Katholische Sonntagszeitung https://www.katholische-sonntagszeitung.de Tue, 03 Nov 2026 13:37:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Sinnloses Sterben in Kriegen beenden https://www.katholische-sonntagszeitung.de/sinnloses-sterben-in-kriegen-beenden-626046/ Tue, 03 Nov 2026 09:21:19 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=626046 Papst Leo XIV. hat an die Mächtigen der Welt appelliert, dem sinnlosen Sterben in Kriegen ein Ende zu setzen. Bei einer Messe am Montag in Rom betete er insbesondere für Trauernde, die kürzlich „durch die unsinnige Gewalt des Krieges“ einen geliebten Menschen verloren haben.

„Mögen die Tränen so vieler Mütter, Kinder und älterer Menschen das Gewissen derer wachrütteln, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen!“, sagte er am Gedenktag Allerseelen auf dem römischen Verano-Friedhof.

Zugleich erinnerte er daran, dass für Christen die Verbindung zu den Verstorbenen nicht unterbrochen, sondern nur verwandelt sei. „Durch das Fürbittgebet begleiten wir unsere Lieben auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft mit dem Herrn“, so der Papst. Diese Gemeinschaft werde bereits im Sakrament der Eucharistie in gewisser Weise vorweggenommen.

Weiter verwies Leo XIV. darauf, dass das Gedenken an die Verstorbenen an Allerseelen unmittelbar auf das Hochfest Allerheiligen folgt. „Wir wenden uns an den Vater im Himmel, auf dass das Leben in Heiligkeit und Seligkeit – dessen sich so viele seiner Söhne und Töchter bereits erfreuen – auch die Seelen derer umhülle, die im Frieden schlafen.“ Die biblische Botschaft stärke das Vertrauen der Gläubigen, „dass wir in den Händen Gottes geborgen sind“, sagte der Papst.

Nach der Messe segnete Leo XIV. einige der Gräber auf dem großen Friedhof mit Weihwasser. Für den seit Mai 2025 amtierenden Papst war es das zweite Mal, dass er die traditionelle Messe an Allerseelen auf Roms bekanntestem Friedhof feierte.

Der Campo Verano wurde im 19. Jahrhundert noch zur Zeit des Kirchenstaats errichtet. Dort sind zahlreiche Kardinäle sowie weltliche Prominente bestattet. Leos Vorgänger Franziskus (2013-2025) feierte im Lauf seines Pontifikats am Allerseelentag Messen auf unterschiedlichen Friedhöfen Roms, von 2013 bis 2015 tat er dies auf dem Campo Verano.

KNA

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Eröffnung der Jüdischen Akademie ist ein großer Tag https://www.katholische-sonntagszeitung.de/eroeffnung-der-juedischen-akademie-ist-ein-grosser-tag-626040/ Tue, 03 Nov 2026 09:13:13 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=626040 Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die neue Jüdische Akademie in Frankfurt gewürdigt. „Das ist ein großer Tag für die Jüdische Gemeinde in Frankfurt, aber auch insgesamt in Deutschland“, sagte Bätzing der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Vorfeld der Akademie-Eröffnung. Mit Blick auf die bereits existierenden katholischen und evangelischen Akademien in der Stadt sprach Bätzing von einer „vervollständigten Präsenz religiösen Lebens“.

Generell habe man in der Mainmetropole ein gutes Miteinander der Religionen, sagte Bätzing, zu dessen Bistum Frankfurt gehört. Die neue Akademie sei außerdem ein „starkes Zeichen“ in einer Zeit, in der gegen gestiegenen Antisemitismus gekämpft werden müsse.

KNA

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Diözesaner Weltjugendtag findet in Mindelheim statt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/dioezesaner-weltjugendtag-findet-in-mindelheim-statt-625854/ Tue, 03 Nov 2026 05:16:07 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=625854 Der nächste große Weltjugendtag ist ja erst im kommenden Sommer in Seoul. Aber schon in wenigen Wochen ist der Diözesane Weltjugendtag. Er findet am 14. November im Maristenkolleg in Mindelheim statt und steht unter dem Motto „Brave in Faith“, also „Mutig im Glauben“. Was die Jugendlichen da erwartet, erzählt Manuel Müller vom Bischöflichen Jugendamt.

