Katholische Sonntagszeitung https://www.katholische-sonntagszeitung.de Wed, 05 Aug 2026 09:42:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Neues Azubi-Wohnheim des Krankenhauses St. Josef https://www.katholische-sonntagszeitung.de/neues-azubi-wohnheim-des-krankenhauses-st-josef-621147/ Wed, 05 Aug 2026 09:42:56 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621147 REGENSBURG (kv/mö) – Das neue Wohnheim für Auszubildende des Caritas-Krankenhauses St. Josef ist in einer Feierstunde vom Diözesan-Caritasvorsitzenden, Domkapitular Michael Dreßel, eröffnet und gesegnet worden. Rechtzeitig vor dem Ausbildungsstart am 1. September sind die 14 Zimmer bezugsfertig und, im Übrigen, bereits alle vermietet.

Das Caritas-Krankenhaus hatte das benachbarte, frühere Hotel Bernstein in der Hildegard-von-Bingen-Straße Anfang des Jahres erworben, weil sich die Wohnungs- oder WG-Zimmer-Suche für Azubis in Regensburg zunehmend schwierig gestaltete. Stolz zeigte sich die Medizinisch-Ärztliche Direktorin und Geschäftsleitung Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, das neue Wohnheim nun seiner Bestimmung übergeben zu können.

 Domkapitular Michael Dreßel ging bei seinen Ausführungen der Frage nach, was „segnen“ bedeutet. Vom Wortsinn des lateinischen „benedicere“ herkommend, bedeutet segnen, jemandem Gutes zusprechen. Gott spricht den Menschen zu: „Mit Euch ist es gut.“ Aus diesem Zuspruch wachse aber auch der Anspruch, „nach Kräften mitzuwirken, dass es auch gut bleibt. Im Wohnheim bedeutet das: gut miteinander umzugehen, friedlich zusammenzuleben und aufeinander aufzupassen“, sagte der Diözesan-Caritasvorsitzende. Gemeinsam mit den Gästen sprach er das Vaterunser und segnete später die Kreuze für die Wohnheimzimmer. Das Kreuz für den Gemeinschaftsraum wurde gemeinsam mit Prof. Pemmerl gleich an passender Stelle aufgehängt.

 Beim anschließenden Rundgang bekamen die Gäste der Feierstunde einen umfassenden Einblick ins Gebäude. Die 14 ehemaligen Hotelzimmer sind allesamt freundliche Ein-Personen-Appartements in den Farben Weiß und Grün mit jeweils eigenem modernem Bad. Es gibt eine neu eingerichtete Gemeinschaftsküche, einen Wäscheraum, breite Flure und eine überdachte Terrasse. Die Zimmerfenster lassen zum Teil auf den Garten des benachbarten BRK-Pflegeheims blicken. Große Renovierungen und Umbauarbeiten am früheren Hotel waren nicht nötig. Es war in einem sehr guten Zustand erworben worden. 

Finanziert wird das Wohnheim aus eigenen Mitteln – angesichts der angespannten Lage im Gesundheitswesen keine leichte, aber eine richtungsweisende Entscheidung. „Wir stärken unseren Ausbildungsstandort“, erklärte Prof. Sylvia Pemmerl, „und unterstützen damit den PflegeCampus und St. Josef.“

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Weltkirche-Bischof Meier: China erhöht Druck auf Christen https://www.katholische-sonntagszeitung.de/weltkirche-bischof-meier-china-erhoeht-druck-auf-christen-621141/ Wed, 05 Aug 2026 07:40:30 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621141 Christen in den chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau stehen aus Sicht des deutschen Weltkirche-Bischofs Bertram Meier immer stärker unter Druck der Zentralregierung in Peking. „Die katholische Minderheit sieht sich hier durch eine vertiefte staatliche Regulierung in ihren Handlungsmöglichkeiten zunehmend eingeengt“, erklärte Meier laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz zum Abschluss seiner einwöchigen Ostasien-Reise.

Als Sonderverwaltungszonen hätten Hongkong und Macau zwar noch eine gewisse politische und gesellschaftliche Freiheit. Allerdings baue Peking seinen Einfluss immer weiter aus, sagte Meier, der Bischof von Augsburg ist. Bei Gesprächen mit mehreren kirchlichen Würdenträgern, darunter die Bischöfe von Hongkong und Macau, Kardinal Stephen Chow und Stephen Lee Bun-Sang, sei auch die schwierige Situation der Christen auf dem chinesischen Festland thematisiert worden.

