Katholische Sonntagszeitung https://www.katholische-sonntagszeitung.de Fri, 18 Sep 2026 08:49:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Neuer Eichstätter Bischof Christian Würtz wird staatlich vereidigt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/neuer-eichstaetter-bischof-christian-wuertz-wird-staatlich-vereidigt-623664/ Fri, 18 Sep 2026 08:49:06 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623664 Der künftige Eichstätter Bischof Christian Würtz wird an diesem Freitag staatlich vereidigt. Vor dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) soll der 55-jährige Würtz im Münchner Prinz-Carl-Palais „Deutschland und dem Lande Bayern“ die Treue schwören. Das teilte die Bayerische Staatskanzlei mit. Mit dem Eid verpflichtet sich ein Bischof in Bayern mit seinen Priestern zur Achtung der verfassungsmäßigen Ordnung.

Christian Würtz war im Juli von Papst Leo XIV. zum Bischof von Eichstätt ernannt worden. Die offizielle Amtseinführung ist für den 4. Oktober geplant. Der gebürtige Karlsruher ist zurzeit noch Weihbischof im Erzbistum Freiburg. Weihbischöfe unterstützen die Ortsbischöfe. Würtz wird der jüngste katholische Ortsbischof in Deutschland sein. Er hat mehrere akademische Qualifikationen: Vor der Theologie absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften. In beiden Fächern hat er einen Doktortitel.

KNA

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Hildesheimer Katholiken wünschen sich nahbaren Bischof https://www.katholische-sonntagszeitung.de/hildesheimer-katholiken-wuenschen-sich-nahbaren-bischof-623661/ Fri, 18 Sep 2026 08:46:12 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623661 Im Rahmen der Suche nach einem neuen Bischof von Hildesheim sind inzwischen mehr als 90 schriftliche Vorschläge beim Hildesheimer Domkapitel eingegangen. Darin würden 40 bis 50 Namen möglicher Kandidaten genannt, sagte der Domdechant und emeritierte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bongartz zeigte sich mit der bisherigen Beteiligung an der Bischofssuche sehr zufrieden. „Die hohe Zahl der Zuschriften zeigt, dass sich die Leute motiviert fühlen zu schreiben und es ein echtes Interesse gibt.“

Das Bistum Hildesheim ist seit dem 21. Juni ohne Diözesanbischof. Der bisherige Amtsinhaber Heiner Wilmer, der das Bistum seit 2018 geleitet hatte, wechselte an diesem Tag als Bischof nach Münster. Bei der Suche nach einem Nachfolger bemüht sich das Domkapitel, ein Gremium aus acht Priestern, erstmals um eine breite Beteiligung der rund 523.000 Katholiken der norddeutschen Diözese.

Am Dienstagabend hatten sich Domkapitulare und Mitglieder des bisherigen Diözesanpastoralrats, eines Beratungsgremiums des früheren Bischofs, zeitgleich an acht Orten im Bistum mit Katholiken über deren Erwartungen an einen neuen Bischof ausgetauscht. Nach Angaben des Bistums nahmen insgesamt rund 630 Menschen teil. Bongartz selbst war bei einem Gottesdienst und dem anschließenden Gespräch in Göttingen.

Dort habe es einen großen Konsens über die Erwartungen an den künftigen Bischof gegeben, sagte der Domdechant. „Das Profil heißt: Er soll menschlich sein, er soll auf die Menschen zugehen können.“ Zudem solle der künftige Bischof die Probleme der Gemeinden kennen, dort präsent sein, zuhören können und die Zusammenarbeit von hauptamtlichen Mitarbeitern und ehrenamtlich engagierten Gläubigen stärken.

Nach Einschätzung von Bongartz besteht dabei eine breite Zustimmung zum synodalen Kurs der vergangenen Jahre. Das Bistum habe unter Bischof Wilmer intensiv daran gearbeitet, den Reformprozess Synodaler Weg auf die eigene Diözese zu übertragen. In der großflächigen Diaspora des Bistums gebe es einen starken Wunsch, anschlussfähig an die Menschen zu sein und insbesondere auch ökumenisch zusammenzuarbeiten.