Der Diözesane Weltjugendtag startet mit einem gemeinsamen Talk, zudem werden unterschiedliche Workshops angeboten. Am Nachmittag findet eine Heilige Messe mit Bischof Bertram Meier im Mindelheimer Maristenkolleg statt. Den Abschluss bildet die so genannte „Night of Hope“ mit dem Auftritt der „Priesterband“.

Tickets für den diözesanen Weltjugendtag könnt ihr euch online über die Website des Bischöflichen Jugendamtes holen. Der Eintritt ist kostenlos, für 6 Euro gibt es das Abendessen dazu.

Zugleich starten jetzt Anfang November auch die Anmeldungen für den internationalen Weltjugendtag in Südkorea im August 2027.

Und es lohnt sich früh dran zu sein. Denn wer bis Mitte Dezember bucht, erhält sowohl einen Frühbucher-Rabatt als auch einen Zuschuss von der Diözese und zahlt für die knapp dreiwöchige Reise nur rund 2000 Euro.

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Tagebuch von Papst Franziskus erscheint auf Deutsch https://www.katholische-sonntagszeitung.de/tagebuch-von-papst-franziskus-erscheint-auf-deutsch-626028/ Mon, 02 Nov 2026 09:27:03 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=626028 „Das private Tagebuch von Papst Franziskus“ gibt es ab 16. Dezember auch in deutscher Sprache. Veröffentlicht wird die Übersetzung vom Münchner Kösel-Verlag. Ausgaben auf Italienisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch und Französisch erscheinen bereits früher, wie der Vatikanverlag Lev Anfang Oktober mitgeteilt hatte.

Das Buch enthält persönliche Notizen des im Frühjahr 2025 verstorbenen katholischen Kirchenoberhaupts aus knapp 32 Jahren. Es beginnt mit Einträgen am 20. Dezember 1992, als Jorge Mario Bergoglio noch Erzbischof von Buenos Aires war. Die letzte Notiz datiert vom 18. August 2024, also etwa acht Monate vor seinem Tod.

Zusammengestellt hat den Text der Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández. Der Landsmann und enge Weggefährte des argentinischen Papstes hat auch ein ausführliches Vorwort geschrieben. Laut Kösel-Verlag hat Fernandez das Tagebuch „gesichtet und behutsam ausgewertet“. Es handelt sich also um keine vollständige Wiedergabe der Notizen. Derzeit wird mit einem Umfang von etwa 160 Seiten gerechnet, der Text ist noch nicht gesetzt.

Geboten wird der Ankündigung zufolge ein Einblick in das geistliche Innenleben des Jorge Mario Bergoglio: „Was glaubt ein Papst, wenn niemand zuhört? Wofür betet er in Stunden des Zweifels, der Erschöpfung oder Einsamkeit?“ Die Aufzeichnungen offenbarten „eine Spiritualität von überraschender Einfachheit und Tiefe, geprägt von Vertrauen, Barmherzigkeit und mystischer Gotteserfahrung“.

Der Jesuit Bergoglio war Papst vom 13. März 2013 bis zu seinem Tod am 21. April 2025. Kurz zuvor erschien seine Autobiografie unter dem Titel „Hoffe“.

KNA

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Papst beim Angelus: Heiligkeit ist kein Privileg für wenige https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-beim-angelus-heiligkeit-ist-kein-privileg-fuer-wenige-626025/ Mon, 02 Nov 2026 09:12:09 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=626025 Papst Leo XIV. hat an die zahllosen Christen erinnert, die die katholische Kirche als Heilige verehrt. Diese repräsentierten die unterschiedlichsten Herkunftsorte, Kulturen und Lebensumstände, sagte er am Sonntag im Vatikan. „Heiligkeit ist kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben“, betonte er am Hochfest Allerheiligen.

„Das ist die hoffnungsvolle Botschaft des heutigen Festes: Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen, Gott erreicht Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben“, sagte Leo XIV. vor Tausenden beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Dabei verwies er auch auf die unzähligen Männer und Frauen, die nicht offiziell als Heilige anerkannt sind, „die Gott jedoch kennt“. Diese zeichneten sich durch Barmherzigkeit, Hunger nach Gerechtigkeit und den Willen zur Vergebung aus. „Sie sind Friedensstifter, die von Gott beim Namen gerufen sind. Sie werden verfolgt und beleidigt, sind aber stark im Glauben und in der Nächstenliebe“, unterstrich der Papst.

