Katholische Sonntagszeitung https://www.katholische-sonntagszeitung.de Tue, 05 May 2026 08:59:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Ruhrbischof Overbeck gratuliert Schalkern zum Bundesliga-Aufstieg https://www.katholische-sonntagszeitung.de/ruhrbischof-overbeck-gratuliert-schalkern-zum-bundesliga-aufstieg-615234/ Tue, 05 May 2026 08:57:24 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615234 Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck freut sich mit den Schalkern über ihr Comeback in der obersten Fußballklasse. „Der FC Schalke 04 hat mit seinem Aufstieg in die 1. Bundesliga etwas geschafft, das viele Herzen im Ruhrgebiet höherschlagen lässt“, sagte Overbeck am Samstagabend. Mit einem 1:0-Sieg gegen Düsseldorf hatte Schalke am 32. Spieltag der 2. Liga den Aufstieg perfekt gemacht.

Overbeck gratulierte dem Verein, der Mannschaft, allen Verantwortlichen sowie den vielen Fans von Herzen zu diesem großartigen sportlichen Erfolg. Damit sorge das Team weit über Gelsenkirchen hinaus für Begeisterung. Der Fußball stifte Gemeinschaft, verbinde Menschen über Herkunft, Alter und soziale Grenzen hinweg und könne – wie die Kirche – helfen, Solidarität und Zusammenhalt zu stärken, sagte der Ruhrbischof.

„Gerade der Traditionsclub Schalke 04 steht seit vielen Jahrzehnten für Nähe zu den Menschen im Revier, für Bodenständigkeit und für ein vielfältiges soziales Engagement in der Region“, betonte der Kirchenmann. Er dankte allen, die sich im und rund um den Verein mit Herzblut für Kinder, Jugendliche und benachteiligte Menschen einsetzten.

Weiter ermutigte Overbeck dazu, auch künftig Verantwortung zu übernehmen und Werte wie Fairness, Respekt und Mitmenschlichkeit hochzuhalten: „Möge der Aufstieg nicht nur sportlicher Erfolg sein, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung für viele Menschen hier im Ruhrgebiet.“

KNA

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Vatikan veröffentlicht Absage an deutsche Bischöfe zu Segensfeiern https://www.katholische-sonntagszeitung.de/vatikan-veroeffentlicht-absage-an-deutsche-bischoefe-zu-segensfeiern-615231/ Tue, 05 May 2026 08:54:21 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615231 In der Debatte um förmliche Segensfeiern für homosexuelle Paare will der Vatikan offenbar für klare Verhältnisse sorgen. Am Montag stellte die oberste Glaubensbehörde einen bisher nicht veröffentlichten Brief vom 18. November 2024 ins Netz. Darin hatte der Leiter des Dikasteriums, Kardinal Víctor Fernández, den deutschen Bischöfen erläutert, warum der Vatikan deren Vorstoß für förmliche Segnungsfeiern für homosexuelle Paare ablehnt.

Der Brief ist an den für Liturgiefragen zuständigen Trierer Bischof Stephan Ackermann gerichtet. In Deutschland hatte die Zeitschrift „Communio“ bereits daraus zitiert.

Damit nimmt die Debatte eine neue Wendung zwischen Rom und denjenigen deutschen Bischöfen, die eine feierliche Segnung homosexueller und anderer Paare befürworten, die nicht kirchlich heiraten dürfen. Dazu gehören auch Paare, die nach einer Scheidung zivil erneut heiraten.

Zuletzt hatte am 23. April Papst Leo XIV. auf die entsprechende Frage einer Journalistin geantwortet, der Vatikan habe den deutschen Bischöfen mitgeteilt, dass man solche offiziellen Segnungsfeiern ablehne.

Daraufhin hatten einige Bischöfe, unter ihnen der frühere Konferenzvorsitzende Georg Bätzing (Limburg), erklärt, sie wollten dennoch daran festhalten. Derzeit gibt es in der katholischen Kirche in Deutschland bei diesem Thema eine Art Flickenteppich: Einige Bischöfe haben feierliche Segnungen offiziell eingeführt, andere dulden sie stillschweigend, wieder andere genehmigen sie nicht.