In den Briefen ist das Bild laut Bongartz etwas vielfältiger. Neben vielen Zuschriften auf derselben Linie gebe es auch Stimmen aus einem eher konservativen Spektrum, die sich eine stärkere Intervention durch einen Bischof wünschten. Diese Beiträge seien aber weder überzogen noch kämpferisch, sondern sehr kommunikativ und höflich.

Domkapitel und frühere Mitglieder des mit Wilmers Wechsel aufgelösten Diözesanpastoralrats wollen nun auf Basis der Rückmeldungen gemeinsam eine Kandidatenliste erarbeiten. Ziel sei ein Konsens über drei bis fünf Namen. Formal müsse das Domkapitel anschließend über die Liste entscheiden, sagte Bongartz.

Die Bischofswahl in Hildesheim richtet sich nach dem Preußenkonkordat von 1929. Das Domkapitel muss dem Apostolischen Nuntius, dem Botschafter des Papstes in Deutschland, eine Kandidatenliste übermitteln. Daneben können auch andere Bischöfe und der Nuntius selbst Namen vorschlagen. In Rom wird daraus schließlich eine Dreierliste erstellt und dem Hildesheimer Domkapitel zur Wahl vorgelegt. Der Papst bestätigt anschließend die Wahl und ernennt den neuen Bischof.

Bongartz erklärte: „Wir wollen diese Wahl eines neuen Bischofs nicht zuallererst zu einem Politikum machen, sondern wir wollen sie als einen geistlichen Weg verstehen.“ Die Frage, welchen Bischof das Bistum brauche, sei für viele Menschen nicht nur eine Frage der Wahl, sondern auch eine Frage des Gebets.

Michael Althaus (KNA)

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Acht neue pastorale Mitarbeiter fürs Bistum Augsburg https://www.katholische-sonntagszeitung.de/acht-neue-pastorale-mitarbeiter-fuers-bistum-augsburg-623481/ Fri, 18 Sep 2026 08:29:25 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623481 Das Bistum Augsburg kann sich über Verstärkung freuen. Am Samstag entsendet Bischof Bertram Meier acht neue pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dienst. Sechs von ihnen werden künftig als Pastoralreferentinnen und -referenten arbeiten. Was genau ihre Aufgabenfelder sind, erklärt Andreas Ihm.

Laura Brodacki wird in Augsburg in der Katholischen Hochschulseelsorge arbeiten, Sebastian Eble ist neben seiner Arbeit in der Pfarrei Mering auch in der Abteilung „Religiöse Sondergemeinschaften und Weltanschauungsfragen“ tätig, Matthias Schütz arbeitet künftig in der Abteilung „Berufe der Kirche“, Clara Straulino wird im Bereich Behindertenseelsorge eingesetzt, Felicia-Natalie Trefon beim Katholischen Deutschen Frauenbund in Augsburg und Sebastian Trefon wird sich im Bischöflichen Jugendamt um die Ministranten kümmern.

Neben den sechs Pastoralreferenten werden auch zwei Gemeindereferentinnen in den Dienst ausgesandt. Sie helfen in einer Pfarreingemeinschaft in der Kinder- und Jugendarbeit mit und unterrichten Religion an Schulen. So wird Antonia Baur im Dekanat Landsberg Dekanatsreferentin und Birgit Reichert wird in den Pfarreiengemeinschaften Augsburg-Mitte und Herz-Jesu Pfersee tätig sein. Heidi Hentschke, die für die Ausbildung zuständig ist.

Die Aussendungsfeier im Augsburger Dom mit Bischof Bertram Meier wird am Samstag ab 9.30 Uhr live auf der Bistumshomepage und auf www.katholisch1.tv übertragen.

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Jonas: Die Umkehr der Falschen https://www.katholische-sonntagszeitung.de/jonas-die-umkehr-der-falschen-623532/ Fri, 18 Sep 2026 08:00:44 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623532 Auch das Gedächtnis der alttestamentlichen Propheten und Patriarchen wird von der Kirche begangen. Unterm 21. September vermerkt das Heiligenverzeichnis „Martyrologium Romanum“ neben dem Evangelisten Matthäus den „heiligen Propheten Jonas, Sohn des Amittai, nach dem ein Buch des Alten Testaments benannt ist. Sein berühmtes Entkommen aus dem Bauch des großen Fisches deutet das Evangelium als ein Zeichen für die Auferstehung des Herrn.“

Historisch taucht die Gestalt Jonas’ im Zweiten Buch der Könige (14,25) auf, als Jerobeam II. das Nordreich Israel regierte. Dessen Herrschaft dauerte von 781 bis 742 vor Christus. Die alttestamentliche Lehrerzählung, die als Buch des Propheten Jonas überliefert ist, ist dagegen zeitlos und verwendet Ortsangaben als Chiffren.