Heilige seien erkennbar an „Entscheidungen der Liebe, die das Kalkül der Gier und die Übermacht des Bösen übertreffen, das manchmal die Oberhand zu gewinnen scheint“, betonte Leo XIV. Die Christen sollten auf dem Weg zur Heiligkeit nicht müde werden, Frieden zu stiften, sowohl in besonders wichtigen Situationen als auch in den alltäglichen.

KNA

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Erzbischof Burger: Zerrissenheit im Heiligen Land wird größer https://www.katholische-sonntagszeitung.de/erzbischof-burger-zerrissenheit-im-heiligen-land-wird-groesser-626016/ Mon, 02 Nov 2026 09:00:52 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=626016 Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger nimmt eine stärker werdende Zerrissenheit im Heiligen Land wahr. „In dieser Situation ist es umso wichtiger, Solidarität mit den Menschen vor Ort zu zeigen“, sagte Burger zum Abschluss seines Heiliglandbesuchs der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Jerusalem. Zum Frieden miteinander gebe es keine Alternative, betonte der 64-Jährige. „Wir können noch so große Mauern hochziehen, wir können noch so viel Abschottung betreiben, aber alle Ausgrenzungen werden nicht weiterführen.“

Es sei wichtig, die Menschen zu ermutigen, die sich für Frieden einsetzen, gerade weil sie aktuell noch keine große Durchschlagskraft hätten. Mit den Parlamentswahlen seien klare Hoffnungen verbunden gewesen, sagte Burger. „19 Sitze für arabisch-israelische Parteien sind eine starke Botschaft, auch die Demonstrationen für eine arabisch-jüdische Regierung.“ Ob diese Signale Gehör fänden, sei jedoch eine andere Frage.

Das gesellschaftliche Miteinander im Heiligen Land sei von grundlegendem Misstrauen geprägt. „Gegen dieses Misstrauen gilt es, ein Vertrauen aufzubauen“, sagte der Erzbischof. Nur so könne es Fortschritt geben. Daher sei es wichtig, dass die Kirche vor Ort jene Menschen unterstütze, die sich für Frieden einsetzten, gerade weil sie aktuell noch keine große Durchschlagskraft hätten. Doch dazu brauche es Vertrauen, das nur durch regelmäßige Besuche wachse.

Burger ermutigte daher Christen, für Pilgerreisen in das Land zu kommen. „Das Land und die Leute haben es verdient, dass man kommt.“ Es stecke in einer „riesigen Zerreißprobe“, könne aber das Land sein, „von dem ein Frieden ausgehen könnte, der weltweit die Basis für das Miteinander bilden würde“.

Burger, der auch Schirmherr der Kinderhilfe Bethlehem ist, war in der vergangenen Woche zu Besuch im Heiligen Land, unter anderem, um an der Eröffnung der Tageschirurgie im Caritas Baby Hospital in Bethlehem teilzunehmen. Den Bau finanzierte die Kinderhilfe mit Spenden aus Deutschland, Italien, Österreich, den Palästinensischen Gebieten und der Schweiz.

KNA

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Bericht: Papst Leo XIV. hat Briefwahl für US-Midterms beantragt https://www.katholische-sonntagszeitung.de/bericht-papst-leo-xiv-hat-briefwahl-fuer-us-midterms-beantragt-625899/ Fri, 30 Oct 2026 10:23:45 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=625899 Papst Leo XIV. will offenbar sein Wahlrecht für die Midterms in seiner US-amerikanischen Heimat wahrnehmen. Wie die „Chicago Sun-Times“ am Freitag berichtet, beantragte das Kirchenoberhaupt Briefwahlunterlagen für die Zwischenwahlen am 4. November in seinem Heimatstaat Illinois. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben des Wahlbüros im Will County, das südwestlich an die Metropole Chicago grenzt.

Leo ist demnach unter seinem bürgerlichen Namen Robert Francis Prevost als Wähler in der Gemeinde New Lenox registriert. Die Aufzeichnungen zeigen laut Bericht, dass der Papst sich in der Vergangenheit zwei Mal an den Vorwahlen der Demokraten (2008, 2010), drei Mal an den Vorwahlen der Republikaner (2012, 2014, 2016) sowie vier Mal an den Hauptwahlen, unter anderem für das Präsidentenamt (2012, 2014, 2018, 2024) beteiligte. Für wen er seinerzeit stimmte, ist selbstverständlich nicht bekannt.