Der entscheidende Knackpunkt in der Debatte ist, dass die Deutsche Bischofskonferenz eine Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ verabschiedet hat, in der offizielle Segensfeiernfür homosexuelle Paare und Paare, die nach einer Scheidung wieder zivil verheiratet sind, vorgesehen sind.

Der Vatikan dagegen hatte zwar im Dezember 2023 das bahnbrechende Schreiben „Fiducia Supplicans“ veröffentlicht. Darin hatte Fernández das strikte Nein zur Segnung homosexueller Paare aufgeweicht und Seelsorgern die Möglichkeit eingeräumt, Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu segnen. Allerdings hatte er – auch nach Protesten vor allem aus afrikanischen Ländern – immer wieder betont, dass es sich maximal um eine beiläufige und eher spontane Segnung handeln dürfe.

Es dürfe aber keine offiziellen Feiern in einem gottesdienstlichen Rahmen geben, die den Anschein einer kirchlichen Trauung vermitteln könnten. Diese Argumente hat der Leiter der Glaubensbehörde auch in dem jetzt nachlesbaren Schreiben an Bischof Ackermann ausführlich dargelegt.

KNA

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Sachsens Bischöfe trauern um Opfer von Leipziger Todesfahrt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/sachsens-bischoefe-trauern-um-opfer-von-leipziger-todesfahrt-615228/ Tue, 05 May 2026 08:50:18 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615228 Nach der mutmaßlichen Amokfahrt eines Mannes in der Leipziger Innenstadt haben Sachsens Bischöfe den Opfern und deren Angehörigen ihr Mitgefühl ausgedrückt. „In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken und im Gebet bei den Toten, den Verletzten und allen, die dieses Geschehen miterleben mussten“, erklärte Dresdens katholischer Bischof Heinrich Timmerevers am Montagabend.

„Den Angehörigen und Freunden der Opfer wünsche ich Trost und Beistand“, fügte der Bischof hinzu. „Allen Einsatzkräften sowie den Helferinnen und Helfern in den Kliniken danke ich für ihren Dienst und bitte für sie um Kraft.“

Er stehe auch mit den Seelsorgern vor Ort in Kontakt, ergänzte Timmerevers. Der „schreckliche Vorfall“ mache ihn tief betroffen und fassungslos. Noch sei vieles unklar, doch in den kommenden Stunden und Tagen könnten „die Behörden hoffentlich weiter aufklären, was geschehen ist und welche Hintergründe es gibt“.

Auch der evangelische Landesbischof Tobias Bilz äußerte sich bestürzt. „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und allen, die durch dieses Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden“, erklärte er am Montagabend. „Solche Taten treffen uns ins Mark.“

Bilz appellierte an die Menschen, sich den eigenen Ängsten um das Sicherheitsgefühl nicht auszuliefern. „Als Gesellschaft stehen wir zusammen – und wir sehen: In Momenten größten Leids wächst oft eine besondere Kraft der Solidarität.“

In den Leipziger Innenstadtkirchen Sankt Nikolai und Sankt Thomas können Menschen der Opfer gedenken. Beide Kirchen seien geöffnet, sagte der Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirche. Zudem ist am heutigen Dienstag um 17 Uhr eine ökumenische Gedenknacht in der Nikolaikirche geplant.

Nach bisherigen Informationen von Polizei und Behörden war am Montag ein 33-jähriger Deutscher mit einem Auto durch eine Fußgängerzone in der Leipziger Innenstadt gefahren und hatte dabei zwei Menschen getötet und mehrere verletzt, mindestens drei davon schwer. Der Täter sei festgenommen worden, die Staatsanwaltschaft gehe von einer Amokfahrt eines Einzeltäters aus, hieß es. Der Mann soll am heutigen Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

KNA

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Eurostat: Behinderte Menschen erleben doppelt so oft Diskriminierung https://www.katholische-sonntagszeitung.de/eurostat-behinderte-menschen-erleben-doppelt-so-oft-diskriminierung-615216/ Mon, 04 May 2026 11:23:34 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615216 Menschen mit Behinderung fühlen sich mehr als doppelt so häufig diskriminiert wie Menschen ohne Behinderung. Das geht aus Daten aller EU-Länder hervor, die das Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg veröffentlichte; einen Tag vor dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Mehr als 9 Prozent der Menschen mit Behinderung in der EU gaben an, sich 2024 beim Kontakt mit Behörden diskriminiert gefühlt zu haben – bei Menschen ohne Behinderung waren es nur 4 Prozent.

