Euro. Der nicht ermäßigte Preis liegt bei 135 Euro. Laut Krämer gibt es eine solche Aktion zum ersten Mal. Ermäßigte Dauerkarten für die mehrtägige Veranstaltung kosten 79 Euro, Familien können ein Familienticket für 179 Euro erwerben. Wer Grundsicherung, Bürgergeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhält, bezahlt 26 Euro, Kinder bis 11 Jahre können den Katholikentag kostenfrei besuchen. Gruppen aus dem Bistum Würzburg können Tickets für einzelne Tage für 29 statt 39 Euro pro Person buchen. Voraussetzung seien eine Abnahme von mindestens 30 Stück und eine Bestellung bis zum 15. März. Bis dahin gibt es auch Frühbucherrabatte für andere Tickets. Der Katholikentag in Würzburg findet vom 13. bis 17. Mai 2026 unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ statt. Dabei stehen Gottesdienste, Podien zu politischen und gesellschaftlichen Fragen sowie kulturelle und weitere spirituelle Angebote auf dem Programm. KNA]]> Treffen im Vatikan nährt Gerüchte über Papstreise nach Afrika https://www.katholische-sonntagszeitung.de/treffen-im-vatikan-naehrt-geruechte-ueber-papstreise-nach-afrika-609222/ Thu, 29 Jan 2026 08:57:11 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609222 Papst, früher Leiter des Augustinerordens, äußerte bereits den Wunsch, dort die Orte zu besuchen, die mit dem Leben des heiligen Kirchenvaters Augustinus verbunden sind. Neben Algerien soll Leo XIV. weitere Länder auf dem afrikanischen Kontinent besuchen: Der Vatikanbotschafter in Angola berichtete über Pläne. Kamerun und Äquatorialguinea zählen ebenso zu potenziellen Zielen. Beobachter gehen von einer Reise im April aus. Im Juni soll nach Angaben spanischer Bischöfe ein Besuch in ihrem Land folgen – mit Stopps in Madrid, Barcelona, Guadalupe und auf den Kanarischen Inseln. Der Vatikan bestätigte bislang keine der Reisen offiziell. KNA]]> Katholisches Reformprojekt Synodaler Weg startet Abschlusssitzung https://www.katholische-sonntagszeitung.de/katholisches-reformprojekt-synodaler-weg-startet-abschlusssitzung-609219/ Thu, 29 Jan 2026 08:52:25 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609219 Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Ab diesem Donnerstag zieht die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen, Ordensleuten und Laien in Stuttgart drei Tage Bilanz. Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Vorhabens, das seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Der Vatikan zeigte im Verlauf des Prozesses immer wieder Grenzen auf. Zwei prominente Kritiker des Synodalen Wegs, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, nehmen nicht an der Abschlusssitzung teil. Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing stehen dem Projekt als Präsidenten vor. Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten eine Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts sowie die Möglichkeit zur Segnung von homosexuellen Paaren. In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer bundesweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen und Beschlussfassungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Die Synodalkonferenz könnte sich – vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom – im November konstituieren. KNA]]> Gottesmutter statt Mutter Erde https://www.katholische-sonntagszeitung.de/gottesmutter-statt-mutter-erde-609210/ Thu, 29 Jan 2026 08:14:28 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609210 REGENSBURG – Das Akademische Forum Albertus Magnus hat eine erste öffentliche Veranstaltung unter ihrem neuen Direktor Domvikar Dr. Christian Schulz abgehalten. Vorgänger Prof. Dr. Sigmund Bonk, der die Institution elf Jahre lang geprägt hatte, war im vergangenen Dezember verabschiedet worden. Der Start unter Domvikar Schulz ist gut gelungen. Die erste Veranstaltung fand im Priesterseminar Regensburg statt. Sie war ein Vortrag von Prof. Dr. Manfred Hauke aus Lugano, der über „Mariologie und Schöpfungstheologie. Von der ,Mutter Natur’ zur Gottesmutter“ sprach. Hauke ist seit 2005 Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie sowie Mitglied der Internationalen Marianischen Päpstlichen Akademie (PAMI). Gleich zu Beginn bekundete Hauke, passend zum Akademischen Forum, seine „Sympathie“ für Albertus Magnus. Er verdanke seine Berufung als Priester der Mitgliedschaft in einer Albertus-Magnus-Gruppe bei einem Franziskaner an dem Gymnasium, das er besuchte, ganz maßgeblich. Hauke zeigte die geschichtlichen Bewegungen auf, die eine „Vergöttlichung der Erde“ bewirken. Es wurde in der Menschheitsgeschichte nämlich wiederholt gefragt, ob die Erde ein Lebenwesen sei, welches dann wiederholt vergöttlicht wurde. Tatsächlich wurde dann die Jungfrau Maria in der Väterzeit auch einmal als „neue Erde“ bezeichnet. Heidnisch war es, eine „Mutter Erde als Gattin des gestirnten Himmels“ zu verstehen. Es gab Versuchungen, Baal und Astarte und ihrer Fruchtbarkeitsreligion nachzugeben, was etwa der Prophet Elija im Alten Testament heftig bekämpfte. Konkret war Isebel, Ahabs Frau, Anhängerin des Fruchtbarkeitskultes – Bezüge zu der sogenannten Pluralistischen Religionstheologie heute eingeschlossen, auf die der Vortragende Hauke freundlich-kritisch hinwies. Wie sich herausstellte, geben bereits die Heiligen Schriften beredt Auskunft, wie diese Auswüchse oder vielmehr Verirrungen klar korrigiert wurden, etwa bei dem alttestamentlichen Propheten Hosa, der die Ehe als Symbol des Bundes zwischen Gott und seinem Volk bestimmt. Gemäß Neuem Testament ist Jesus Christus als Bräutigam der Kirche bezeichnet, während die Jungfrau Maria keine irgendwie irdene oder Erdgöttin ist, sondern die neue Eva. Sie ist die Frau, die Königin der ganzen Schöpfung. Somit wurde auch der Zwischenfall 2019 vom Vortragenden Prof. Hauke klar eingeordnet, als in Rom eine Verbindung zwischen einer indigenen „Pacha Mama“ und der Jungfrau herzustellen versucht wurde. Dies stand im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode, die zurecht Wert auf die indigene Kultur legte, allerdings die verehrte Figur kurzerhand entwurzelt und aus den Anden, wo sie ihre „Heimat“ hat, nach Brasilien verlegt hat. Dies gewiss aus politischen Gründen. Diesen teils kuriosen, jedenfalls unzutreffenden „Vorführungen“ stellte der Vortragende die echte katholische Marienfrömmigkeit am Beispiel des mexikanischen Marienwallfahrtsortes Gudalupe südlich von Mexiko-Stadt entgegen. Demnach ist die Schöpfung zu verehren (und vor allem auch pfleglich zu behandeln, was damit im Zusammenhang steht). Die Schöpfung sei aber nicht anzubeten, wusste Prof. Hauke. Die Schöpfung sei kein bloßes Material für die menschliche Willkür, sondern weise auf das Geheimnis Gottes, von dem sie geschaffen ist. Hauke: „In Maria öffnet sich die Schöpfung auf den ewigen Gott, den sie in Jesus Christus anbetet.“  Bischof Dr. Rudolf Voderholzer war der erste Teilnehmer aus dem Publikum, der zur folgenden Diskussion einen Beitrag lieferte. Er verwies auf die positive Tradition in der Orthodoxie, wonach am jeweiligen 1. September ein Tag der Schöpfung (mit Bezug zur Verantwortung für diese) gefeiert wird; wobei eine Woche darauf der Geburtstag Mariens gefeiert wird. Damit beginnt traditionell das orthodoxe Kirchenjahr – sodass, wie Dr. Voderholzer anmerkte, Mariae Geburt eine Art Oktavtag zum Schöpfungstag sei. Die Mutter des Wortes Wie aber überhaupt mythische Zusammenhäng einer „Mutter Erde“ mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht werden sollten? Darauf antwortete der Regensburger Pastoraltheologe Prof. Ludwig Mödl in der Diskussion: „Den Mythos gilt es in seiner Aussagekraft zu bedenken. Aufgabe der Theologie ist es, dies reflexiv mit dem katholischen Glauben in Beziehung zu setzen, also das Mythologische in eine reflexive Theologie umzudenken: dass wir es nicht mit einer göttlichen Mütterlichkeit, sondern mit einer irdischen Mütterlichkeit zu tun haben, die aber Mutter des göttlichen Wortes werden kann.