„Die Kirche hat hier unter erheblichen Einschränkungen zu leiden – bis hin zum Verbot religiöser Erziehung von Kindern und Jugendlichen“, berichtete Meier. Auch die Möglichkeiten zum internationalen Austausch und zur Unterstützung der Kirche in Festland-China seien in den vergangenen Jahren geringer geworden.

Vor den beiden Sonderverwaltungszonen hatte Meier laut Mitteilung Singapur besucht und dort unter anderem den dortigen Kardinal William Goh getroffen. Der Weltkirche-Beauftragte hob das Zusammenleben im Stadtstaat hervor, der allen Religionen Freiheit gewährt. Katholiken könnten hier „frei atmen“ – allerdings in einem sehr reglementierten Gesellschaftssystem, erklärte Meier.

KNA

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Osnabrücker Bischof weiter Richter am höchsten Kirchengericht https://www.katholische-sonntagszeitung.de/osnabruecker-bischof-weiter-richter-am-hoechsten-kirchengericht-621138/ Wed, 05 Aug 2026 07:36:09 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621138 Der Osnabrücker Bischof Dominicus Meier (67) bleibt Richter am höchsten Gericht der katholischen Kirche. Papst Leo XIV. ernannte ihn erneut für eine fünfjährige Amtszeit an der Apostolischen Signatur in Rom, wie das Bistum Osnabrück mitteilte. Meier übt das Amt neben seiner Aufgabe als Ortsbischof aus.

Die Apostolische Signatur ist letzte Instanz in kirchenrechtlichen Streitfragen und Prozessen. Es verhandelt unter anderem über Berufungen von Priestern, die gegen eine disziplinarische Bestrafung durch den Heiligen Stuhl Beschwerde einlegen. Es steht über dem Gericht der Römischen Rota und hat zudem die Rolle einer Art kirchlichen Verwaltungsgerichts inne.

Meier wurde erstmals 2021 an die Signatur berufen, damals noch als Weihbischof in Paderborn. Von 1989 bis 1991 war der Benediktiner am Diözesangericht in Salzburg und von 1992 bis 2001 am Diözesangericht in Paderborn tätig. Nach einem Aufbaustudium und der Habilitation für Kirchenrecht an der Universität Münster erhielt er 2000 den Kirchenrechts-Lehrstuhl an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und wurde zum ordentlichen Professor berufen.

Vor kurzem hatte der Papst bereits den deutschen Jesuiten und Kirchenrechtsexperten Ulrich Rhode an die Apostolische Signatur berufen. Zudem ernannte er den konservativen Erzbischof von San Francisco in Kalifornien, Salvatore Joseph Cordileone, sowie den früheren Sekretär der Behörde für die Gesetzestexte, Juan Ignacio Arrieta Ochoa, und weitere Geistliche zu Mitgliedern des höchsten Kirchengerichts.

KNA

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Ein Ort gelebter Ökumene https://www.katholische-sonntagszeitung.de/ein-ort-gelebter-oekumene-621114/ Wed, 05 Aug 2026 07:00:46 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621114

Zwischen Bodden und Ostsee, dort, wo das Licht sich über die flachen Landschaften des Darß legt, steht ein besonderes Gotteshaus: die Seemannskirche in Prerow. Sie ist nicht nur die älteste Kirche der Halbinsel, sondern auch ein Ort, an dem sich Geschichte, Frömmigkeit und gelebte Ökumene auf eindrückliche Weise verbinden.

In den Sommermonaten verändert sich hier das kirchliche Leben spürbar. Der Norden Deutschlands gilt seit Jahrhunderten als Diaspora: Katholisches Leben ist rar, evangelische Kirchen prägen das Bild. Doch mit den Urlaubern aus West- und Süddeutschland kommt Bewegung in die konfessionelle Landschaft. Und so füllen sich Kirchenräume neu, entstehen Begegnungen über konfessionelle Grenzen hinweg – oft ganz selbstverständlich.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Seemannskirche in Prerow. Sie öffnet ihre Türen nicht nur für evangelische Christen, sondern auch für katholische Gläubige. Seit Jahrzehnten werden hier im Sommer katholische Messen gefeiert – ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens und gelebter Gastfreundschaft.