Bei der Wohnungssuche fühlten sich rund 8 Prozent der Menschen mit einer gesundheitlichen Einschränkung diskriminiert, verglichen mit etwa 5 Prozent der Menschen ohne Behinderung. Auch im Alltag berichteten Menschen mit Behinderung häufiger von Diskriminierung: 5 Prozent fühlten sich in Geschäften, Cafés oder Freizeiteinrichtungen diskriminiert (ohne Behinderung: 3 Prozent), 4 Prozent in Bildungseinrichtungen (ohne Behinderung: 2 Prozent).

Die Daten beruhen laut Eurostat auf Selbsteinschätzungen der Befragten, die angaben, ob sie sich in den vergangenen zwölf Monaten – bei der Wohnungssuche in den vergangenen fünf Jahren – diskriminiert gefühlt haben.

KNA

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Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. für Mitte Mai erwartet https://www.katholische-sonntagszeitung.de/erste-enzyklika-von-papst-leo-xiv-fuer-mitte-mai-erwartet-615177/ Mon, 04 May 2026 07:06:48 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615177 Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. ist offenbar auf den 15. Mai terminiert. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) aus unterschiedlichen vatikanischen Quellen erfuhr, will der Papst an diesem Tag das Lehrschreiben unterzeichnen.

Thematisch soll es dem Vernehmen nach unter anderem um Künstliche Intelligenz, den Frieden und die Krise des Völkerrechts sowie um weitere aktuelle Gefährdungen der Menschheit gehen. Mit dem Datum 15. Mai wird, so heißt es im Vatikan, der historische Anspruch einer großangelegten Sozialenzyklika unterstrichen. Das erste derartige Lehrschreiben hatte Leo XIII. am 15. Mai 1891 mit dem Titel „Rerum novarum“ veröffentlicht.

Damals setzte sich die katholische Kirche erstmals systematisch mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander. Erst danach entwickelte sich in der katholischen Kirche die „Soziallehre“. Sie hat sich seither zu einem wichtigen Zweig der neuzeitlichen Theologie entwickelt.

40 Jahre später, am 15. Mai 1931, unterzeichnete Papst Pius XI. die Enzyklika „Quadragesimo anno“. In ihr wurde unter dem Einfluss des deutschen Jesuiten Oswald von Nell-Breuning die Soziallehre perfektioniert und das Prinzip der Subsidiarität entwickelt. Zudem erklärte die Enzyklika die Unvereinbarkeit von christlicher Lehre und Sozialismus, da dieser das Eigentum und die menschliche Person nicht genügend respektiere.

Weitere 30 Jahre später unterschrieb Johannes XXIII. seine Sozialenzyklika „Mater et magistra“ ebenfalls an einem 15. Mai. Im Jahr 1961 machte er sich vor allem für Mitbestimmung in den Betrieben stark.

Die Sozialenzyklika „Centesimus annus“ im Jahr 1991 von Johannes Paul II. wurde abweichend von der Tradition am 1. Mai unterzeichnet, womit der polnische Papst seine Nähe zur Arbeiterbewegung betonte. In diesem Lehrschreiben ging es um die Folgen der Überwindung des Kommunismus in Europa. Es enthält die bislang klarste Würdigung der Marktwirtschaft als System, das Wohlstand schafft.

Die mit Spannung erwartete Sozialenzyklika von Leo XIV. wurde dem Vernehmen nach unter dem Arbeitstitel „Magnifica humanitas“ verfasst. Sie würde mit der Unterzeichnung am 15. Mai an die Tradition der großen päpstlichen Lehrschreiben des 19. und 20. Jahrhunderts anknüpfen.

