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Geplante Japan-Reise

Papst erfüllt sich Jugendtraum

Papst Franziskus will 2019 nach Japan reisen. „Hoffen wir, dass das zustande kommt“, sagte das Kirchenoberhaupt vorige Woche am Rande der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Damit würde einer seiner Jugendträume in Erfüllung gehen.  

Zur Ankündigung des Japan-Besuchs nutzte Franziskus einen Gruß an den japanischen kirchlichen Kulturverein „Tensho Kenoho Shisetsu Kenshokai“. Der Heilige Vater bat die Abgeordneten des Vereins, „die Freundschaft des Papstes und die Wertschätzung der gesamten katholischen Kirche Ihrem wunderbaren Volk und Ihrem großen Land“ zu überbringen. Im Verein sind vor allem Laien engagiert. Zwei Priester waren aber auch bei der Audienz beim Papst dabei: ein japanischer und ein italienischer Geistlicher, die als „spirituelle Begleiter“ im Verein tätig sind.

Dass Papst Franziskus Jesuit wurde, verdankt er in gewisser Weise Japan: Als Jorge Mario Bergoglio 1958 in den Jesuitenorden eintrat, war es sein größter Wunsch, als Missionar nach Japan zu gehen. Daraus wurde zwar nichts. Aber seine „Liebe zu Japan“ ist bis heute geblieben. „Wir kennen die Sehnsucht des jungen Bergoglio nach Asien und insbesondere nach Japan, wo er gerne als Missionar gewirkt hätte“, sagte Franziskus-Kenner und Papst-Freund Kardinal Walter Kasper vor einigen Jahren. Bergoglio sei stattdessen als Papst Franziskus wie ein Missionar nach Rom gekommen.

Reise dauerte acht Jahre

Beim Treffen mit der japanischen Gruppe erinnerte Franziskus am Mittwoch an eine Begegnung, die vor mehr als 400 Jahren stattgefunden hatte: 1585 waren vier japanische Christen in Begleitung einiger Jesuitenmissionare nach Rom gereist, um Papst Gregor XIII. zu besuchen. Es sei damals das erste Mal gewesen, dass eine Gruppe aus Japan nach Europa gekommen sei. Die Reise dauerte acht Jahre. Freundlich aufgenommen wurden die vier jungen Japaner nicht nur vom Papst, sondern auch von allen Städten und Herrscherhöfen, die sie durchquerten: Lissabon, Madrid, Florenz, Rom, Venedig, Mailand, Genua. „Die Europäer trafen die Japaner und die Japaner trafen Europa und das Herz der katholischen Kirche“, erinnerte der Papst. „Eine historische Begegnung zwischen zwei großen Kulturen und spirituellen Traditionen.“

Franziskus lobte die sozialen und gesellschaftlichen Anliegen des Kulturvereins. Mit den Zuwendungen von Unternehmen fördere der Verein unter anderem Jugendliche und Waisen und setze sich für eine ganzheitliche Ökologie ein, sagte der Papst.

Zuletzt hatte Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 Japan besucht. Dabei rief er die Welt dazu auf, einen Atomkrieg zu verhindern. In Hiroshima verlas er einen Friedensappell auf Japanisch und in acht weiteren Sprachen, in dem er den Krieg als „von Menschen geschaffenes Leid“ bezeichnete. Die römisch-katholische Kirche zählt in Japan rund 500 000 Mitglieder und ist damit in einem Land mit 125 Millionen Menschen eine ausgesprochene Dias­pora-Kirche.

Mario Galgano

19.09.2018 - Papst , Vatikan , Weltkirche