Tradition aus gewachsenem Miteinander

„Schon bevor ich 2020 Pfarrer in St. Bernhard wurde, feierte man seit den 1990er Jahren in den Sommermonaten Juli und August am Sonntag die Abendmesse um 18 Uhr in der Seemannskirche in Prerow“, berichtet Pfarrer Johannes Schaan aus Stralsund. Diese Tradition ist mehr als ein organisatorisches Arrangement. Sie ist Ausdruck eines Miteinanders, das gewachsen ist.

„Weil dieser Gottesdienst von den Urlaubern immer gut angenommen und besucht war, wollen wir diese Tradition nicht aufgeben“, betont Schaan und fügt hinzu: „Ich bin sehr dankbar für die ökumenische Gastfreundschaft. Die Feier der Heiligen Messe in der Seemannskirche hat auch durch den Raum eine besondere geistliche Atmosphäre.“

Geistliche Erfahrung

Man spürt: Hier geht es nicht nur um praktische Lösungen, sondern um geistliche Erfahrung. Der Raum selbst trägt dazu bei. Das Licht, das durch die Fenster fällt, das Holz, das die Jahrhunderte überdauert hat, die Stille, die sich zwischen den Mauern sammelt – all das schafft eine Atmosphäre, die über Konfessionsgrenzen hinaus berührt.

Diese Offenheit hat Tradition. „Es gab und gibt auf dem Darß und in Zingst schon lange eine rege ökumenische Zusammenarbeit, der wir in diesem Jahr mit einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst am Seemannskirchenfest am 9. August 2026 um 10.30 Uhr wieder einmal Ausdruck verleihen wollen“, sagt Schaan. Das Datum ist mehr ist als ein Termin: Es ist ein sichtbares Zeichen der Einheit im Glauben.

Ruhestandspfarrer Klaus Funke kennt diese Entwicklung gut. Der fast 90-Jährige, der vor dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien geboren wurde und lange in Hildesheim lebte, wirkt heute in Zingst. „Seit über zehn Jahren bin ich hier ‚Gastarbeiter‘“, sagt er mit einem Lächeln. Jeden Sonntag feiert er die Heilige Messe. Früher sei er sogar am Strand entlang von Zingst nach Prerow gelaufen – ein Weg, der ihm heute nicht mehr möglich ist, aber in seiner Erinnerung lebendig bleibt.

„Wir helfen uns“

Besonders bewegt Funke das Miteinander der Konfessionen: „Wir helfen uns gegenseitig und es ist ein wunderbares, christliches Zusammenleben ganz ohne Probleme“. Es ist ein Satz, der fast unspektakulär klingt – und doch eine große Wahrheit enthält. Denn was hier geschieht, ist nicht überall selbstverständlich.

Auch auf evangelischer Seite wird die Zusammenarbeit geschätzt. Pfarrerin Ines Dobbe aus Prerow spricht von „ganz erfreulichen ökumenischen Veranstaltungen“. Sie erlebt in ihren Gottesdiensten eine bunte Mischung aus Einheimischen, Urlaubern und Gästen aus den Kurkliniken. Mit einem Augenzwinkern sagt sie: „Die Katholischen erkenne ich immer daran, dass sie sich am Ende nach dem Segen bekreuzigen.“

In ihrem Pommerschen Kirchenkreis, zu dem auch die einstige Künstlerkolonie Ahrenshoop gehört, gibt es mit Blick auf die ­Konfession keine Berührungsängste: eine Haltung, die den Alltag prägt – und die gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spannungen bemerkenswert ist. So wird die Seemannskirche zu einem Ort, an dem Einheit nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt wird.

Mehrere Votivschiffe hängen an der Wand und von der Decke der Seemannskirche. Ein besonders eindrucksvolles Exemplar ist die „Peter Kräft“.

Foto: Thiede

Früher Fachwerkbau, heute Backsteinkirche

Das Gebäude selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Zwischen 1726 und 1728 erbaut, gehört es zu den ältesten Gotteshäusern auf dem Darß. Ursprünglich als Fachwerkbau errichtet, präsentiert es sich heute als Backsteinkirche – und bewahrt doch den historischen Charakter. Umgeben ist die Kirche vom ältesten Friedhof der Halbinsel, auf dem Grabsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert von früher erzählen.

Details am Baldachin über dem Taufaltar.