Zu Beginn des gleichnamigen Buchs ergeht an Jonas das Wort des Herrn, der gottlos verkommenen Stadt Ninive das Strafgericht anzudrohen. Ninive nun war die Hauptstadt der Assyrer, das heißt einer feindlichen Großmacht. Die Metropole war zwar zur Abfassungszeit des Prophetenbuchs spätestens um das Jahr 200 vor Christus längst untergegangen, war aber als Ortssymbol allen Übels in Erinnerung geblieben.

„Furchtbar weit weg“

Um eben nicht ausgerechnet dieser Stadt das Strafgericht anzudrohen und vielleicht mittels der Bußfertigkeit ihrer Einwohner doch noch ihre Rettung zu erwirken, macht sich Jonas zwar auf den Weg, zieht allerdings in die genau entgegengesetzte Richtung und schifft sich nach Tarschisch ein. Tarschisch ist geographisch nicht fassbar und meint „furchtbar weit weg“; die Reise nach dort und zurück konnte drei Jahre dauern (2 Chr 9,21). Tarschisch steht jedoch nicht nur für die denkbar größte räumliche Entfernung, sondern geradezu für Gottesferne. In der Gottesrede beim Propheten Jesaja gehört Tarschisch „zu den fernen Inseln, die noch keine Kunde von mir gehört und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben“ (66,19). Der Auftrag des Herrn würde sich dort erübrigen.

Schiffsökumene und Fisch

Als das Schiff unterwegs in Seenot gerät und auseinanderzubrechen droht, „gerieten die Seeleute in Furcht und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe“ (Jon 1,5). Jonas bekennt sich als flüchtiger Hebräer und verantwortlich für den Sturm und wird ins Meer geworfen, worauf die überwältigten Matrosen sich zu seinem Gott bekehren und ihm Opfer schlachten und Gelübde machen.

„Der Herr aber schickte einen großen Fisch, dass er Jonas verschlinge. Jonas war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches“, im „Leib der Unterwelt“ (Jon 2,1.3). Nach einem kunstvollen Psalm, an dessen Ende Jonas bereit ist, seinen Auftrag zu erfüllen, wird er wieder an Land gespien. Darauf geht er endlich nach Ninive und dringt mit seiner Strafpredigt in die Stadt. Als der König davon vernimmt, hüllt er sich in ein Bußgewand, setzt sich wie der Dulder Hiob in die Asche und ordnet strengstes Fasten für alle Menschen – und Tiere – an.

„Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht“ (Jon 3,10). So bewirkte Jonas’ Predigt tatsächlich die Umkehr der Niniviten und – sehr zu seinem Missfallen – die Verschonung der Stadt. Jonas findet sich schlecht ab mit der Umkehr der Falschen und der Barmherzigkeit Gottes. Zornig gibt er an, so etwas schon geahnt zu haben und dass er sich darum dem Wort des Herrn entziehen wollte: „Denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen“ (Jon 4,2).

Noch zorniger wird Jonas, als eine Rizinusstaude, die ihm Schatten spendete, verdorrt und ihn die stechende Sonne fast ohnmächtig werden lässt. Da belehrt ihn der Herr: „Du hast Mitleid mit einem Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Soll ich da nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können – und außerdem so viel Vieh?“ (Jon 4,10–11).

Ritual und Kalender

Das Buch Jonas wird am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur im Gottesdienst komplett gelesen. Die Umkehr Ninives und der frömmeren Heiden dient der Gemeinde als Beispiel für Fasten, Gebet und Abkehr vom Weg des Unrechts. Auf den einzelnen Versöhnungsbereiten bezogen mag noch die Deutung des Namens „Jonas: Taube“ als „Seele“ mitschwingen. Jom Kippur wird am 10. Tag des Monats Tischri begangen, der im Jahr 2026 sinnigerweise vom Abend des 20. bis zum Abend des 21. September reicht. Der christliche Gedenktag geht aber eher auf eine uralte Klostergründung zurück.

