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"Die universelle Botschaft Jesu" –

Stückl plant internationales Jugendtreffen zum Passionsspiel

Der Spielleiter der Oberammergauer Passion, Christian Stückl, will vor der offiziellen Premiere im Mai 2020 rund 8.000 junge Leute aus der ganzen Welt für ein Wochenende einladen. Sie sollen zwei der sechs zuvor stattfindenden Vorstellungen besuchen können, sagte Stückl am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dafür habe er bereits mit dem anglikanischen Erzbischof von Kapstadt, Thabo Cecil Makgoba, dem schwedischen Bischof Ake Bonnier sowie mit Vertretern des Abraham-Geiger-Kollegs und dem American Jewish Commitee gesprochen. Auch muslimische und hinduistische Jugendliche möchte er dabeihaben.

Stückl schwebt ein Jugendtag mit Teilnehmern aus allen Religionen und Gesellschaftschichten nach dem Vorbild des Weltfriedenstreffens von Assisi vor. Aber auch wer keine Religion habe oder Atheist sei, sei eingeladen. Alle sollten die Möglichkeit erhalten, das Spiel vom Leiden und Sterben Jesu zu erleben. Ins Passionstheater passten pro Vorstellung an die 4.400 Zuschauer. Untergebracht werden sollen die Jugendlichen in Privathaushalten. Außerdem sei in den Pausen und an den Abenden (Freitag und Samstag) ein Begleitprogramm geplant, wofür ein großes Zelt aufgestellt werde.

Vorgesehen sei bewusst "keine rein katholische oder evangelische Veranstaltung", sagte Stückl. Vielmehr gehe es darum zu sehen, "wie man die Jugendlichen mitnehmen kann". Jesus bleibe zwar eine christliche Figur, sei aber zuerst einmal eine jüdische. Zudem erkenne ihn der Islam als Propheten an. Das Potenzial sei also da, darüber zu diskutieren, "inwieweit es sich bei der Botschaft Jesu um eine universelle handelt und um eine, die für uns alle gilt".

KNA