Foto: Thiede

Nicht selten wird die Kirche als „Schönheit aus der Schwedenzeit“ bezeichnet – als sie errichtet wurde, hatten hier an der Ostsee noch die Schweden politisch das Sagen. Das Innere des Gotteshauses birgt kunsthistorische Schätze von besonderem Rang: den reich verzierten spätbarocken Kanzelaltar von 1728, geschaffen von einem Stralsunder Meister, und die ebenso kunstvolle Taufkapelle von 1740.

Von Fischern gestiftet

Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Kirche ist der Messingkronleuchter von 1733. Gestiftet von Prerower Bauern und Fischern, tragen seine eingravierten Namen bis heute die Erinnerung an jene Menschen weiter, die hier lebten und glaubten.

Vielleicht am eindrücklichsten erzählen die Votivschiffe von der Frömmigkeit der Küstenbewohner. Sie hängen von der Decke und sind Dankesgaben von Matrosen und Kapitänen, die sich Gottes Schutz auf hoher See anvertraut wussten. Unter ihnen ragt besonders die Dreimastfregatte „Peter Kräft“ von 1780 hervor. Sie ist nicht einfach nur ein kunstvolles Modell – sie ist ein Zeugnis gelebten Glaubens in existenziellen Situationen.

Auch kleinere Details ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich: ein Flaschenschiff in einem Schaukasten oder der freundlich grüßende Putto an der rechten Wand. Es sind diese stillen Elemente, die den Raum lebendig machen und ihm eine eigene, unverwechselbare Sprache verleihen.

Besonders beliebt sind zu Pfingsten der „Cello-Zauber“ mit Solisten der Sächsischen Staatskapelle Dresden und das Seemannskirchen-Sommerfest am zweiten Sonntag im August. Im Winter machen das aus Schweden stammende Lucia-Fest am 13. Dezember, das Weihnachtssingen am 22. Dezember und ein Winterfest am 30. Dezember die Kirche zu einem lebendigen Ort.

Eins im Glauben

Der Bogen spannt sich über das ganze Jahr – von sommerlicher Fülle bis zur stillen Winterzeit. Und doch liegt in den Sommermonaten eine besondere Intensität. Wenn Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands hier zusammenkommen, wenn unterschiedliche Traditionen aufeinandertreffen und im gemeinsamen Glauben eine Einheit finden, wird die Seemannskirche zu dem, was sie im besten Sinne ist: ein Ort gelebter Ökumene.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Geschichte, Schönheit und Offenheit, die ihre besondere Anziehungskraft ausmacht. Oder einfacher gesagt: Hier wird spürbar, dass Kirche mehr ist als ein Gebäude. Sie wird zum Raum der Begegnung – zwischen Menschen, zwischen Konfessionen und nicht zuletzt zwischen Gott und Mensch.

Und während draußen der Wind über die Ostsee zieht und die Wellen unaufhörlich an die Küste schlagen, bleibt drinnen etwas bestehen: die leise Gewissheit, dass Glaube trägt – damals wie heute.