“ Für diese „Zusammenfassung meines Vortrags“ dankte Prof. Manfred Hauke. Veit Neumann ]]> Nein zu Hass, Antisemitismus und Diskriminierung https://www.katholische-sonntagszeitung.de/nein-zu-hass-antisemitismus-und-diskriminierung-609138/ Wed, 28 Jan 2026 09:18:28 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609138 Papst Leo XIV. hat eine unerschütterliche Solidarität der katholischen Kirche mit den Millionen Opfern des Nationalsozialismus bekräftigt. „Heute, am Holocaust-Gedenktag, möchte ich daran erinnern, dass die Kirche der festen Position der Erklärung Nostra Aetate gegen alle Formen des Antisemitismus treu bleibt und jede Diskriminierung oder Belästigung aufgrund der ethnischen Herkunft, Sprache, Nationalität oder Religion ablehnt“, schrieb Leo auf der Plattform X am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts am Dienstag. Zugleich verlinkte der Papst die während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) verabschiedete Erklärung „Nostra Aetate“. Damit hatte die Kirche ihr Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen, insbesondere zum Judentum, neu definiert. In dem Text heißt es unter anderem: „Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben.“ Am Abend bekräftigte Papst Leo seine Forderungen nach stärkeren Bemühungen für den Frieden. Es gelte, „die Stimme zu erheben, den Dialog zu suchen, nicht die Gewalt, um Probleme zu lösen, besonders an diesem Tag, an dem wir des Holocaust gedenken“, sagte Leo XIV. auf Fragen von Reportern vor seiner Rückkehr von seinem Zweitwohnsitz Castel Gandolfo in den Vatikan. „Lasst uns gegen jede Form von Antisemitismus kämpfen.“ Die Nationalsozialisten hatten Millionen Menschen umgebracht. Rund sechs Millionen ermordete europäische Juden sind Opfer der Schoah. Seit 30 Jahren erinnert Deutschland am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2005 ist der Tag ein internationaler Gedenktag. KNA]]> Bischof Voderholzer nicht bei Sitzung des Synodalen Wegs https://www.katholische-sonntagszeitung.de/bischof-voderholzer-nicht-bei-sitzung-des-synodalen-wegs-609135/ Wed, 28 Jan 2026 09:10:50 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609135 Voderholzer wird wegen einer Terminkollision nicht an der sechsten und abschließenden Synodalversammlung des deutschen Reformprojekts Synodaler Weg teilnehmen. Wie das Bistum Regensburg der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte, wird er zur gleichen Zeit in Rom an der Vollversammlung des vatikanischen Dikasteriums für die Glaubenslehre teilnehmen. Für Donnerstag sei zu diesem Anlass eine Audienz der Dikasteriums-Mitglieder beim Papst geplant. Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird der Sitzung in Stuttgart fernbleiben. Im Interview des Portals domradio.de erklärte er: „Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen.“ Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; „und an diesen habe ich auch teilgenommen“. Woelki, Voderholzer sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom aber nicht am Synodalen Ausschuss, der eine ständige Synodalkonferenz vorbereiten sollte. Laut Auskunft ihrer Pressestellen planen Bischof Oster und der Eichstätter Diözesanadministrator Alfred Rottler, bei der sechsten Synodalversammlung des Synodalen Weges vom 29. bis 31. Januar dabei zu sein. KNA]]> Überlebende spricht im EU-Parlament https://www.katholische-sonntagszeitung.de/ueberlebende-spricht-im-eu-parlament-609108/ Tue, 27 Jan 2026 09:51:31 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=609108 Bundestag gedenkt erst am Mittwoch der Millionen Opfer des Holocausts, das Europaparlament dagegen am heutigen Holocaust-Gedenktag. Neben der Präsidentin Roberta Metsola wird sich eine Zeitzeugin an die Volksvertreter wenden. Im Europaparlament wird die Auschwitz-Überlebende Tatiana Bucci sprechen. Mit einer Gedenkfeier am Dienstagmittag erinnert das Parlament in Brüssel an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Dort wurden schätzungsweise 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet. Insgesamt starben während des Zweiten Weltkriegs 1939 bis 1945 rund sechs Millionen Juden durch die Massenvernichtung der Nationalsozialisten. Die EU-Abgeordneten werden den Angaben zufolge mit einer Schweigeminute der Opfer gedenken. Auch eine Rede von Parlamentspräsidentin Metsola ist geplant. Tatiana Bucci wurde 1938 in Fiume geboren, einer Stadt im damaligen Norditalien, die heute zu Kroatien gehört. 