Besondere Bedeutung hat die Symbolik der drei Tage, die Jonas im Bauch des Fisches verbrachte. Jesus beruft sich bei der Ankündigung, der Menschensohn werde drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein, ausdrücklich auf die Jonaserzählung und weigert sich, den Juden ein anderes Zeichen als das des Jonas zu geben (Mt 12,40; Lk 11,29). Deswegen findet sich die Abbildung des Jonas mit dem Fisch auf zahlreichen Sarkophagen und Taufsteinen der christlichen Antike.

Wenn sich aber an Bord eines Schiffes allerhand Missgeschicke häufen, wird gerne ein „Jonas“ dafür verantwortlich gemacht. Sicherlich dachte auch der Schriftsteller Carlo Collodi an die Jonas-Erzählung, als er seine Holzpuppe Pinocchio in einem „Riesenhaifisch“ zu einem verantwortungsvollen Menschenjungen heranreifen ließ. 

Peter Paul Bornhausen

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Papst Leo feiert Namenstag – freier Tag im Vatikan https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-leo-feiert-namenstag-freier-tag-im-vatikan-623604/ Thu, 17 Sep 2026 08:06:42 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623604 Gerade hat Papst Leo XIV. Geburtstag gehabt, schon gibt es wieder Grund zum Feiern: An diesem Donnerstag begeht er seinen Namenstag, der im Vatikan sogar als arbeitsfreier Festtag gilt. Es ist der Gedenktag des heiligen Roberto Francesco Romolo Bellarmino (1542-1621), nach dem der als Robert Francis Prevost geborene Papst benannt ist. Erst am Montag (14. September) beging der gebürtige Chicagoer seinen 71. Geburtstag.

Genau wie der heutige Papst war Robert Bellarmin Ordensmann und Naturwissenschaftler: Der berühmte Jesuit studierte unter anderem Astronomie; der promovierte Kirchenrechtler Prevost ist studierter Mathematiker und seit fast 50 Jahren Mitglied des Augustinerordens.

Sein Namenspatron verhörte als Großinquisitor den Gelehrten Giordano Bruno, der 1600 in Rom als Ketzer hingerichtet wurde. 1930 wurde Bellarmin heiliggesprochen und 1931 zum Kirchenlehrer erhoben.

Für Päpste sind Geburtstage weniger wichtig als Namenstage. Anders als an seinem Geburtstag am Montag sind für Leo XIV. für Donnerstag noch keine öffentlichen Termine bekannt. Zu seinem Ehrentag dürfte er viele Glückwünsche erhalten und zumindest in privatem Rahmen feiern. Zu seinem Geburtstag erhielt Leo XIV. eine Torte mit Kerze zum Auspusten, Glückwünsche und musikalische Grüße.

KNA

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Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen https://www.katholische-sonntagszeitung.de/kardinal-koch-zu-israel-und-gaza-ehrlich-miteinander-sprechen-623601/ Thu, 17 Sep 2026 08:02:51 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623601 Im Nahost-Konflikt plädiert der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch für ein ehrliches Gespräch zwischen Juden und Christen. „Viele Christen befinden sich in einem schmerzhaften Spannungsfeld zwischen ihrer Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und ihrer ethischen Verpflichtung gegenüber den Leidenden in Gaza, vor allem gegenüber den zivilen Opfern“, sagte der Präfekt der Vatikanbehörde für die Einheit der Christen dem Portal Vatican News am Mittwoch.

Unerlässlich sei es gerade in solchen Situationen, den Dialog nicht abreißen zu lassen. „Die Kirche erkennt daher ihre Verpflichtung an, sich für den Frieden sowohl für das israelische als auch für das palästinensische Volk einzusetzen“, sagte Koch. Der Heilige Stuhl sei schon immer davon überzeugt gewesen, dass nur die Schaffung zweier Staaten Frieden im Nahen Osten bringen könne.