Genau eine Woche zuvor feiert der Papst das einjährige Jubiläum seiner Wahl vom 8. Mai 2025. Aus diesem Anlass reist er zum Heiligtum der Rosenkranz-Madonna von Pompeji. Das in Italien populäre „Bittgebet zur Muttergottes von Pompeji“ wird seit dem späten 19. Jahrhundert stets am 8. Mai begangen.

KNA

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Papst Leo XIV. ruft zur Verteidigung der Pressefreiheit auf https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-leo-xiv-ruft-zur-verteidigung-der-pressefreiheit-auf-615174/ Mon, 04 May 2026 07:02:50 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615174 Papst Leo XIV. hat zur Verteidigung der Pressefreiheit aufgerufen. Anlässlich des von der Unesco ausgerufenen Welttages der Pressefreiheit sagte er am Sonntag vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz: „Leider wird dieses Recht oft verletzt. Manchmal ganz offen, manchmal auch in verborgener Weise. Denken wir an die vielen Journalisten und Reporter, die Opfer von Kriegen und Gewalt werden!“

Zuvor hatte der Papst die Muttergottes um Hilfe in anderen Anliegen gebeten und daran erinnert, dass sich die katholische Kirche im Monat Mai in besonderer Weise Maria zuwendet. „Ich empfehle ihr meine Anliegen – vor allem, was die Einheit der Kirche und den Frieden in der Welt betrifft“, so der Papst.

Der Hinweis auf die Sorge um die Einheit der Kirche erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen der traditionalistischen Piusbruderschaft und dem Vatikan. Die Traditionalisten haben für Anfang Juli die eigenständige Weihe von Bischöfen ohne Zustimmung des Papstes angekündigt. Dies könnte eine Exkommunikation, also den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft, und eine erneute Kirchenspaltung zur Folge haben.

KNA

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Die Nördlingerin Salome Wahl wurde in der Osternacht getauft https://www.katholische-sonntagszeitung.de/die-noerdlingerin-salome-wahl-wurde-in-der-osternacht-getauft-614718/ Sat, 02 May 2026 06:00:47 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=614718 NÖRDLINGEN – Mit 17 Jahren hat sich Salome Wahl aus Nördlingen taufen lassen – bewusst und nach einem intensiven inneren Weg. Aus ihrer Kindheit kannte sie den Glauben nicht: „Ich bin ohne Religion aufgewachsen, wir haben zwar Weihnachten gefeiert, aber der Hintergrund war mir nicht klar.“ Der Glaube spielte lange keine Rolle in ihrem Alltag.

Erst vor etwa zwei Jahren begann sich das zu ändern. „Plötzlich kam das Thema in mein Leben“, erzählt sie. Immer wieder sei sie mit Glaubensfragen in Berührung gekommen – durch Gespräche, durch eigene Recherchen, in ihrem Freundeskreis: „Eine meiner Freundinnen hat zum Glauben gefunden und sehr viel mit mir darüber gesprochen. Da bin ich neugierig geworden.“

Aus Neugier wurde ein ernsthaftes Suchen. Salome bestellte sich Bücher, kaufte eine Bibel und begann zu lesen. „Oft habe ich einfach zufällig etwas aufgeschlagen. Und dabei hasse ich eigentlich lesen.“ Dennoch ließ sie das Gelesene nicht mehr los. Besonders beeindruckten sie die biblischen Prophezeiungen: „Da sind ja auch viele schon in Erfüllung gegangen. Das kann doch kein Zufall sein.“ Noch mehr berührte sie eine zentrale Botschaft: „Dass Gott einen immer liebt.“

Auch ohne festen religiösen Rahmen hatte sie schon früher gebetet: „Aus einem Gefühl heraus – das gab mir ein gutes, schönes Gefühl.“ Mit der Zeit vertiefte sich dieses Empfinden. Sie informierte sich im Internet, schaute Videos – und merkte, wie das Thema immer präsenter wurde: „Plötzlich wurde mir das auch aufs Handy immer mehr ausgespielt.“

Religiöse Bildung aus der Schulzeit konnte ihr dabei nur begrenzt helfen. „Es war alles sehr theoretisch. Es ging fast nie um Jesus“, sagt sie rückblickend über den Religions- und Ethikunterricht. Ihre eigentliche Auseinandersetzung begann erst.