Illinois im Mittleren Westen gilt als Blue State, also Hochburg der Demokraten. Seit 1992 setzte sich hier bei allen Präsidentschaftswahlen der demokratische Kandidat durch. Gouverneur JB Pritzker, der sich bei den Midterms am Dienstag der Wiederwahl stellt, gehört der demokratischen Partei an, ebenso wie beide Senatoren und die Mehrzahl der Abgeordneten des Repräsentantenhaus.

KNA

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Papst tief betroffen über Zugunglück – Priester erteilt Generalabsolution https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-tief-betroffen-ueber-zugunglueck-priester-erteilt-generalabsolution-625896/ Fri, 30 Oct 2026 10:19:02 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=625896 Papst Leo XIV. trauert um die Opfer der Zugkollision nahe der spanischen Gemeinde Urda mit mindestens 68 Toten und vielen Verletzten. Er sei „zutiefst betroffen von der schmerzlichen Nachricht über das tragische Eisenbahnunglück“, heißt es in einer am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Nachricht an den Erzbischof von Toledo, Francisco Cerro Chaves.

Der Papst bete für die Verstorbenen, heißt es weiter. Den Angehörigen bekunde er sein tief empfundenes Beileid und seinen Trost, den Verletzten wünsche er eine baldige Genesung. Die Einsatzkräfte ermutigt er, in ihrem Rettungs- und Hilfseinsatz fortzufahren.

Allen erteilt Leo XIV. „von Herzen den tröstenden apostolischen Segen – als Zeichen der Hoffnung im auferstandenen Herrn“, heißt es abschließend in dem auf Spanisch verfassten Text. Wie üblich bei päpstlichen Telegrammen ist das Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Namen des Kirchenoberhaupts unterzeichnet.

Dem Priester der örtlichen Gemeinde ist es offenbar das erste Anliegen gewesen, die sterbenden und schwer verletzten Menschen von ihren Sünden loszusprechen. Der Pfarrer des Dorfes Urda in der Provinz Toledo, wo sich der Unfall am Mittwochmorgen ereignete, erteilte demnach bei Ankunft an der Unfallstelle eine sogenannte Generalabsolution in Todesgefahr, wie Fernando Fernández de Bobadilla dem spanischen Medium ABC erklärte.

Über das Unglück durch einen Anruf informiert, erreichte der Priester nach eigenen Angaben als einer der ersten Menschen die Unfallstelle, noch vor den meisten Rettungskräften. Allen Verstorbenen einzelne Sünden zu vergeben und den Schwerverletzten die Krankensalbung zu erteilen, sei allerdings nicht möglich gewesen. „Ich habe eine Generalabsolution erteilt. In solchen Fällen empfiehlt das der Vatikan“, erklärt der Priester. Danach habe er den Einsatzkräften bei der Versorgung von Verletzten geholfen.

Das Erzbistum Toledo hatte für Donnerstag zu einem Trauergeläut aufgerufen. Um die Mittagszeit sollen in allen Kirchen die Glocken im Andenken für die Opfer des Unglücks und ihre Angehörigen läuten. Zudem rief Spaniens Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus.

In den Zügen der staatlichen Bahngesellschaft Renfe und des privaten Anbieters Iryo befanden sich laut den Angaben insgesamt mehr als 540 Passagiere. Die Wucht des Zusammenstoßes war so groß, dass mehrere Waggons des Iryo-Zuges einen Bahndamm hinunterstürzten.

KNA

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Bischof Meier: Religionen müssen Frieden praktisch fördern https://www.katholische-sonntagszeitung.de/bischof-meier-religionen-muessen-frieden-praktisch-foerdern-625893/ Fri, 30 Oct 2026 10:13:30 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=625893 Nach dem Wunsch des Augsburger Bischofs Bertram Meier sollen Religionen im ganz praktischen Handeln ihr „friedensstiftendes Potenzial“ entfalten. „Es gilt, miteinander Verantwortung zu übernehmen – in der Stadt, im Land und darüber hinaus“, sagte Meier laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch beim bundesweiten „Tag der Religionen“ in Augsburg.

