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Auszeichnung

Seyran Ateş erhält Theodor-Haecker-Preis 2023

Die Berliner Frauenrechtlerin und Moscheegründerin Seyran Ateş (59) erhält den Theodor-Haecker-Preis 2023 der Stadt Esslingen. Die mit 10.000 Euro verbundene Auszeichnung würdige Ateş' Einsatz gegen Diskriminierung und Unterdrückung muslimischer Frauen, teilte die Stadt am Montag mit. Ateş setze sich unter anderem für eine "zeitgemäße und geschlechtergerechte Auslegung des Koran" ein. Sie sei eine Hoffnungsträgerin für viele Mädchen, Frauen und Mitglieder der queeren Gemeinschaft, die unter einem patriarchalen Rollenverständnis und einer traditionellen Gesellschaftsstruktur litten. Ateş ist auch Gastautorin der Katholischen SonntagsZeitung und der Neuen Bildpost.

Die Auszeichnung wolle darauf aufmerksam machen, dass noch immer insbesondere junge Frauen von Diskriminierung und Unterdrückung, Zwangsheirat, häuslicher Gewalt oder Gewalt im Namen der Ehre bedroht seien - auch in Deutschland, so die Stadt. Die Preisverleihung ist für den 24. März in Esslingen geplant. Die mit 1.500 Euro verbundene Theodor-Haecker-Ehrung erhält demnach der Stuttgarter Verein Esther Ministries, der Betroffene von Zwangsprostitution und sexueller Ausbeutung unterstützt.

Esslingen vergibt den Preis "für politischen Mut" alle drei Jahre an Persönlichkeiten oder Gruppen, die sich in herausragender Weise um Menschenrechte, Frieden und Demokratie bemühen. Die Ehrung ist nach dem Philosophen und Schriftsteller Theodor Haecker (1879-1945) benannt, der mit NS-kritischen Schriften ein wichtiger Bezugspunkt des christlich motivierten Widerstands gegen das NS-Regime war.

KNA/red

27.09.2022 - Ehrung , Frauen , Islam