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Nach Zwangspause

Regensburger Domspatzen singen wieder im Dom

Nach sechs Monaten Zwangspause kehren die Regensburger Domspatzen in den Dom zurück. Am Sonntag wird der Männerchor des ersten Chores erstmals nach der coronabedingten Unterbrechung wieder in der Messe um 10 Uhr singen. Die Freude sei groß, nicht nur bei den Sängern, erklärte Domkapellmeister Christian Heiß.

"Unsere DNA besteht aus Singen und Musizieren im Chor", sagte Heiß. "Es wurde Zeit, dass wir im Dom, in unserer Heimat mit größerer Besetzung das tun können, was unsere eigentliche Aufgabe ist." Die Gesundheit aller Sänger und Chorleiter bleibe dabei weiter im Blick, alle staatlichen und kirchlichen Vorgaben würden eingehalten.

34 Männerstimmen werden laut Mitteilung die "Missa brevis" von Michael Haller (1840-1915) singen, außerdem die Motette "Cantate Domino", eine Eigenkomposition von Domkapellmeister Heiß. Nach dem Auftakt mit den 17- bis 18-jährigen Tenöre und Bässen werden künftig regelmäßig unterschiedliche Chorformationen der Domspatzen bei den Sonntagsmessen in der Kathedrale zu hören sein. Nach Auskunft des Managements werden dann auch wieder die jüngeren Stimmen eingesetzt.

Mitte März hatte der Knabenchor den Proben- und Auftrittsbetrieb komplett einstellen müssen. Zwischenzeitlich behalf man sich mit Online-Proben. Seit Juni darf wieder in kleineren festen Gruppen gesungen werden. Erste Tests, mit welchen Formationen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gemeinsames Singen während einer Messe im Dom möglich ist, gab es dann Ende Juli.

Die Regensburger Domspatzen zählen zu den ältesten Knabenchören der Welt. Ihre Tradition reicht bis zur Gründung der Domschule im Jahr 975 durch Bischof Wolfgang zurück. Erste Aufgabe des Chors ist die musikalische Gestaltung der Gottesdienste im Dom. Aktuell gibt es rund 300 Domspatzen. Der erste Chor wird von etwa 80 Stimmen gebildet.

KNA

10.09.2020 - Bistum Regensburg , Corona , Musik