Dazu gehört nach den Worten des Vorsitzenden der Kommission Ökumene und Interreligiöser Dialog der Deutschen Bischofskonferenz das gemeinsame Engagement für Menschen an den Rändern der Gesellschaft. Außerdem gelte es, sich klar zu positionieren, „wo immer Religionen oder Weltanschauungen als Werkzeug der Spaltung instrumentalisiert werden“.

Meier ergänzte vor Repräsentanten unterschiedlicher Religionsgemeinschaften des „Runden Tischs der Religionen in Deutschland“: „Wo Menschen verschiedener Religionen einander wirklich begegnen, zuhören und füreinander einstehen, da wächst etwas von dem Frieden, zu dem wir berufen sind.“

Der Bischof betonte die besondere Friedensverantwortung der Religionen: Es genügt nicht, den gemeinsamen Friedenswunsch zu betonen. „Wir müssen auch hinschauen, wo Religion missbraucht wird. Wo Gott zum Garanten der eigenen Macht erklärt wird, wo Kriege als „heilig“ tituliert werden, da droht das Heilige entstellt zu werden“, sagte Meier. Dem müssten Bischöfe und fromme Menschen widersprechen.

Der Münchner Sozialethiker Markus Vogt sagte: „Frieden fällt uns nicht in den Schoß.“ Er müsse „denkerisch, menschlich und politisch verankert werden“. Dazu könnten die Religionen mit mutiger und beharrlicher Solidarität beitragen, die Menschen auch unter schwierigen Bedingungen einen neuen Anfang ermögliche. „Ihr nüchterner Realismus verbindet Gelassenheit mit Tatkraft.“

Der „Runde Tisch der Religionen in Deutschland“, der sich aus Vertretern von Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und der Bahá’i zusammensetzt, trifft sich in der Regel einmal im Jahr in einer wechselnden Kommune. Der „Tag der Religionen“ soll einen Raum der Begegnung eröffnen und religiöse Vielfalt sichtbar machen. Ziel des Gremiums ist die Förderung des interreligiösen Dialogs und die gemeinsame Verantwortungsübernahme für den gesellschaftlichen Frieden.

KNA

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Das belgische Städtchen Saint-Hubert feiert den „Apostel der Ardennen“ https://www.katholische-sonntagszeitung.de/das-belgische-staedtchen-saint-hubert-feiert-den-apostel-der-ardennen-625662/ Fri, 30 Oct 2026 08:00:22 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=625662

Es ist kalt auf dem großen Platz vor der renovierten Basilika. Der kleine Zwergschnauzer hat sich unter Frauchens Mantel verkrochen. Zur Feier des Tages trägt er ein Schleifchen im Haar. Wenig weiter warten zwei Bauern mit ihren Ackergäulen auf die Segnung ihrer Rösser. Gegenüber bieten Händler Waffeln feil. Andere offerieren Spezialitäten aus den Ardennen.

Saint-Hubert, das kleine Städtchen zwischen Luxemburg und Namur, feiert Namenstag. Mit einem Volksfest gedenkt die selbsternannte „europäische Hauptstadt der Jagd und Natur“ des heiligen Hubertus. Zur Feier servieren die Gastronomen in den umliegenden Restaurants vor allem Wild: Hirsch und Wildschwein, aber auch Reh und Fasan. Schließlich ist Hubertus nicht nur Patron der Metzger und Optiker, Kürschner, Drechsler und Gießer, sondern vor allem der Jäger und Schützen.

In großer Zahl haben sie sich zum Festgottesdienst am Grab des heiligen Hubertus in der Basilika versammelt. Genau betrachtet ist es ein Zenotaph, ein wuchtiges Grabmal für den längst verschwundenen Leichnam. In Saint-Hubert, der knapp 6000 Einwohner zählenden Gemeinde in der belgischen Provinz Luxemburg, stört das keinen.

Jagdhörner blasen zur Messe

Jagdhörner markieren den Auftakt zur feierlichen Messe. Die „Kunst des Jagdhornblasens“ gehört seit einigen Jahren zum immateriellen Weltkulturerbe. Für die Menschen in den Ardennen ist Hubertus noch immer eine Art Nationalheiliger. Ein Held, den sie noch heute gern anrufen, wenn sie sonst nicht weiterwissen. Vor Schlangen- und Hundebissen soll er schützen und gegen die Tollwut, die in den französischsprachigen Regionen deshalb oft „Mal de Saint Hubert“ heißt.