„Katholisch ist klar“

Bemerkenswert ist, dass Salome Wahl zunächst zum Glauben fand – und erst danach eine Konfession wählte. „Ich habe gezielt gesucht, was für mich passt.“ Im katholischen Glauben fand sie schließlich ihre geistliche Heimat: „Ich finde gut, dass es auf der ganzen Welt eine Einheit ist. Katholisch ist für mich strukturiert und klar. Das große Ganze ist klar.“ Für sie ist es „die erste Kirche, das ursprüngliche Christentum“.

Der nächste Schritt ließ nicht lange auf sich warten. „Nach meinem Bibellesen bin ich ins Pfarrbüro gegangen und habe gesagt, dass ich getauft werden möchte.“ Es folgten mehrere Monate intensiver Vorbereitungsgespräche mit Pfarrer Benjamin Beck.

In der Osternacht wurde Salome schließlich in der Nördlinger Salvator-Kirche getauft – im Beisein ihrer Familie und ihrer Patin. Es war ein feierlicher Moment, der einen langen Weg zum Ziel brachte. Ihre Mutter habe anfangs skeptisch reagiert, erzählt sie, „jetzt unterstützt sie mich sehr“.

Heute fühlt sich Salome im Glauben getragen und gestärkt: „Ich fühle mich ganz anders, innerlich stabiler. Früher habe ich oft keinen Sinn im Leben gesehen. Jetzt denke ich, dass wir auf der Welt sind, um Gutes zu tun und im Sinne Jesu zu handeln.“ Der Glaube prägt auch ihren Alltag: Sie besucht regelmäßig Gottesdienste und bemüht sich um ein liebevolles Verhalten gegenüber anderen.

Auch für ihre persönliche Zukunft hat sie klare Perspektiven gewonnen: Sie befindet sich im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten – eine Entscheidung, die für sie eng mit der neu gewonnenen inneren Orientierung verbunden ist.

„In den vergangenen Jahren durfte ich immer wieder Erwachsene auf die Taufe vorbereiten – zumeist waren es aber eher Menschen mitten im Leben. Deshalb war die Taufe von Salome und zugleich die Aufnahme einer anderen 17-jährigen in die Kirche in der vergangenen Osternacht schon etwas ganz Besonderes“, sagt Pfarrer Beck: „Im Moment wird viel berichtet, dass sich gerade in den westlich geprägten Ländern sehr viele junge Erwachsene der sogenannten Generation Z taufen lassen. Es wäre schön, wenn Salome eine der ersten dieser geistlichen Bewegung bei uns in Deutschland wäre.“

Christina Zuber

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Beim Interessententag zeigten die Malteser, wie Rettungshunde arbeiten https://www.katholische-sonntagszeitung.de/beim-interessententag-zeigten-die-malteser-wie-rettungshunde-arbeiten-614832/ Sat, 02 May 2026 06:00:27 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=614832 Zum Interessententag der Rettungshundestaffel kamen im Jahr 2023 über 20 Interessierte mit ihren Hunden, auf zwei Gruppen aufgeteilt fast zu viele für ein geordnetes Schnuppertag-Programm. Veronika Lappberger, Staffelleitung der Malteser Rettungshunde­staffel, schaut diesmal suchend auf ihr Smartphone. „Oh, schade, noch eine Absage“, meint sie, während die Mitglieder der Rettungshundestaffel mit ihren Autos eintreffen. Alle warten kurz, zwei Interessenten kommen leicht verspätet zum Treffpunkt, dann geht es für die Ehrenamtlichen im Auto-Konvoi hinein in das Trainingsgebiet nahe Gablingen.