Zugleich betonte Koch, für einen Christen sei es unmöglich, antisemitisch zu sein. Das Judentum sei der „Mutterboden“, aus dem das Christentum hervorgegangen sei. „Man kann kein gutes Familienmitglied sein, wenn man seine Mutter nicht schätzt und liebt.“

KNA

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Vatikan wirbt für Religionsdialog – gegen Hass und Spaltung https://www.katholische-sonntagszeitung.de/vatikan-wirbt-fuer-religionsdialog-gegen-hass-und-spaltung-623598/ Thu, 17 Sep 2026 07:50:07 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623598 Der Vatikan fordert mehr weltweiten Einsatz für Religionsvielfalt und Toleranz. In dem am Mittwoch veröffentlichten Dokument „Ein Weg der Hoffnung“ wendet sich die katholische Kirche gegen Christenverfolgung, Antisemitismus und Islamophobie.

„Wie können wir den Ruf nach universaler Geschwisterlichkeit in Gesellschaften, die von wachsender kultureller und religiöser Vielfalt sowie von Krieg und Gewalt geprägt sind (…) in die Praxis umsetzen?“, lautet der Ausgangspunkt der Note. Verfasst wurde sie anlässlich des 60. Jahrestags der Erklärung „Nostra aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Sie war das erste offizielle Dokument, in dem die katholische Kirche die anderen Religionen positiv würdigte.

Die Note bekräftigt das gemeinsame Erbe und die Solidarität mit dem jüdischen Volk. Neben dem gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus sind auch die Konflikte im Nahen Osten ein Thema. Hier seien zwar „viele Kommunikationsbrücken ins Wanken geraten“ und würden weiter auf die Probe gestellt, so die Note. Dennoch seien die Säulen des Dialogs stabil – darauf müsse weiter aufgebaut werden.

Zugleich verurteilen die Verfasser Islamophobie im Westen, die nicht angemessen zwischen Fundamentalismus und Gewalt einerseits und dem friedlichen Leben muslimischer Gläubiger andererseits unterscheide. „Wir müssen jenen christlichen Gemeinschaften danken, die im Geiste der Gastfreundschaft sowie eines besseren Verständnisses und einer größeren Wertschätzung gegenüber muslimischen Gläubigen gewachsen sind“, heißt es.

Gleichzeitig blieben Schwierigkeiten im Dialog. In einigen Regionen sei insbesondere das Zusammenleben von Muslimen und Christen durch historische Konflikte geprägt, was das Vertrauen erschwere. Anderswo untergrüben Fundamentalismus, Vorurteile und politische Manipulation religiöser Zugehörigkeiten oder Gewalt im Namen Gottes die Grundlagen des Dialogs. In säkularisierten Gesellschaften werde das Religiöse manchmal an den Rand gedrängt oder instrumentalisiert.

„Angesichts derer, die Spaltungen schüren und Konflikte vorbereiten, sind heute die Gläubigen der verschiedenen Traditionen und an erster Stelle ihre Oberhäupter (…) aufgerufen, mit Klarheit und Hoffnung nach den Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben zu suchen“, so die Verfasser. Die Geschwisterlichkeit unter Gläubigen verschiedener religiöser Traditionen sei kein bloßes Ideal, sondern eine moralische, geistliche und soziale Notwendigkeit.

Der knapp 30 Seiten umfassende Aufruf, der bei allen Religionen für Respekt, Dialog und ein friedliches Zusammenleben wirbt, wurde von drei Kurienbehörden gemeinsam verfasst: den Dikasterien für die Glaubenslehre, für die Förderung der Einheit der Christen und für den interreligiösen Dialog.

KNA

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Offenbar nur kleines Protokoll für den Papst in Paris https://www.katholische-sonntagszeitung.de/offenbar-nur-kleines-protokoll-fuer-den-papst-in-paris-623589/ Wed, 16 Sep 2026 09:07:37 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623589 Offenbar auf Wunsch von Leo XIV. wird der bevorstehende Papstbesuch in Paris protokollarisch niedriger gehängt, als es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wünschte. Das jedenfalls berichten in dieser Woche französische und US-amerikanische Medien im Vorfeld der Papstreise vom 25. bis 28. September.

Demnach soll der Vatikan eine ganze Reihe von Vorschlägen der Gastgeberseite abgelehnt haben. So soll der Empfang im Élysée-Palast ohne den sonst üblichen Trommelwirbel der Republikanischen Garde stattfinden. Auch ein vom Präsidialamt vorgeschlagenes Gala-Dinner soll Leo XIV. ausgeschlagen haben.