Rocco Thiede

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Papst trifft seine neue Kommunikationschefin Alvarado https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-trifft-seine-neue-kommunikationschefin-alvarado-621006/ Tue, 04 Aug 2026 09:12:56 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621006 KNA]]> Bischof von Münster erlässt Regeln für Alte Messe https://www.katholische-sonntagszeitung.de/bischof-von-muenster-erlaesst-regeln-fuer-alte-messe-621003/ Tue, 04 Aug 2026 09:05:10 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=621003 Münster seinen Umgang mit der vorkonziliaren Liturgie. Zugleich rät Bischof Heiner Wilmer den Gläubigen dringend ab, an Gottesdiensten oder sonstigen Veranstaltungen der Piusbruderschaft teilzunehmen, wie das Portal katholisch.de unter Berufung auf das Amtsblatt des Bistums berichtet. Kleriker der Piusbrüder übten im Bistum Münster keinen offiziellen kirchlichen Dienst aus, heißt es demnach. Ihre Spende der Sakramente sei unerlaubt; das von ihnen gespendete Sakrament der Buße sowie von ihnen assistierte Eheschließungen seien ungültig. Diese Regeln für das Bistum Münster folgen den Vorgaben des Vatikans. Statt an Messen der Piusbrüder sollen Gläubige im Bistum Münster bereits bestehende Angebote zur Feier der Alten Messe in Kevelaer, Münster oder Recklinghausen wahrnehmen. Für die Feier nach den Messbüchern von 1962 hat Wilmer nun erstmals allgemeine Regelungen erlassen. Demnach sind außerhalb dieser benannten Orte Messfeiern nur nach vorheriger Zustimmung des zuständigen Kirchenrektors und des Generalvikariats zulässig; das gelte insbesondere, wenn sich Priester nur vorübergehend im Bistum aufhalten, berichtet katholisch.de. Auch Eheschließungen in vorkonziliarer Form sind nur nach Vorab-Genehmigung durch das Generalvikariat zulässig und sollen nur an den benannten Orten der Alten Messe stattfinden. Papst Franziskus (2013–2025) hatte 2021 mit dem Motu proprio „Traditionis custodes“ die Feier nach dem Messbuch von 1962 deutlich eingeschränkt und Diözesanbischöfen mehr Entscheidungsmöglichkeiten gegeben, die Feier in der alten Form in ihren Bistümern zu regulieren. Seither haben in Deutschland die Bistümer Freiburg, Dresden-Meißen und Regensburg eigene Ausführungsbestimmungen erlassen. Eine einheitliche Regelung für alle deutschen Bistümer ist nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz nicht geplant. KNA]]> Ein Besuch beim heiligen Pfarrer von Ars an dessen Wirkungsstätte nahe Lyon https://www.katholische-sonntagszeitung.de/ein-besuch-beim-heiligen-pfarrer-von-ars-an-dessen-wirkungsstaette-nahe-lyon-620820/ Tue, 04 Aug 2026 07:00:28 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=620820

Er gehört zu den schillerndsten Gestalten katholischer Frömmigkeit: Johannes Maria Vianney (1786 bis 1859), der heilige Pfarrer von Ars. 41 Jahre wirkte er als Geistlicher in dem kleinen Dorf vor den Toren Lyons. Schon zu Lebzeiten fanden bis zu 100 000 Gläubige jährlich den Weg nach Ars-sur-Formans. Mit der Heiligsprechung schwoll der Pilger­strom weiter an. Ein Besuch an Grab und Wirkungsstätte des Patrons aller Geistlichen.

Helle Hose, schwarzer Pullover, grauer Schal. Der Pfarrer von Ars ist heute kein bunter Vogel mehr – anders als sein berühmter Vorgänger, dessen Haar bis auf die Schultern wallte, der sich kaum Schlaf gönnte und bis zu 16 Stunden täglich Beichte hörte. Der amtierende Pfarrer von Ars ist erfahren im Umgang mit Handy und Computer, ein Geistlicher mit Management-Qualitäten. Schließlich machen viele Hunderttausend Pilger jährlich in Ars Station: Männer und Frauen aus aller Welt, auf die es einzugehen gilt.

„Der Pfarrer von Ars“, preist der geistliche Rektor des Heiligtums den Heiligen, „hatte Charisma und die prophetische Gabe, den Leuten klarzumachen, was sie ändern müssen, um glücklich zu sein.“ Vieles in dem Dorf nördlich von Lyon erinnert noch an damals – vor allem das Kirchlein aus dem Mittelalter, um das im Lauf der Zeit immer neue Bauten entstanden. Die ersten Seitenkapellen fügte der Heilige noch selbst dem alten Gotteshaus an, den Ausbau zur großen Basilika erlebte er nicht mehr.

Kerzen in der Kapelle entzünden

In der kleinen Kapelle vor der Kirche steht eine große Statue des Heiligen. Hier darf man Kerzen aufstellen und entzünden. An seinem Grab in der rechten Seitenkapelle der Basilika ist das nicht mehr erlaubt. Im Priestergewand, mit violetter Stola über den Schultern, liegt dort der heilige Pfarrer von Ars im gläsernen Schrein auf einem Ruhekissen. „Das einzige Glück, das wir auf der Erde haben“, lautete seine Maxime, „ist, Gott zu lieben und zu wissen, dass Gott uns liebt.“

Ein paar Schritte hinter der Basilika erzählt das Wachsfiguren-­Museum die Geschichte des Johannes Maria Vianney, der als viertes Kind seiner Eltern 1786 in einem kleinen Dorf zur Welt kam. Frankreichs Katholiken hatten es damals nicht leicht. Im Gefolge der Französischen Revolution wurden Kirchenmänner verfolgt, Lyons Bischof sogar geköpft.
1799 empfing Vianney deshalb heimlich die heilige ­Kommunion. Langsam reifte in dem Jungen der Wunsch, Priester zu werden. Zu schlecht aber waren seine Lateinkenntnisse, zu schwach sein Gedächtnis, so dass er das Priester­seminar verlassen musste. Erst die Fürsprache eines Pfarrers ermöglichte ihm schließlich doch eine praktische Ausbildung, die 1815 die Priesterweihe krönte.