Kurze Kennenlernrunde, alle stellen ihren Hund und sich vor, die Hunde bleiben noch im Autokennel. Eine junge Frau hat keinen Hund dabei, möchte sich aber wieder einen zulegen und interessiert sich für die Arbeit der Rettungshundestaffel. Ein Herr, etwa Mitte 50, ist mit seiner holländischen Schäferhündin Emma gekommen. Sie ist mit sieben Jahren zu alt für eine Ausbildung als Flächensuchhund, da zur Zulassung vorgeschriebene Prüfungen bis zum fünften Lebensjahr absolviert werden müssen, erläutert Marco Haase, der seit 13 Jahren Hunde ausbildet.

Flächensuchhunde werden eingesetzt zur Absuche großer Gelände­gebiete, Wälder oder Industriebrachen nach einer vermissten Person. Die feine Hundenase riecht menschliche Hautabschuppungen, die jeder Mensch permanent verliert, und den menschlichen Geruch allgemein. 

Not erkennen

Ein Flächensuchhund sucht nicht einen individuellen Menschen, so wie ein sogenannter Mantrailer. In der Fläche soll der Hund Menschen allgemein anzeigen, die ein untypisches Verhalten aufweisen, beispielsweise sich gekrümmt kauern oder am Boden liegen. Das soll der Hund seinem Hundeführer melden. 

Immer erhält der Flächensuchhund dann eine besonders geschätzte Belohnung, wenn er verwiesen, also gemeldet hat – bei den Malteser-
Rettungshunden gibt es Käsewürfelchen in blauen Plastikboxen, die die sieben geprüften Flächensuchhunde und auch die momentan in Ausbildung befindlichen Vierbeiner kennen und lieben. „So 400 Gramm Käse pro Training gehen locker weg“, meint Marco Haase und schüttelt die Würfelchen in der Futterbox zurecht.

Gasthund Emma darf die erste Grundlagenübung im Futterkreis ausprobieren. Mitglieder der Malteser Hundestaffel verteilen sich in einem großen Kreis und halten mit weit nach vorne gestrecktem Arm ein Leckerchen Richtung Kreismitte, „Zu Menschen im Wald am Boden hingehen. Da gibt es immer ein Leckerchen für mich!“ – so lautet das erste Lernziel beim Futterkreis. 

Erfahrene Hundetrainer erkennen hier viel zum Verhalten und Charakter des Hundes und wie sein Spiel- und Futtertrieb als Ansatz für die Ausbildung ausgeprägt sind. Emma wird in der Kreismitte abgeleint und macht eher vorsichtig ihre Runde zwischen den fremden Menschen mit den Leckereien.

Abstand zum Menschen

Marco Haase zeigte später mit Hündin Lady zusammen mit Freiwilligen im Wald als Verletzte hingekauert die Ausführung einer Flächen­suche. Die Hündin bekam als Signal für den Arbeitseinsatz die Malteser-Hunde-Kenndecke mit lautem Glöckchen angelegt und begann, weitläufig die vermissten Personen im Waldgebiet zu suchen. Nach Auffinden zeigte sie sie durch Verbellen an, mit etwas Abstand zum aufgefundenen Menschen.

Was so spielerisch aussieht, erfordert viel Übung und Erfahrung. An ein Rettungshundeteam werden hohe psychische und körperliche Anforderungen an Mensch wie Hund gestellt, um im realen Einsatzgeschehen in der Rettung von Menschenleben bestehen zu können. Unbedingte Verträglichkeit mit anderen Hunden und unbefangenes Verhalten gegenüber Menschen sind Grundlage. 

Die Trainings- und Ausbildungsphasen für Hund und Mensch sind zeitintensiv und fordernd, und Rettungshundeleute sind ein besonderer Menschenschlag: Sie müssen sich in speziellen, oft belastenden Einsatzlagen bewähren. 

Beate Popfinger mit ihrer fast fünfjährigen Hündin Nella kam über den Kennenlerntag 2023 zur Rettungshundestaffel und ist geblieben. Sie habe viel gelernt, selbst ihre Einsatzsanitäterausbildung abgelegt, das Training mache viel Spaß. Marco Haase gibt Popfinger ein paar Anweisungen, Nella bekommt das Suchhundegeschirr um, und los geht es in den Wald.