1944 verhafteten die Nationalsozialisten sie und ihre Familie und deportierten sie nach Auschwitz. Tatiana und ihre Schwester Andra gehören zu den jüngsten Kindern, die Auschwitz überlebten und sich an ihre Erfahrungen erinnern können, wie das Parlament im Vorhinein der Gedenkveranstaltung mitteilte. Nach der Befreiung wurden die Schwestern in ein Waisenhaus in England geschickt. Im Dezember 1946 wurden sie in Italien mit ihren Eltern wiedervereint. 1996 kehrten die Schwestern zum ersten Mal nach Auschwitz zurück. Tatiana Bucci lebt heute in Belgien. Bereits am Montag rief EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu auf, die Lehren aus der Schoah weiterzugeben. „Holocaust-Verzerrungen werden benutzt, um uns zu spalten, Verbrechen zu relativieren und Antisemitismus anzuheizen“, warnte von der Leyen. „Nichts kann jemals rechtfertigen, eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Europas zu verzerren, zu verharmlosen oder zu instrumentalisieren.“ Es sei Aufgabe aller, die Erinnerungen akkurat zu pflegen und ein Europa frei von Antisemitismus und Hass aufzubauen. Zum Holocaust-Gedenktag sind Appelle lautgeworden, die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen auch nach dem Tod der Zeitzeugen wachzuhalten. So unterstrichen Fußball-Erstligist Borussia Dortmund und mehrere Unternehmen „ihre historische Verantwortung für die Erinnerung an den Holocaust und den entschlossenen Einsatz gegen Antisemitismus“, wie der Freundeskreis Yad Vashem in Berlin mitteilte. Die Lebenshilfe pochte darauf, die Anerkennung der Opfer des sogenannten Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten als Verfolgte des Nazi-Regimes auch rechtlich zu verankern. Die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen und von Borussia Dortmund unterstützen die sogenannte Survivors‘ Declaration („Erklärung der Überlebenden“). Sie war den Angaben zufolge im Jahr 2002 von Holocaust-Überlebenden in Yad Vashem vorgestellt worden. Hintergrund sei, dass das „Zeitalter der Überlebenden“ zu Ende gehe und bald niemand mehr persönlich sagen könne: „Ich war dort.“ Weltweit gibt es nach Schätzungen der Jewish Claims Conference noch etwa 196.600 jüdische Holocaust-Überlebende. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Menschen, die vor mehr als 80 Jahren als Kinder dem Massenmord des NS-Regimes an den Juden in Europa entkamen. Zu ihnen gehört auch Tova Friedman, die als bekannte Zeitzeugin, Therapeutin und Autorin in den USA lebt. Sie spricht am Mittwoch in der Gedenkstunde des Bundestags zu Ehren der NS-Opfer. Mit Blick auf die Betroffenen der NS-Euthanasie-Morde und von Zwangssterilisierungen erinnerte die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, daran, dass sie im vergangenen Jahr als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt worden seien. „Nach dem Beschluss des Deutschen Bundestags muss die Anerkennung als Verfolgte nun auch rechtlich verankert werden.“ Deutschland müsse rechtlich klarstellen, „welch furchtbares Leid diesen Menschen angetan wurde und dass sie als Gruppe systematisch dem Morden und medizinischen Missbrauch preisgegeben waren“. Die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE kritisierten Judenhass an Schulen. „Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit nehmen wieder zu, in Schulen ebenso wie im gesamtgesellschaftlichen analogen und digitalen Miteinander. Die Politik ist in der Pflicht, alles Erdenkliche zu tun, um diese Entwicklung zu bremsen und umzukehren“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Demokratiebildung dürfe nicht an den Rand gedrängt werden. KNA]]>