„Monsieur le Curé“

Ein paar Jahre wirkte er als Vikar bei seinem Förderer in Écully, ehe Vianney zum Pfarrer von Ars bestellt wurde, zum „Monsieur le Curé“. „Es gibt nicht viel Gottesliebe in Ars“, hatte der Bischof ihm mit auf den Weg gegeben, „Sie werden die ins Leben rufen.“ 32 Jahre war er damals alt. „Sein klarer Blick“, so beschrieben ihn seine Biografen, „strahlte etwas Lebendiges und zugleich unsagbar Gütiges aus. Ein Blick, der bis ins Innerste der Seele drang.“

Auf einem Hügel vor dem Dorf erinnert ein Denkmal an den Ort, wo der neue Pfarrer im Winter 1818 einen Hirtenjungen nach dem Weg fragte. „Da entlang“, soll der ihm die Richtung gewiesen haben, was Vianney mit den Worten kommentierte: „Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt, ich werde dir den Weg zum Himmel zeigen.“
Angesichts des Dorfs soll der Seelsorger schließlich auf die Knie gefallen sein, um Gott zu bitten, ihm am neuen Arbeitsplatz beizustehen. Die demütige Geste Vianneys bewegte später den polnischen Papst Johannes Paul II. dazu, bei seinen Reisen in fremde Länder nach der Ankunft zuerst den Boden zu küssen.

Eine der ärmsten Pfarreien Frankreichs

Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte Ars zu den ärmsten Pfarreien Frankreichs. Viele der gut 200 Einwohner waren der Trunksucht verfallen, nur die wenigsten Kinder gingen zur Schule. Viel Arbeit also für den neuen Priester, der gleich neben der Kirche im Pfarrhaus Wohnung nahm. Sein Zimmer ist dort zu besichtigen.

Stühle, kleine Bücherschränke, Heiligenbilder an den Wänden und ein Bett: Es ist ein karger Raum, den der Priester kaum nutzte. Statt im Bett schlief der Heilige häufig auf dem Küchenboden, statt im Pfarrhaus verbrachte er die meiste Zeit im Gebet mit den Menschen in der Kirche. Oder im Beichtstuhl, wo er den Pilgern stundenlang zuhörte.

Fast wie ein Kind verehrte Vianney die Gottesmutter. „Ihr Herz“, sagte er einmal, „ist nur Liebe und Barmherzigkeit. Sie wünscht nur, uns glücklich zu sehen.“ 1836, lange vor der Verkündung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis, weihte er seine größer werdende Gemeinde der Jungfrau Maria. Davon kündet die inzwischen vergoldete Marien­figur über der Basilika, die schon von weitem den Weg zum Eingang weist.

Ein Blick auf die Wallfahrtsstätte zeigt die moderne Kapelle (links) und die Basilika.

Foto: Schenk

„Liebe des Herzens Jesu“

„Ich möchte Seelen für den lieben Gott gewinnen“, hatte sich der Pfarrer von Ars vorgenommen. „Der Priester“, war sein Credo, „ist nicht für sich, sondern für euch da. Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu.“ Das spürte man vor allem, wenn er auf der Kanzel der kleinen Kirche stand. Minutenlang deutete er auf den Tabernakel. „Dort ist Er!“, sagte er und rührte die Menschen und sich selbst zu Tränen.