Größte Enttäuschung für den Präsidenten, der dem Ende seiner Amtszeit entgegengeht, soll den Berichten zufolge die Ablehnung einer Exklusiv-Führung in der nach dem Brand von 2019 wieder aufgebauten Kathedrale Notre-Dame sein: Macron höchstselbst, der die Restaurierung weitgehend aus französischen Steuermitteln finanzierte und sie zu einem persönlichen Prestige-Projekt machte, wollte den Gast aus Rom durch das gotische Juwel führen. Dazu und damit auch zu den erwünschten Bildern werde es nun aber nicht kommen.

Ob es die Vorschläge des Präsidenten tatsächlich gab und ob sie vom Vatikan abgelehnt wurden, ist nicht sicher. Die jeweiligen Protokollabteilungen machen vor Staatsbesuchen in der Regel keine Angaben über vorab diskret erfolgte Absprachen.

Sollten die Berichte zutreffen, wäre damit laut Beobachtern eine klare Botschaft an Macron, aber auch an die Katholiken in Frankreich verbunden. Macron hatte sich persönlich und mit Erfolg für die Aufnahme eines „Rechts auf Abtreibung“ in die französische Verfassung eingesetzt. Zudem tritt er für eine weitgehende Liberalisierung der Beihilfe zum Suizid bei schwerkranken Menschen ein. Der Papst wollte, so interpretieren einige die Botschaft des mutmaßlich abgespeckten Protokolls, seinen Gastgeber dafür nicht auch noch mit schönen Bildern belohnen.

KNA

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Kardinal Reinhard Marx lobt Qualität der ausgezeichneten Beiträge https://www.katholische-sonntagszeitung.de/kardinal-reinhard-marx-lobt-qualitaet-der-ausgezeichneten-beitraege-623586/ Wed, 16 Sep 2026 09:00:57 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623586 Drei Journalisten und zwei Journalistinnen haben am Dienstagabend in München den Katholischen Medienpreis 2026 erhalten. Der deutsche Medienbischof Kardinal Reinhard Marx lobte die Qualität der ausgezeichneten Beiträge: „Wo sorgfältig recherchiert, aufmerksam zugehört und differenziert erzählt wird, kann Journalismus Nähe herstellen, ohne Distanz und kritischen Blick aufzugeben.“ Sie förderten damit die Fähigkeit, Fehlentwicklungen wahrzunehmen und zu korrigieren.

Die Jury hatte 195 eingesandte Beiträge zu würdigen. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an Alfred Breuer für das im ARD-Hörfunk gesendete Radiofeature „Ausbeutung mit System – Indische Fahrradkuriere in Deutschland“.

Die Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld würdigte in ihrer Laudatio die zurückhaltende Kommentierung Breuers und seinen Verzicht auf Skandalisierung. Sein Beitrag mache die ganze Ambivalenz eines Gemeinwesens sichtbar, das auf Einwanderung angewiesen sei, sie aber bis heute nicht würdig organisiere.

Der Preisträger beklagte, ausdauernder investigativer Journalismus werde angesichts stetig schrumpfender Finanzierungsmöglichkeiten immer schwieriger. Umso wichtiger seien Förderungen und Preisgelder, solange sie nicht seine Unabhängigkeit beeinträchtigten.

Die Kategorie Print gewann Maik Großekathöfer mit dem im „Spiegel“ veröffentlichten Artikel „Ich bin immer bei Dir“ und erhielt 2.500 Euro Preisgeld. Den Preis in der Kategorie Video, ebenfalls mit 2.500 Euro dotiert, erhielt Gabriele Jenk für den vom WDR ausgestrahlten Beitrag „Der sinnlose Tod meines Sohnes – Eine Mutter sucht Antworten“.

Der mit derselben Summe dotierte Sonderpreis der Jury wurde Simone Gaul und Bastian Berbner für den fünfteiligen Podcast „Irma. Das Kind aus Srebrenica“, zuerkannt. Er wurde erstmals von der „Zeit“ online veröffentlicht.

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) vergeben.

