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Tierliebhaber brachten ihre zwei- und vierbeinigen Freunde nach Maria Vesperbild

Segen für Hunde und Hühner

MARIA VESPERBILD – „Tiere sind Geschöpfe Gottes, die den Segen brauchen, da auch sie verschiedenen Gefahren ausgesetzt sind.“ Dieser Überzeugung entsprechend lud Wallfahrtsdirektor Monsignore Erwin Reichart am „Sonntag der Barmherzigkeit“ in Maria Vesperbild zur Kleintier­segnung. Zahlreiche Tierhalter nutzten die Gelegenheit und empfingen für ihre liebgewonnenen Weggefährten auf dem Kirchplatz vor dem Pilgerhaus den Segen.

Den Gottesdienst im vollbesetzten Pilgerhaus gestaltete der Liederkranz Fischach musikalisch. In seiner Predigt verwies Reichart auf die Bedeutung christlicher Grußformen. Sowohl der Friedensgruß bei der Heiligen Messe als auch der Gruß, den beispielsweise der Engel Gabriel an die Jungfrau Maria richtete („Der Herr sei mit dir!“), seien nicht mit profanen Alltagsgrüßen, wie etwa „hallo“, gleichzusetzen.

Ein herzhaftes „Grüß Gott“, was nichts anderes als „Gott segne dich!“ bedeute, oder „Pfiat di Gott!“ (das heißt: „Gott behüte dich!“) sollten als christliche Grüße keineswegs in Vergessenheit geraten. Weil heute an allen Ecken und Enden der Segen fehle, „sind wir Christen berufen, Segen zu spenden und auch Wunder zu wirken“. 

Nach dem Pilgeramt auf dem Kirchplatz fand die Kleintiersegnung statt. Dabei segnete der Geistliche auch größere „tierische Freunde“. Haustiere seien zwar keine Kinder, betonte er, aber gute Freunde, die – wie auch wir Menschen – den Segen Gottes benötigten. 

Unter den mitgebrachten Haustieren waren Hunde verschiedener Rassen und Größen zahlreich vertreten. Neben den Vierbeinern befanden sich aber auch einige gefiederte Gefährten unter den Gästen. Beispielsweise hatten Lisa (7) und Isabell (9), zwei Mädchen aus Ziemetshausen, die mit ihren Großeltern aus Bobingen angereist waren, ihre beiden Hühner mitgebracht. Als Mia und Lissy stellten die Kinder die Hennen mit leuchtenden Augen vor. „Sie sind federfüßige Zwerghühner und zwei Jahre alt“, erklärten sie.

Während die beiden Mädchen zum ersten Mal an einer Kleintiersegnung in Maria Vesperbild teilnahmen, waren Elfriede und Johann Rauch, ein Ehepaar aus Kirchheim, schon öfter mit dabei. „Vor 52 Jahren haben wir hier in Vesperbild geheiratet“, sagt Johann Rauch. „Wir hatten eine Landwirtschaft mit Schweinen, Hennen, Katzen und Hunden und sind einfach große Tierliebhaber.“ 

Seine Ehefrau Elfriede fügt hinzu: „Die Katze, die wir heute dabei haben, ist unsere Vroni. Sie ist vier Jahre alt.“ Insgesamt haben die Rauchs von drei verschiedenen Katzen, darunter Vroni, zehn junge Kätzchen bekommen. Wichtig ist dem Ehepaar, das zum Wallfahrtsort seit Langem eine besondere Beziehung hat, auch, „dass sich bei uns Hund und Katze sehr gut vertragen haben“.

Ohne tierischen Lärm

Allen anwesenden Tierhaltern war bei der Segnung ihrer Weggefährten anzumerken, wie sehr ihnen deren Wohl am Herzen liegt. Fast andächtig, jedenfalls ohne Gebell oder sonstigen tierischen Lärm, verfolgten Vierbeiner und Federvieh die Zeremonie. Noch dazu herrschte trockenes Wetter. 

So gab es an diesem „Sonntag der Barmherzigkeit“ auf dem Kirchplatz in Maria Vesperbild nur fröhliche Gesichter und strahlende Augen – bei den kleinen wie auch bei den erwachsenen Tierliebhabern.                          

Thomas Niedermair

08.05.2022 - Bistum Augsburg , Segen