Zeitungsberichte und Flugblätter, vor allem aber Mund-zu-Mund-Propaganda trugen die Kunde seiner Glaubenskraft ins Land. Die Zahl der Bewunderer wuchs. Noch zu seinen Lebzeiten überschritt die jährliche Pilgerzahl die 100 000. Bis zuletzt nahm Vianney ihnen in Ars die Beichte ab: den Frauen in der Kirche, den Männern in der Sakristei, wo der alte Beichtstuhl noch in der Ecke steht. „Im Sakrament der Buße“, war Vianney überzeugt, „zeigt Gott uns seine Barmherzigkeit und lässt uns daran teilhaben bis ins Grenzenlose.“

„Bei ihm“, sagt der heutige Pfarrer von Ars, „hatten die Menschen das Gefühl, dass er ihnen Liebe und Aufmerksamkeit schenkt, dass er im Beichtstuhl nicht über sie richte.“ Besonders eng in der Kirche wird es am 4. August, dem Todestag des Heiligen, wenn Hunderte zur großen Prozession kommen. Dann wird das Reliquiar mit seinem Herzen durch Ars getragen. „Wie gut ist doch der liebe Gott“, soll er einst auf dem Sterbebett gesagt haben, „wenn man nicht mehr zu ihm kann, dann kommt er zu uns.“ 