Annette Zoepf

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Neuer Himmelskörper nach Papst Leo XIII. benannt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/himmelskoerper-nach-papst-leo-xiii-benannt-615072/ Thu, 30 Apr 2026 07:56:52 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615072 Erstmals ist ein Himmelskörper nach Papst Leo XIII. (1878-1903) benannt worden. Wie die vatikanische Sternwarte am Mittwoch mitteilte, wurde ein Asteroid von der Internationalen Astronomen-Vereinigung (IAU) auf den Namen „Gioacchinopecci“ registriert. Er trägt die Ordnungsnummer 858334 und wurde mit dem vatikanischen Teleskop entdeckt, das auf dem Mount Graham in Arizona steht.

Gioacchino Pecci war der Taufname des 1810 geborenen späteren Papstes Leo XIII., der für die Geschichte der vatikanischen Astronomie eine wichtige Rolle spielte. In seinem Pontifikat wurde 1891 die päpstliche Sternwarte neu gegründet. Er veranlasste dies mit einem Motu proprio, das den Titel „Ut mysticam“ trägt. In dem Schreiben beauftragte der Papst Vertreter der Kirche, die Naturwissenschaften nach Kräften zu fördern.

Nach Päpsten benannte Himmelskörper sind selten. Spektakulär war die Benennung des 1990 entdeckten Kleinplaneten 8661. Er wurde im Jahr 2000 offiziell auf den Namen „Ratzinger“ registriert. Dies war der Familienname des späteren Papstes Benedikt XVI. (2005-2013). Damit wurde der damalige Kardinal Joseph Ratzinger für seine Rolle bei der Neubewertung des Falls Galileo durch den Vatikan geehrt.

Laut Vatikansternwarte gibt es derzeit etwa 1,3 Millionen bekannte Asteroiden. Etwa 850.000 davon tragen einen Namen gemäß der „Working Group for Small Body Nomenclature“ (WGSBN) der IAU.

KNA

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Papst betont weltpolitische Dimension seiner Botschaften in Afrika https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-betont-weltpolitische-dimension-seiner-botschaften-in-afrika-615063/ Thu, 30 Apr 2026 07:49:11 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=615063 Papst Leo XIV. hat im Rückblick auf seine jüngste Afrikareise erklärt, dass er bei seinem Aufenthalt dort nicht nur eine lokale, sondern auch eine weltweite Wirkung erzielen wollte. Über die Politik von US-Präsident Donald Trump sprach er bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz nicht explizit.

Dabei sagte er in englischer Sprache: „Meine Zeit dort zielte darauf, der Welt eine Botschaft des Friedens zu verkünden in einem Augenblick, der von Konflikten und häufigen Verletzungen des Völkerrechts gezeichnet ist.“

Ähnlich äußerte er sich auch in anderen Sprachen. Breiten Raum widmete er in seiner Rückschau den Botschaften, die er an die Völker und Herrscher der vier besuchten Länder gerichtet hatte. Er sagte: „Neben dem Ruf nach Frieden habe ich die schweren Ungerechtigkeiten angeprangert, die in diesen Ländern herrschen, die so reich an Rohstoffen sind; und ich habe die internationale Gemeinschaft aufgefordert, neo-koloniale Haltungen zu überwinden.“

Weiter dankte der Papst dafür, dass die Christen in Afrika ihm ihren Glauben und ihre Hoffnung gezeigt hätten. Diese „widersteht den Enttäuschungen, die von Ideologien und den hohlen Versprechungen der Mächtigen verursacht werden“.

Er fuhr fort: „Diese Hoffnung fordert ein konkretes Engagement, und die Kirche steht in der Verantwortung, mit ihrem Zeugnis und der mutigen Verkündigung des Wortes Gottes die Rechte aller anzuerkennen und sich für ihre wirksame Respektierung einzusetzen.“

Papst Leo XIV. hatte vom 13. bis 23. April Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. Nachdem US-Präsident Trump den Papst unmittelbar vor dessen Abreise wegen verschiedener politischer Äußerungen der vergangenen Wochen scharf kritisiert hatte, waren einige Worte des Papstes in Afrika als Reaktionen auf Trump interpretiert worden.

KNA

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