Mit dem Fest am 3. November erinnert Saint-Hubert, das mittelalterliche Andagium, an die Exhumierung der Gebeine des Heiligen im Jahr 743. Ehe sich die ersten Wallfahrer in den Ardennen einfanden, sollte es da noch lange dauern. Erst die Legende um den weißen Hirsch mit dem Kruzifix im Geweih verhalf dem Heiligen zu jener Popularität, die heute noch immer Pilger nach Saint-Hubert führt.

Der Hubertusschlüssel, den der Heilige vom Apostel Petrus erhalten haben soll, wird in Lüttich aufbewahrt. Forscher datieren das Stück im Kern auf das achte Jahrhundert.

Foto: Clé de Saint Hubert

Im Lauf der Jahrhunderte gewann das Leben des Heiligen langsam Kontur. Schon sein erster Biograf – ein anonymer Mönch, der Hubertus gut kannte – hatte nur wenige Jahre nach dem Tod des Heiligen Mühe, dessen Leben zu rekonstruieren. Um Geburt und frühe Jahre machte er deshalb in seiner „Vita Huberti“ einen großen Bogen. Seinen Tod datierte er auf den 30. Mai 727, seine Bestattung verortete er in Lüttich. Dorthin hatte Hubertus 717 seinen Bischofssitz verlegt.

Erste Erwähnung fand der Mitte des siebten Jahrhunderts geborene Heilige in einer Schenkungsurkunde für die Abtei Echternach, die im Mai 706 einen „Chuchobertus episcopus“ erwähnt, einen Bischof Hubertus. Der war kurz zuvor Nachfolger des heiligen Lambertus (670 bis 705) geworden, Oberhirte von Tongern und Maastricht. Als Bischof verschrieb sich Hubertus der von den Karolingern geförderten Christianisierung Mitteleuropas.

Benediktiner machten sich seine Popularität zunutze

Sie waren es auch, welche am 3. November 743 die Erhebung seiner Gebeine veranlassten, was nach damaliger Auffassung einer Heiligsprechung gleichkam. Seine wachsende Popularität suchten sich schließlich die Benediktiner im Kloster Andagium zunutze zu machen, als sie um die Überführung seines Leichnams in die Ardennen ersuchten. Im Jahr 825 gelangten seine Gebeine so ins heutige Saint-Hubert.

Die Mönche warben mit Mirakelbüchern um Pilger, die von wundersamen Heilungen nach dem Besuch des Hubertus-Grabs erzählten. Eine Biografie, verfasst im zwölften Jahrhundert vom Lütticher Domherrn Nikolaus, beschrieb erstmals die Herkunft des Heiligen aus einem aquitanischen Adelsgeschlecht. Das freute die französischen Könige, die Hubertus gern in die Reihe ihrer Ahnen reihten und das Kloster hin und wieder mit Spenden versorgten.

Den größten Popularitätsschub erlangte Hubertus im 15. Jahrhundert, als seine vierte Biografie von der Begegnung mit einem ein leuchtendes Kreuz im Geweih tragenden Hirschen erzählte. Als junger Pfalzgraf soll er an einem hohen Festtag statt in die Kirche auf die Jagd gegangen sein, wo er auf das Tier traf. Dazu ertönte eine Stimme: „Wenn du dich nicht zum Herrn bekennst in einem heiligmäßigen Leben, wirst du schneller in die Hölle hinabsteigen.“

Vita des heiligen Eustachius

Den Hirsch vor Augen soll Hubertus Frau und Kind verlassen haben, das Jagen aufgegeben und als Ziehsohn des Bischofs Lambertus zu einem gottesfürchtigen Mann geworden sein. Die Hirsch-Geschichte hatte man der Vita des heiligen Eustachius entnommen, einem der Vierzehn Nothelfer. Ähnliches kannte man auch aus Asien, wo man die Begebenheit einem König in Ceylon zuschrieb, dem ebenfalls auf der Jagd ein Hirsch erschienen sein soll, der ihn zum Buddhismus bekehrt habe.