Günter Schenk

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Uttinger Pfarrei möchte mit Videoprojekt „Botschaft der Bibel verkünden“ https://www.katholische-sonntagszeitung.de/uttinger-pfarrei-moechte-mit-videoprojekt-botschaft-der-bibel-verkuenden-620784/ Tue, 04 Aug 2026 06:00:34 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=620784 UTTING – Die Bibel ist der Bestseller schlechthin. Kein Buch ist in mehr Sprachen erschienen und keines weiter verbreitet. In Pfarreien treffen sich Menschen zu Bibel­abenden. Da und dort haben Gemeindemitglieder die ganze Bibel abgeschrieben. Aber eine Idee ist noch neu. In der Pfarrei Utting am Ammersee (Kreis Landsberg) haben Ehrenamtliche ein Projekt ins Leben gerufen, an dem sich bis zu 40 Gemeindemitglieder im Alter von 14 bis 84 Jahren beteiligen: „Wir lesen die Bibel“, lautet das Motto. Und zwar vor einer Kamera.  Die Idee dazu hatte Sylvia Schleutermann, die im Pfarrgemeinderat für die Erwachsenenbildung verantwortlich ist. Man hatte sich mit dem Glaubensverlust und dessen Auswirkung auf die Gesellschaft befasst. Mit der Frage: Was bedeutet die Abkehr von Gott hin zum Menschen als einzigem Maßstab? Wie machen wir unsere Fundamente bewusst, die in Athen, Jerusalem und Rom liegen, also bei den antiken Philosophen und in der jüdisch-christlichen Tradition? Eine Antwort findet Schleutermann im Umgang mit der Bibel. Aber einen Bibelkreis wollte sie nicht, keine Exegese. Jeder Einzelne sollte seinen persönlichen Zugang zum Wort Gottes finden, meinte sie.  Und diese Beschäftigung mit dem Buch der Bücher sollte attraktiv sein, Spaß machen, auch Jüngeren. So verwandelt sich das Pfarrheim nun samstags in ein selbstgebautes Videostudio mit überwiegend ausgeliehenem Equipment. Keiner der Mitwirkenden ist an einen festen Termin gebunden. Die einzelnen Kapitel finden per Zufallsprinzip ihre Vorleser. Keiner kann sagen: Der Abschnitt gefällt mir nicht oder ich möchte gerade diese Geschichte. Nach und nach lesen Frauen, Männer, Jugendliche einen Abschnitt aus der Bibel. Vor ihnen läuft der Text auf einem Tablet. Mikrofon und Kamera sind fest installiert. Später werden die Lektoren mit Bildern hinterlegt, die auch in dem Projektkreis entstehen. Die Nutzer werden später auf diesem farbigen Hintergrund die Lesenden und den durchs Bild laufenden Text verfolgen, also sehen, hören und mitlesen können. Die Reihenfolge der Aufnahmen muss nicht der Chronolgie der biblischen Bücher folgen, angefangen hat man mit dem Buch Exodus. Ziel ist, die ganze Bibel im „Videopaket“ verfügbar zu machen. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre.  Zurzeit wird mit dem Katholischen Bibelwerk die Lizenzfrage geklärt, ehe eine Internetplattform gesucht werden soll, von der die Utting­er Bibellesung abgerufen werden kann. Werbung im Umfeld der Bibellesung will Sylvia Schleutermann vermeiden, ebenso irgendwelche Geschäfte damit.  Natürlich wünscht sich jeder, der etwas veröffentlicht, Resonanz. In Utting spricht man von einem niederschwelligen Angebot, das erst mal innerhalb der Gemeinde der Leser wirken soll. Gleichzeitig ist klar: „Wir möchten die Botschaft der Bibel verkündigen.“  Ansprache statt Drama Um das ansprechend umzusetzen, haben sich die Lektoren an vier Tagen von der Sprecherzieherin Christine Adler coachen lassen. Ihr Ziel ist es, das Sprechen vor der Kamera als dialogisches Geschehen zu begreifen. Die Texte sind so vorzutragen, dass die Zuschauer innerlich antworten. Kein Drama, aber authentische Ansprache. Eine der am Projekt beteiligten Frauen erzählt, ihr sei bei der intensiven Beschäftigung mit dem biblischen Text aufgegangen, wie sehr sie es mit einem geistgewirkten Wort zu tun habe. Wer ebenfalls Lust aufs Bibellesen verspürt, dem steht der Kreis offen. Bis Internetnutzer auf die „Uttinger Bibellesung“ zugreifen können, wird es wohl Herbst werden.  Günther Gremp]]> Papstporträt jetzt wieder auf Vatikan-Münzen zu sehen https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papstportraet-jetzt-wieder-auf-vatikan-muenzen-zu-sehen-620979/ Mon, 03 Aug 2026 08:21:11 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=620979 Münzen mitteilte, ist auf den diesjährigen Euro-Münzen des kleinsten Staats der Welt wieder das Konterfei des amtierenden Papstes zu sehen. Papst Franziskus (2013-2025) hatte mit dieser Tradition gebrochen und angeordnet, dass die Vatikan-Münzen nur noch das päpstliche Wappen zeigen. Auf dem neuen offiziellen Euro-Münzensatz findet sich nun ein Kompromiss zwischen den nüchternen numismatischen Vorgaben von Franziskus und dem bildfreudigeren Stil seiner Vorgänger. Auf den kleineren Münzen von 1 bis 5 Cent gibt es weiterhin nur das Papstwappen zu sehen. Die Münzen von 10 Cent bis 2 Euro zeigen hingegen auf der Rückseite den regierenden Papst. Derzeit ist dies der am 8. Mai 2025 gewählte Leo XIV. Der Staat der Vatikanstadt gehört durch seine Währungsunion mit der Italienischen Republik zum Euro-Raum und prägt alljährlich Tausende eigene Euro-Münzen. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Auflage haben sie einen beträchtlichen Sammlerwert. KNA]]> Papst Leo XIV. besorgt wegen Ereignissen in Ceuta https://www.katholische-sonntagszeitung.de/papst-leo-xiv-besorgt-wegen-ereignissen-in-ceuta-620970/ Mon, 03 Aug 2026 08:15:36 +0000 https://www.katholische-sonntagszeitung.de/?p=620970 Papst Leo XIV. hat sich besorgt über die jüngste Massen-Migration in die spanische Exklave Ceuta geäußert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am Sonntag: „Ich verfolge die alarmierende Lage in Ceuta mit Sorge.“ Er bete zu Gott, dass „Lösungen des Friedens, der Stabilität und der Gerechtigkeit gefunden werden können“. Der Papst machte seinen Appell durchgehend auf Spanisch. In einer auffälligen Wendung bat er „Maria, Unsere Liebe Frau von Afrika“ um Hilfe in der Krise; es ist ein auf dem afrikanischen Kontinent gebräuchlicher Ehrentitel der Muttergottes. Auf die wieder entfachte europäische Debatte über Migrationspolitik ging Leo XIV. mit keinem Wort ein. Bei einer Spanienreise im Juni hatte der Papst sichere Migrationswege gefordert. Die Menschenwürde von Flüchtlingen müsse an den Außengrenzen Europas gewahrt werden, erklärte er bei einem Besuch auf Gran Canaria. Menschenhändler und Schlepper hatte er dort mit Meeres-Ungeheuern verglichen, die Frauen und Kinder versklavten. Zugleich hatte er die Gleichgültigkeit jener beklagt, „die zulassen, dass die Armen von Ausbeutung oder Vergessenheit verschlungen werden“. Zugleich forderte er „politische Maßnahmen, die es jedem Menschen ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben“. Neben dem Recht, Zuflucht zu suchen, wenn das Leben bedroht ist, gebe es „auch das Recht, nicht auswandern zu müssen: das Recht, in der eigenen Heimat zu bleiben“, betonte der Papst am 11. Juni auf Gran Canaria. KNA]]>