KNA

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Stimme für das Ehrenamt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/stimme-fuer-das-ehrenamt-623544/ Wed, 16 Sep 2026 08:24:07 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=623544 REGENSBURG/BERLIN (mf/jh) – „Vier Tage – Zehn Gespräche – Eine Stimme aus Regensburg“, unter diesem Motto stand die Berlinreise des Vorstands des Diözesankomitees, die kürzlich stattfand. Auf Einladung des Regensburger Bundestagsabgeordneten Peter Aumer, der als Einzelpersönlichkeit Mitglied im Diözesankomitee ist, wurde ein Programm ausgearbeitet. Dieses beinhaltete sowohl kirchliche als auch weltliche Gesprächspartner. Das Thema Ehrenamt zog sich wie ein roter Faden durch die Unterredungen.

Im Bundeskanzleramt gab es eine Gesprächsrunde mit Hanna Schepper, Referentin im Referat für die Verbindung zu Kirchen, Religionsgemeinschaften und jüdisches Leben. Themen waren der Bereich Ehrenamtsförderung, Pflegeneuordnungsgesetz und Religionsfreiheit. Es seien steigende Zahlen beim Antisemitismus zu beobachten und auch schleichende Einschränkungen bei der Ausübung der Religion durch den Druck bestimmter Menschen. 

Häusliche Pflege stärken

In einem Gespräch mit Christian Westhoff von der Abteilung Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt wurde über die Möglichkeiten einer bundesweit einheitlichen Ehrenamtskarte diskutiert. Auch wurde die Forderung, dass für Ehrenamtliche in Leitungspositionen Rentenpunkte anerkannt werden sollten, kommuniziert. 

Mit Emmi Zeulner MdB, Obfrau im Bundestagsausschuss für Gesundheit, tauschte man sich über das Pflegeneuordnungsgesetz aus, das in einem ersten Entwurf eine Reduzierung des Rentenanspruchs für häusliche Pflegepersonen vorsieht. Der Vorstand des Diözesankomitees forderte dagegen eine bessere Unterstützung der häuslichen Pflege, da diese eher dem Menschen gerecht werde und letztendlich auch günstiger sei. Ein weiteres Thema war die Hospiz- und Palliativversorgung im ländlichen Raum. 

In einem Gespräch mit Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), ging es um die aktuelle politische Lage, insbesondere kurz nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dabei wurde auch die Bedeutung der Wahl für die Kirchen erörtert.

Bei einem Zusammentreffen mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Hubertus Matehus Maria van Mengen, besprach man die kirchliche Situation in Deutschland. Der Nuntius zeigte sich dankbar für den Austausch und bat darum, den Glauben auch im Alltag zu leben. Der Vorstand des Diözesankomitees stellte die Arbeit des Gremiums vor. Er wies darauf hin, dass im Bistum Regensburg die Verbände sehr stark seien und deshalb auch im Diözesankomitee zusammengeschlossen seien. Durch die hinzugewählten Einzelpersönlichkeiten könne man den Katholiken eine Stimme geben.

Im Austausch mit dem Leiter des katholischen Büros, Prälat Dr. Karl Jüsten, erfuhren die Vorstandsmitglieder des Diözesankomitees vieles über die Arbeit des katholischen Büros. Es gilt als Schnittstelle zwischen den Abgeordneten und der katholischen Kirche.

Debatte im Bundestag

Der letzte Tag war dem Besuch des Bundestags vorbehalten. Nach der Generaldebatte mit einem Schlagabtausch zwischen Opposition und Regierung gab es eine Führung durch das Haus. 

Den Abschluss der Berlinreise bildete eine Gesprächsrunde mit den Abgeordneten Peter Aumer, Martina Englhardt-Kopf, Florian Oßner, Stefan Schmidt und Dr. Carolin Wagner, die aus dem Bistum Regensburg kommen. Schwerpunkte waren neben der Engagementförderung in Ehrenämtern auch die Situation des ländlichen Nahverkehrs und das Verhältnis von Kirche und Staat. 

Auch wenn das Ehrenamt vor allem aus Eigenmotivation entstehe, müsse es unterstützt werden, betonten die Gesprächspartner. Man war sich einig, dass man optimistisch in die Zukunft gehen wolle und dass der Gesellschaft etwas fehlen würde, wenn es die Kirche nicht gäbe.

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