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Bundespräsident im Vatikan

Steinmeier spricht mit Papst über Glaubwürdigkeit der Kirche

Gut zwei Wochen nach Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Montag Papst Franziskus besucht. Bei der rund 50-minütigen Privataudienz habe man ausführlich über die Glaubwürdigkeitskrise der Kirche gesprochen, sagte Steinmeier anschließend vor Journalisten. Auch die Klimakonferenz in Glasgow sowie wachsende Hungerkrisen, etwa in Madagaskar und Afghanistan, seien Thema gewesen.

Wie schon Kanzlerin Merkel hob Steinmeier hervor, wie wichtig es sei, dass die Kirchen sich dem Missbrauch stellen. Dies sei zuerst den Betroffenen geschuldet. Aber auch Regierung und Gesellschaft seien angesichts großer Herausforderungen auf starke Kirchen als Partner angewiesen. In dieser Hinsicht sieht Steinmeier, wie er sagte, auch Potenzial in den synodalen Prozessen, die die katholische Kirche in Deutschland und der Papst auf Weltebene angestoßen haben.

Auch bei der anschließenden Begegnung mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem vatikanischen Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher, seien dies Themen gewesen. Mit besonderer Sorge beobachte man im Vatikan die Flüchtlingskrise an der östlichen EU-Außenkrise. Franziskus habe sich dazu genau erkundigt. Erneut sehe man die negativen Folgen jahrelanger Uneinigkeit innerhalb der EU, wie mit Migranten und Flüchtlingen umzugehen sei, bedauerte der Bundespräsident.

Nach der Audienz beim Papst trifft Steinmeier am Mittag mit der Leitung des Souveränen Malteserordens zusammen. In dem Gespräch werde es unter anderem um Migration, den Nahen Osten sowie Katastrophenschutz in Deutschland gehen. Dies hatte der Großkanzler des Ordens, Albrecht von Boeselager, im Vorfeld der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gesagt.

Der Malteserorden steht in der Tradition des "Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem", des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. 1953 wurden die Malteser als religiöser und souveräner Orden anerkannt. Als katholischer Orden sind sie dem Heiligen Stuhl unterstellt.

Bereits am Sonntagabend waren Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender zu einem Abendessen in der Botschaft Deutschlands beim Heiligen Stuhl eingeladen.

KNA

25.10.2021 - Deutschland , Papst , Politik