Die Biografen spannen die Lebensgeschichte des heiligen Hubertus schließlich weiter. Demnach ernannte ihn Papst Sergius I. (687 bis 701) Anfang des achten Jahrhunderts in Rom zum Nachfolger seines Ziehvaters Bischof Lambertus. Als er das Angebot demütig abwies, sollen ihm Engel die Bischofsgewänder aus der heutigen Wallonie gebracht haben – bis auf die Stola, die ihm im Namen der Gottesmutter ein weiterer Engel reichte.

Mit Gottes und Marias Gnaden ließ sich Hubertus so doch noch zum Bischof küren. Zum Dank soll ihm der Apostel Petrus einen goldenen Schlüssel auf den Heimweg mitgegeben haben, der heute als „Hubertusschlüssel“ in der Schatzkammer der Kathedrale von Lüttich gezeigt wird. Archäologen datieren das Prachtstück auf das achte Jahrhundert, Knauf und Bart allerdings entstammen dem Hochmittelalter.

Die Erhebung der Reliquien des heiligen Hubertus in St. Peter in Lüttich, dargestellt vom flämischen Maler Rogier van der Weyden (um 1437).

Foto: gem

Es ist gut möglich, dass der Schlüssel tatsächlich vom damaligen Papst stammt. Schließlich war es seit Gregor dem Großen, der von 590 bis 604 auf dem Stuhl Petri saß, üblich, Schlüssel an angesehene Kirchenmänner zu verschenken. In ihren Griffen waren oft Teilchen von den heute in der römischen Kirche San Pietro in Vincoli aufbewahrten Ketten Petri eingefügt.

Hubertus erblickt einen Hirsch mit Kreuz im Geweih.

Foto: gem

Schlüssel und Stola wurden so im Lauf der Zeit zu den eigentlichen Reliquien des Heiligen – vor allem auch deshalb, weil seine Gebeine spätestens seit der Französischen Revolution endgültig verschwunden waren. Dafür blühte der Glaube an die Heilkräfte der Stola und des Hubertusschlüssels, der viele Ableger fand. Mit ihnen zogen die Mönche des Klosters durch die Lande, um Menschen zu helfen, die von Hunden oder anderen Tieren wie Schlangen gebissen wurden.

Auch zahllose Pfarrer im Rheinland, in Westfalen und den heutigen Benelux-Ländern hatten sich in Saint-Hubert eigene Schlüssel weihen lassen, mit denen sie als Heiler unterwegs waren. Dazu brachten sie die Schlüssel in Kohlepfännchen zum Glühen, um so Bisswunden auszubrennen. Erst 1828 wurde diese traditionelle Praxis von der Kirche verboten.

Fast noch wichtiger für heilsuchende Pilger war die in Saint-Hubert aufbewahrte Stola des Heiligen, deren Fädchen man ihnen mit der Pinzette in die aufgeschnittene Stirn steckte. Anschließend wurde der Kopf mit einem schwarzen Tuch verbunden, das der Behandelte gewöhnlich neun Tage lang tragen musste. „Stolen“ hieß dieser Brauch, mit dem man in Saint-Hubert erst 1926 Schluss machte.

Amulette im Geldbeutel

Überlebt hat dagegen die Sitte, sich in Saint-Hubert geweihte Gegenstände wie Amulette oder Ringe in den Geldbeutel oder die Hosentasche zu stecken. Die Pilger erhoffen sich davon, Tierbissen ebenso zu trotzen wie der Wasserscheu oder dem Irrsinn.

Wichtigste Träger des Kults um den heiligen Hubertus sind neben den Jägern zahllose Hubertus-Bruderschaften, die ab dem 15. Jahrhundert langsam mehr wurden und im 17. und 18. Jahrhundert besonders angesehen waren. Selbst heute noch zählen sie viele Zehntausend Mitglieder.+

Ihnen ist die jüngste Volte in der Betrachtung des Heiligen zu verdanken: Sie will in der Erscheinung des Hirschen nicht nur die Bekehrung zum Glauben sehen, sondern vor allem die Abkehr vom wilden und rücksichtslosen Jagen.

„Die Legende mahnt Jägerinnen und Jäger, achtsam und respektvoll mit Wildtieren und Natur umzugehen“, heißt es etwa vom Deutschen Jagdverband. „Sie umschließt Tier- und Umweltschutz sowie Respekt gegenüber Mitmenschen.“

Günter Schenk

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