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Katholischer Sportverband DJK:

Druck auf Katar muss bleiben

Der katholische Sportverband DJK fordert Politik und Sport auf, die Lage der Menschenrechte in Katar auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Man müsse das Thema immer "weiter ansprechen und Druck entfalten", erklärte DJK-Präsidentin Elsbeth Beha am Mittwoch im nordrhein-westfälischen Langenfeld: "Und es ist wichtig, die Reformkräfte im Land weiter zu begleiten und weiterhin die Aufmerksamkeit auf Menschenrechte zu richten und gezielt tätig zu werden. Der Einsatz muss weitergehen."

Eine kritische Auseinandersetzung mit Katar und seinem Umgang mit Menschenrechten sei dringend notwendig, so Beha weiter. Bei allen künftigen Vergaben sportlicher Großveranstaltungen müssten die Themen Menschenrechte und Nachhaltigkeit stärker als bisher einbezogen werden.

Als werteorientierter, christlicher Verband schaue man sehr genau nach Katar, fügte die DJK-Präsidentin hinzu: "Überall im Sport sollte verantwortungsvoll und wertebasiert gehandelt werden, das gilt nicht nur für den Fußball. Aber er hat einen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft wie keine andere Sportart und deshalb sollte er seine Bedeutung verantwortungsvoll nutzen und den Finger in die Wunde legen, wenn Ungerechtigkeiten geschehen."

Bei der Vergabe der Fußball-WM durch die FIFA 2010 habe man nicht auf die Menschenrechtslage geschaut, kritisierte Beha: "Das war falsch." Umso wichtiger sei es, jetzt die Missstände klar zu benennen: "Nicht nur als Christ, sondern jede*r Fußballbegeisterte sollte in seinem Umfeld die Thematik ansprechen - und hier nicht nur die Frage der Finanzen, sondern vor allem den Umgang mit den Menschenrechten, der freien Meinungsäußerung und der Umgang mit Minderheiten."

"Sport um der Menschen willen" ist das Leitbild des katholischen DJK-Sportverbandes, in dem nach eigenen Angaben rund 500.000 Mitglieder in mehr als 1.100 DJK-Vereinen aktiv sind.

KNA

16.11.2022 - Fußball , Politik , Verbände